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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Bundesliga

Nichts zu sehen von Hitzfelds neuen Ideen

Oliver Fritsch | Dienstag, 24. April 2007 1 Kommentar

Weitere kritische Bestandsaufnahmen in der Presse über den FC Bayern, auch Bedenken gegen den Trainer ist wieder zu vernehmen

Sebastian Krass (Financial Times Deutschland) stellt infrage, daß Ottmar Hitzfeld der richtige Trainer für einen neuen Münchner Weg ist: „Der FC Bayern München steckt tiefer im Schlamassel denn je, und er hat, keine drei Monate nach der Entlassung Felix Magaths, schon wieder eine Trainerkrise. Der vermeintliche Zauber, der den ersten Wochen von Hitzfelds zweiter Amtszeit beim FC Bayern innewohnte, ist der Ratlosigkeit und der Orientierungslosigkeit gewichen. Ob der 58-Jährige der richtige Mann ist, einen runderneuerten FC Bayern in die nächste Saison zu führen, läßt sich mit guten Gründen bezweifeln. Ein erstes Indiz liefert ein Blick in die Vergangenheit. 2004 entließen die Bayern Hitzfeld unter anderem deshalb, weil die Mannschaft unter ihm erstarrt war – und ihm keiner einen Neuaufbau zutraute. Es heißt zwar, Hitzfeld habe sich während seiner Auszeit fleißig fortgebildet und stecke voller neuer Ideen. Zu sehen ist davon aber wenig. In den ersten Wochen übte er mit der Mannschaft das kleine Einmaleins des Fußballs. Das half nur für kurze Zeit. Nun aber ist die Mannschaft wieder auf das quälend tiefe Niveau der letzten Magath-Monate zurückgefallen: fehlende Laufbereitschaft, ideenloses Offensivspiel, gedankenlahmes Auftreten in der Abwehr, das Ganze versehen mit einer fatalen Mir-doch-egal-Haltung bei einigen Spielern. Hitzfeld scheint die Spieler nicht zu erreichen – eine Diagnose, die normalerweise zu einem unverzüglichem Jobverlust führt.“

Klaus Hoeltzenbein (SZ) macht aufmerksam auf den Widerspruch zwischen Schweigen und Reden in der Bayern-Führung und analysiert deren Chemie: „Die Frage ist, ob die Münchner ihre selbstgewählte Stille aushalten, wenn doch schon die Morgenlektüre aufregt. Weltweit einmalig ist nämlich die Konstruktion, in welcher der Aufsichtsratsvorsitzende eines Klubs, Franz Beckenbauer, eine eigene, große Zeitung hat, die ihn dafür bezahlt, ständig Aktuelles aus dem Innenleben seines Vereins zu verraten. Eines Vereins, der offiziell vorgibt, er wolle konsequent schweigen. Es ist nicht einfach, das Spiel zu lesen, das Beckenbauer seit ein paar Wochen abseits des Rasens spielt. Und es ist auch nur mit der jahrzehntelangen, schicksalsgeprüften Bekanntschaft von Beckenbauer/Rummenigge/Hoeneß zu erklären, daß dieses Trio bislang jede Morgenlektüre tapfer überdauert hat. Die Frage, ob Rummenigge, 51, und Hoeneß, 55, noch jung, noch ehrgeizig genug sind für die Aufgabe, die erste Elf zu erneuern, wird in Beckenbauers Zentralorgan seit dem K.-o. gegen den AC Mailand ständig wiederholt. Und via Welt am Sonntag hat Beckenbauer soeben erst der DFL empfohlen, noch einmal zu prüfen, ob Rummenigge nicht doch der ideale Ligapräsident sei – ein neuer Versuch, den Vorstand nach Frankfurt wegzuloben? Bayerns Entscheider verstehen sich offenbar nicht mehr gut, zumindest wird öffentlich gestichelt, und das Pikante dabei ist, daß just in dieser Atmosphäre die neue Mannschaft gebastelt werden muß.“

Volk ohne Raumdeckung wird bei dem Gedanken daran, daß der FC Bayern im Uefa-Cup spielen könnte, zum kleinen Kind: „Der Chefscout des FC Bayern München, Wolfgang Dremmler (‚Ich freue mich auf diese neue Herausforderung‘) hat in diesen Tagen viele offene Fragen zu klären: Hat der FC Düdelingen ein Entmüdungsbecken in der Gästekabine? Gibt es im Sheraton Hotel von Alma Ata Hefeweißbier in der Minibar? Braucht Pressesprecher Markus Hörwick einen Sprachlehrer, um ‚Haka Valkeakoski‘ fehlerfrei auszusprechen? Braucht Ottmar Hitzfeld einen Mentaltrainer, um den Satz ‚Haka Valkeakoski hat verdient gewonnen‘ fehlerfrei auszusprechen?“

Kommentare

1 Kommentar zu “Nichts zu sehen von Hitzfelds neuen Ideen”

  1. Jacquelynn Ramaker
    Dienstag, 28. Februar 2012 um 12:45

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