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Europa League

Hannover begeistert, Schalke blamiert

Matthias Nedoklan | Freitag, 19. August 2011 5 Kommentare

Dank Jan Schlaudraff träumt ganz Hannover weiter von Europapokal-Nächte. Für Schalke wurde der Schlaf eher zur Tortur

Christian Otto (Tagesspiegel) wundert sich über Hannover 96: „Fußball am Abend und unter Flutlicht: Was in Hannover fast zwei Jahrzehnte lang absoluten Seltenheitswert besaß, soll offenbar zur Normalität werden. Das Überraschungsteam von Hannover 96 nutzte die Gunst der Stunde in der Europa League. Als ob es eine Selbstverständlichkeit wäre, sich donnerstags zu später Stunde mit internationalen Spitzenklubs zu duellieren, trumpfte die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka frech auf.“

Frank Heike (FAZ) freut sich aufs Rückspiel: „Ein gutes Spiel hat Hannover 96 schon einmal gezeigt. Dass sich Hannover vor Sevilla nicht verstecken muss, hatte Trainer Mirko Slomka schon vor dem Spiel gesagt. Die Partie gab ihm Recht. Der Sieg gegen den Vorjahres-Fünften der Primera Division dürfte auf jeden Fall Selbstvertrauen für das Rückspiel am kommenden Donnerstag geben und nährt die Hoffnung, dass Hannover im zweiten europäischen Wettbewerb bleibt.“

Jörg Strohschein (Tagesspiegel) ist nach der Pleite des FC Schalke 04 fassungslos: „Diese Partie kam einer Blamage für die Schalker gleich: Nicht allein weil sie verloren ging. Es war die Einfalls- und Ideenlosigkeit aller Spieler, die für Beunruhigung bei den Verantwortlichen sorgen dürfte. Gegen diesen zwar kämpferischen aber eher biederen Gegner schafften es die Schalker nicht, ihre technische Überlegenheit in einen Vorteil zu verwandeln.“

Kommentare

5 Kommentare zu “Hannover begeistert, Schalke blamiert”

  1. augelibero
    Freitag, 19. August 2011 um 13:15

    Wo steht die Bundesliga international?
    Der Aufschwung der jungen Systemteams (Mainz, Dortmund, etc.) in der Bundesliga im vergangenen Jahr war erfreulich. Die Erfolge dieser Mannschaften resultierten aus den Umbruch nach der WM und der Schwäche der Großen.

    International muss man in diesem Jahr dafür die Zeche zahlen: Mainz ist schon weg, Schalke (von der Star-Truppe zum Kindergarten in kurzer Zeit, dank Rangnick nun auch „systemisch“ zum Selbstzweck) ist mehr als angezählt und Hannover krasser Außenseiter in Sevilla. Leverkusen und Dortmund werden in der CL ncht weit kommen und für Bayern ist nur das Viertelfinale realistisch.

    Mehr ist nicht drin. Da darf man sich nichts vorlügen. Die junge Generation braucht noch Jahre, um international zu reifen.

    Ist nun alles schlecht?
    Nein. Gut dass sich der Bundesliga-Fußball im endlich runderneuert hat. Ich konnte jahrelang nicht verstehen, warum in der Premiere League so schnell und in der Bundsliga so langsam gespielt wird. Vermutlich ist das auch der jungen Trainer-Generation aufgefallen. Gut so! Also: Kurs halten.

    Internationale Erfolge gibt es damit aber erst einmal nicht. Vielleicht in zwei oder drei Jahren. Wenn unsere Teams den Ball besser laufen lassen und die einzelnen Spieler ihn mit weniger Kontakten spielen und beherrschen lernen. Und wenn die Generation der Klassensprecher (Herr Lahm) nicht nur in Intrigen und Interviews, sondern auf dem Platz (bitte nicht nur im Vorrunden- oder Quali-Spiel, sondern im Finale) ihre Leader-Rolle ausfüllt.

    Um mit Champions wie Kahn, Sammer und Effenberg auf Augenhöhe diskutieren zu DÜRFEN, MÜSSEN Schweini und Klassensprecher Lahm ihre Mannschaft zum CL-Sieg oder dem EM-und WM-Titel führen. Bis dahin, bitte: einfach Maul halten, Kritik annehmen, besser werden.

    PS: Vielleicht weiß das jemand in diesem Forum: Wieso kommt Ralf Rangnick trotz seiner des desaströsen Bilanz „auf Schalke“ (seltsame Personalpoltik, dilettantische Spielweise und katastrophale Ergebnisse) eigentlich nicht in die Kritik?

  2. Winti
    Freitag, 19. August 2011 um 14:20

    Hallo Auge, Danke erstmal für Deine lesenswerte Kommentare.
    Wahrscheinlich deshalb, weil S04 nach den von Magath verursachten Turbulenzen erst einmal Ruhe braucht. Und die Fanseele zehrt im Moment noch vom 1:0 Sieg über den amtierenden Meister im Super Cup.
    Doch die Ruhe wird nicht mehr lange anhalten. Sollte es nicht gelingen, die Finnen im Rückspiel mit drei Toren Unterschied zu schlagen, hat Rangnick ein Problem…

  3. mustard
    Freitag, 19. August 2011 um 14:31

    Warum sollte denn Rangnick nach so kurzer Zeit denn schon in die Kritik kommen? Man muss ja nicht jeder Neigung des Boulevard nachgehen – wozu das fuehrt kann man ja z.B. in Koeln sehen.

    Und ich hoffe mal kein junger Spieler nimmt sich Gestalten wie Kahn, Sammer oder Effenberg zum Vorbild. Gegner wuergen, poebeln, treten und intrigieren mitsammt divenhaften Benehmen helfen nicht wirklich beim fuehren einer Mannschaft wuerde ich meinen. Genau so wie Titel.

  4. Manfred
    Freitag, 19. August 2011 um 17:41

    Sorry, augelibero, aber das, was du da am Ende vor dem P.S. schreibst, solltest du auch mal beherzigen.
    Wahrsagerei überlaß einfach mal der BLÖD und ähnlich gepolten Konsorten, Rangnick braucht Zeit, wie sie auch Solbakken in Köln oder Hyballa in Aachen brauchen und was an seiner Bilanz auf Schalke so desaströs ist, weißt wohl auch nur du alleine.
    Ja: und dem, was mustard da sagt, stimme ich vorbehaltlos zu.

  5. Ach du Scheiße, der Armin Veh
    Freitag, 19. August 2011 um 22:38

    Ich sehe bei Rangnick seine alten Mechanismen wieder hervorkriechen: Er ist fachlich ein überragender Trainer, hat aber keine Geduld und keine Streßverträglichkeit. Er will die Mannschaft immer viel zu schnell und ohne Feingefühl umbauen – siehe nun die unrühmliche Raul-Geschichte.

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