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Bundesliga

Van Bommel in den Ruhestand

Matthias Nedoklan | Mittwoch, 26. Januar 2011 3 Kommentare

Der Kapitän geht von Bord – Mark van Bommel verlässt den FC Bayern München in Richtung Milan. Die Presse unkt vom Altenheim im Süden und dem isolierten van Gaal

Andreas Burkert (SZ) verabschiedet den Aggressive-Leader des FC Bayern: „Van Bommel hatte halt ein paar wichtige Dinge zu erledigen: den Vertrag beim FC Bayern auflösen. Den Spind leeren. Und sich verabschieden von all denen, die ihn als Menschen schätzen gelernt haben in den vergangenen viereinhalb Jahren. Denn Mark van Bommel, 33, zieht um nach Mailand, er spielt ab sofort für Milan. Er freut sich darauf, aber er geht auch schweren Herzens. Van Bommel ist nun allerdings nicht explizit vor van Gaal geflüchtet, obwohl sich das Verhältnis der Landsleute abgekühlt hat. In diesem Fall sind sich der Trainer und die Klubspitze mal einig gewesen: Van Bommel darf aus sportlichen Gründen gehen.“

Christian Eichler (FAZ) wundert sich über das hohe Tempo beim van Bommel-Wechsel: „Nach einem Anruf aus Italien am Sonntagabend ging alles ganz schnell. Am Dienstag saß van Bommel noch kurz mit dem Bayern-Vorstand zusammen, trat dann vor die Presse, ging für ein paar Abschiedsworte zur Mannschaft – und war noch vor Ende der Mittagszeit auf der Reise zum AC Mailand. Für den könnte er schon an diesem Mittwoch im Pokal bei Sampdoria Genua spielen, statt mit den bisherigen Kollegen bei Alemannia Aachen. So rasch wie nun beim FC Bayern geht nicht mal auf der Gorch Fock ein Kapitän von Bord.“

Van Gaal ist isoliert

Carsten Eberts (Tagesspiegel) sieht Louis van Gaal beschädigt: „So ist der Wechsel des Bayern-Kapitäns nicht nur die wichtigste Fußballnachricht des Tages, sondern auch ein vielsagendes Signal. Manche meinen, van Gaal sei mittlerweile auffallend isoliert. Eine weitere Niederlage könne er sich kaum leisten. Van Gaals Isolation jedoch ist augenscheinlich. Das schwierige Verhältnis zu Präsident Uli Hoeneß ist bekannt; dass die beiden Männer in diesem Leben nicht mehr zusammen zum Angeln fahren, ist kein Geheimnis. Spätestens nach Hoeneß’ jüngstem Interview, in dem er van Gaals Situation mit der von Jürgen Klinsmann verglich. Wie der Abschied van Bommels zeigt, bröckelt offenbar auch das Verhältnis zu den Spielern – und zu Sportdirektor Christian Nerlinger.“

Markus Lotter (Berliner Zeitung) legt die Finger in die Wunden van Bommels: „So kompromisslos, bisweilen unangenehm brutal er sich auf dem Platz auch zeigte, so charmant konnte er im Flirt mit dem Unparteiischen und im Gespräch mit den Presseleuten sein. Witz statt Tücke, Schalk statt Bösewicht – mit einem Duschgang war er wie verwandelt, nutzte die Medien als Medium für seine Botschaft, die da lautete: Hier steht er vor euch, der perfekte Profi. Bloß kritisieren durfte man ihn nicht. Es gab nicht wenige im Umfeld, aber auch nicht wenige im inneren Zirkel der Bayern, die von diesem Nachspiel bald genervt waren.“

Bemerkenswerte Professionalität

Wolfgang Hettfleisch (FR) lobt van Bommels Verhalten: „Der defensive Mittelfeldspieler hat spätestens seit der Verpflichtung des zehn Jahre jüngeren Luiz Gustavo in der Winterpause gewusst, was in München die Stunde geschlagen hat. Und er verhielt sich angesichts der Situation durchaus bemerkenswert. Van Bommel plärrte nicht rum, rannte nicht zur Boulevardpresse, nervte nicht seine Mitspieler mit provozierender Lustlosigkeit. Er sondierte die Angebote – und packte seine Sachen. Nur mal als Hinweis angesichts der spätpubertären Anwandlungen von Ruud van Nistelrooy und des unmöglichen Verhaltens von Demba Ba: Man nennt das Professionalität.“

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Kommentare

3 Kommentare zu “Van Bommel in den Ruhestand”

  1. lateral
    Mittwoch, 26. Januar 2011 um 12:32

    Wo ist denn das in der Anmoderation angekuendigte Unken vom Altersheim im Sueden? Vielleicht ist es nur mein ganz subjektives Gefuehl – weil ich auch keine konkreten Beispiele im Kopf habe – aber ich glaube die irrefuehrenden Ueberschriften und Anmoderationen haeufen sich beim idf leider in den letzten Monaten.

  2. Marvin Nash
    Mittwoch, 26. Januar 2011 um 14:57

    Gut, dass Dus schreibst. Ist mir nicht aufgefallen. Aber das war auch einer der Gründe, den Text zu lesen (auch wenn ich fast alle hier lese 😉 ).

  3. hilti
    Donnerstag, 27. Januar 2011 um 02:47

    Die verlinkten Texte und insbesondere die Überschriften habt ihr euch aber schon angeschaut?

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