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Ball und Buchstabe

Nachdenken, Recherche und Deutung

Oliver Fritsch | Mittwoch, 23. Mai 2007 Kommentare deaktiviert für Nachdenken, Recherche und Deutung

Jürgen Kaube (FAZ/Medien) fühlt sich angesichts der Berichterstattung der Sportschau, im speziellen der Konferenzschaltung zwischen Stuttgart und Schalke, für dumm verkauft und macht der ARD-Sportredaktion einen Vorschlag, wie sie ihre Arbeit verbessern könne: „Es ist dies die typische Haltung des Sportfernsehens gegenüber seinen Zuschauern. Sie werden als Kinder behandelt. Man tut so, als wäre die Spannung gar nicht mehr auszuhalten, auch wenn gar niemand mehr gespannt ist. Man verzichtet auf Analysen, Hintergrund, Kommentar, nur um eine ganz lächerliche Imitation von Aktualität zu bieten. ‚Hoho, vielleicht wird Schalke ja noch Meister, es ist noch möglich‘, sagt das Kasperle – aber die Kinder diskutieren längst, warum es nicht so kam. Mehr als Spannung, so die irrige Vormeinung, hat das Fernsehen nicht, und wenn es keine mehr gibt, wirft man sich in die Arme der Idiotie. Nun kann man sagen: Die ARD-Sportschau hat ein Problem, das alle Medien haben, die über Sport nicht live berichten. Was soll sie denn machen, wenn ihr die entsprechenden Rechte fehlen? Die Antwort ist schlicht: Sie soll den Leuten nichts vormachen und soll, wie jeder Journalist, der nicht aktuell berichten kann, sich überlegen, welche Vorteile in der Nachträglichkeit liegen. Es gibt solche Vorteile: Vorteile des Nachdenkens, der Recherche und der Deutung. Man sollte sie nicht durch ein Kasperletheater der Aktualität, die niemand glaubt, verspielen. Warum sagt man nicht ehrlich: Stuttgart wurde Meister, und wir erklären euch jetzt, wie es dazu gekommen ist.“

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