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Ideen- und klassearm

Oliver Fritsch | Samstag, 25. November 2006 Kommentare deaktiviert für Ideen- und klassearm

Die 0:1-Niederlage Bayer Leverkusens gegen die Tottenham Hotspurs läßt die Journalisten Alarm schlagen und an die Fünfjahreswertung der Uefa erinnern

Die Presse diskutiert seit Wochen halb besorgt, halb belustigt das Szenario, daß Deutschland in der Fünfjahreswertung von Rumänien, Rußland und Portugal überholt werden könnte und damit einen Startplatz in der Champions League einbüßen müßte. Philipp Selldorf (SZ) wirft angesichts der teils schwachen Leistungen deutscher Klubs in europäischen Wettbewerben ein: „Wäre das denn schlimm? Ist es nicht für das Ansehen der Liga viel besser, wenn ihr Blamagen erspart bleiben, wie sie der Hamburger SV in dieser Saison beschert? Mag sein. Aber erstens wird es ein Heulen und ein Jammern geben über die entgangenen Millionen, welche die Champions League durch die garantierten Prämien und Beteiligungen am TV-Erlös in die Liga leitet. Und zweitens endet ja nicht zwangsläufig die Serie der internationalen Peinlichkeiten, denn zunächst gäbe es für die Bundesliga einen zusätzlichen Platz im Uefa-Cup.“

Roland Zorn (FAZ) bedauert die Schwäche und den Stilverfall Bayer Leverkusens: „Die donnernden Rufe nach Dimitar Berbatow konnten auch als Hilfeschrei in eigener Sache begriffen werden. In Berbatow hat der vorerst letzte große Spieler den Werksverein verlassen, der einen Hauch von Glamour und Extravaganz auf dem Platz verbreitete. Alles, was Bayer Leverkusen jahrelang zu einer Nischen-Attraktion im deutschen und europäischen Fußball gemacht hat, ist inzwischen wie weggeblasen. Ideen- und klassearm ließ sich die Bundesliga-Durchschnittsmannschaft bei ihrem zweiten Saisonauftritt im Uefa-Pokal-Wettbewerb von den Spurs in Schach halten. (…) Die einst schwerelosen Fußball-Ästheten unter dem Bayer-Kreuz wirken überanstrengt beim – zuletzt untauglichen – Versuch, der Schwerkraft im Fußballalltag zu trotzen.“ Erik Eggers (Tagesspiegel) sagt Leverkusens Trainer kältere Tage voraus: „In den letzten Wochen profitierte Skibbe vom Medienrummel, den die Personalie Christoph Daum im nahen Köln entfachte. Im Vergleich dazu rutschte alles, was unter dem Bayer-Kreuz geschah, fast unter die Wahrnehmungsschwelle. Hält aber der sportliche Mißerfolg an, wird Skibbe nicht ewig im Windschatten Daums segeln können. Der Druck wächst. Das Vorhaben, den Vertrag mit Skibbe vorzeitig zu verlängern, wurde bereits auf die Winterpause verschoben.“

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