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Champions League

Beim FC Bayern beginnt langsam wieder Leben einzuziehen

Oliver Fritsch | Donnerstag, 22. Februar 2007 Kommentare deaktiviert für Beim FC Bayern beginnt langsam wieder Leben einzuziehen

Uneinheitliche Bewertungen der 2:3-Niederlage in Madrid / Viel Lob für David Beckham

Roland Zorn (FAZ) dreht den Schwarzsehern eine lange Nase und hofft auf Zugaben: „Es lebe das Vorurteil, das zu diesem Sport der unverhofften Wendungen und unerwarteten Volten gehört wie der Ball selbst. Alle Welt dachte, einen Klassiker mit Patina-Überzug vorgesetzt zu bekommen, einen Krisengipfel zweier kränkelnder Spitzenklubs von gestern, eine Zitterpartie, die nur von ganz weitem an die großen Tage von Real Madrid und Bayern München erinnern würde. Es kam ganz anders und wie so oft im Fußball, dessen Protagonisten sich immer wieder selbst widerlegen – und sei es nur für einen triumphalen oder traurigen Moment. Vergessen wir das nicht im luftleeren Raum gebildete Vorurteil und glauben an die wiederentdeckte Realität, die vielleicht auch nur ein schöner Tagtraum gewesen ist!“ Sven Goldmann (Tsp) deutet die Torflut anders: „Ohne Fehler fallen keine Tore, und ohne Tore hat das Publikum keinen Spaß. Die Krisenklubs aus Madrid und München haben den Zuschauern großartige Unterhaltung geboten. Möge ihre Krise noch ein wenig anhalten, am besten bis zum Rückspiel.“

Andreas Burkert (SZ) hebt den Kampfesmut der Bayern hervor: „Was den Münchnern nach einer Ewigkeit mal wieder gelang, ist eine späte Antwort. Ein Signal, ein Lebenszeichen, das zuletzt gegen Hannover ausgeblieben war und in Dortmund und in Nürnberg und kürzlich auch in Aachen.“ Christoph Biermann (SpOn) fügt hinzu: „Die großen Webfehler dieses Teams, dem ein Mann im offensiven Mittelfeld genauso fehlt wie Stabilität in der Innenverteidigung und Flexibilität im Sturm, wird Ottmar Hitzfeld in dieser Saison kaum noch lösen können. Doch in Madrid ahnte man zum ersten Mal, daß beim FC Bayern langsam wieder Leben einzuziehen beginnt.“

Das schlechtere zweier kriselnder Teams

Boris Herrmann (BLZ) kann dem Lob nicht viel abgewinnen: „Der FC Bayern hat sich in der ersten Hälfte wie eine Schülermannschaft verkauft, und danach immerhin eine ansprechende Reaktion gezeigt. Das ist kein Grund zum Jubeln, sondern eine Selbstverständlichkeit in einem Spiel, das vorab zum großen Charaktertest erklärt worden war. Die Münchner haben sich nicht blamiert, aber sie haben 2:3 verloren; und zwar zum fünften Mal hintereinander in einem Pflichtspiel auf fremden Rasen. Dem Verein droht eine Saison ohne Titel, da fällt es schwer, von einem Aufbruch in bessere Zeiten zu sprechen.“ Und an anderer Stelle schreibt er: „Der FC Bayern präsentierte sich als das schlechtere zweier kriselnder Teams.“

Ein Verlust für Real und die Champions League

Die Journalisten erklären David Beckham zum besten Spieler. Joachim Klumpp (StZ) gibt zu: „Wohl selten hat nicht nur das Haargel von Beckham so geglänzt, sondern auch er, als Spieler. Und das keineswegs als Galaktischer, sondern einfach als Fußballer, der köpft, grätscht, flankt und Tore vorbereitet. In dieser Form ist er ein Verlust – für Real und die Champions League.“ Florian Haupt (Welt) ergänzt: „Zwei seiner Standardsituationen führten gegen die Bayern zu Toren, eine dritte bescherte dem parierenden Oliver Kahn einen der für ihn immer selteneren Momente des Ruhms. Aber Beckham war viel mehr als nur der üblich präzise Schütze von Eckbällen und Freistößen. Zusammen mit den anderen Veteranen führte er sein Team aus der spielerischen Depression der letzten Monate. Beckham (102 Einsätze), Roberto Carlos (105) und Raúl (106) sind die Rekordspieler der Champions League, und es war vor allem die alte Garde, die Real Madrid in den ersten sechzig Minuten mal wieder wie Real Madrid aussehen ließ.“

Tsp: Vorteil Bayern
FAZ: Der gefühlte Sieg des FC Bayern (mit Bildstrecke)
SZ-Interview mit Lucio: „Hitzfeld weiß, wovon er redet“
BLZ: Kommentar über Mark van Bommels Jubelgeste
NZZ: Ängstlich oder ausgepowert? Real Madrid nur eine Halbzeit lang mit Spielfreude und Energie

NZZ-Bericht Celtic–Milan (0:0)

NZZ-Bericht Barcelona–Liverpool (1:2)
FAZ: Risse im Universum FC Barcelona
SZ: Barcelonas Angreifer Samuel Eto‘o mißachtet wieder einmal die Grenze zwischen Ehrgeiz und Egoismus
NZZ: Zoff in Liverpool
FR: FC Liverpool – mit US-Dollar an die europäische Spitze

FR: Dampf unterm Bremer Deckel

BLZ: Erstmals könnte eine Fußball-EM nicht im Fernsehen übertragen werden

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