indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

WM 2006

Innovationstempel der Welt

Oliver Fritsch | Freitag, 28. Januar 2005 Kommentare deaktiviert für Innovationstempel der Welt

Die WM 2006, ein Politikum schon im Vorfeld – Markus Feldenkirchen (Spiegel 23.1.) schildert einen vielleicht entscheidenden Wechsel in der Entourage: „Die beiden Slogans „FC Deutschland 06″ und „Deutschland, da geht was“ flimmerten noch ein letztes Mal über die Leinwand. Mehr ging nicht. Schon während der Präsentation im Saal der Berliner Kreditanstalt für Wiederaufbau ahnten die Chefs der Werbeagentur „Zum goldenen Hirschen“, dass ihre Kampagne zur WM 2006 nie realisiert werden würde. Mit verschränkten Armen verfolgte die Jury aus Wirtschaftsbossen, Otto Schily sowie Gesandten von Bundespresseamt und Präsidialamt die halbstündige Show. Schily zog die Stirn in immer tiefere Falten. Er hatte die Präsentation schon mehrfach gesehen – und immer stärker gelästert. Die Hausagentur der Bundesregierung, die zuletzt den Zuschlag für die Agenda-2010-Kampagne erhalten hatte, musste sich geschlagen geben. Stattdessen wird die Imagewerbung, die die WM flankieren soll, nun „Deutschland – Land der Ideen“ heißen, entwickelt von der Agentur Scholz & Friends. Das Jury-Votum war eindeutig. Angela Merkel kann mit dem Ergebnis auf den ersten Blick zufrieden sein. Sie hatte stets davor gewarnt, die Kampagne – finanziert von der deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung – könne eine getarnte Wahlkampfhilfe für Gerhard Schröder werden. Für sie ist es ein Fortschritt, dass eine Agentur den Zuschlag erhalten hat, deren kaufmännischer Kopf und Mitinhaber ein Mann ihres Vertrauens ist. Thomas Heilmann, 40, ist schon lange CDU-Mitglied und zählt seit ihrem Aufstieg an die Parteispitze zu den wenigen Männern, deren Rat sie schätzt. Doch Merkels Freude über Heilmanns Coup ist getrübt. Denn auch die Kampagne von Scholz & Friends versucht, Deutschland im schönsten Glanz erstrahlen zu lassen: als Innovationstempel der Welt.“

Der Guardian befasst sich mit der Ticketvergabe: „Forget „abracadabra“ and even „duty free“, everyone knows the most magical words for true football fans are „the World Cup“. Brazil v Argentina? Burundi against Belize? Bring it on! Wales versus … OK, maybe not – but you get the point and, more importantly, you could soon get the tickets. Yes, Fifa announced today that in just one week it will start accepting online applications for 812,000 match tickets for the 2006 edition of the planet’s greatest sporting showpiece. What’s more, football’s governing body has actually learned from previous fiascos and rather than provoke an electronic stampede by insisting on a ‚first-come, first-served‘ system, they‘ll leave a „sales window“ open for two months to allow as many fans as possible to make provisional purchases before a lottery draw is held.“

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