indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

EM 2012

Deutschland gegen Österreich – Es fehlt nur noch ein Punkt

Kai Butterweck | Freitag, 2. September 2011 8 Kommentare

Der deutschen Nationalmannschaft reicht im Spiel gegen Österreich  bereits ein Unentschieden um sich vorzeitig die Tickets für die EM 2012 zu sichern. Die Presse zeigt sich optimistisch

Jan Christian Müller (Berliner Zeitung) beschäftigt sich mit den Zukunfts-Visionen von Joachim Löw: „Wenn Selbstvertrauen tatsächlich eine breite Brust wachsen ließe, würde Löw nicht mehr durch ein Scheunentor passen. Österreich ist nach Brasilien nur ein weiterer Sparringspartner auf dem Weg zum großen Ziel, dem Titelgewinn bei der EM im kommenden Sommer. Bis dahin will der Tüftler die bereits sehr gute deutsche Spielweise zur Hochkultur gedeihen lassen.  Er will vor allem, dass im Mittelfeld noch variabler gespielt wird, dass Positionen weniger fest zementiert wirken und der Ball in irrwitzigen Spitzengeschwindigkeiten flach gepasst wird. Löws Vorgaben führen dazu, dass das deutsche Spiel noch einen Tick offensiver gestaltet werden dürfte, mit nur noch einem rein defensiv arbeitenden Mittelfeldspieler, derzeit ist das Bastian Schweinsteiger.“

Nur wenige Länder verfügen über eine derart große Auswahl an guten Torhütern wie Deutschland. Stefan Hermanns (Tagesspiegel) lehnt sich entspannt zurück: „Manuel Neuer, Rene Adler und Michael Rensing sind etwa zur gleichen Zeit auf der großen Bühne erschienen, alle drei galten als überdurchschnittlich talentiert, weshalb die große Torhüternation Deutschland ihren Fortbestand auf Jahre hin gesichert sah. Daran hat sich bis heute nichts geändert, nur dass die große Torhüternation Deutschland sich im Moment noch ein bisschen größer fühlt, als sie es traditionell schon tut. Maßlos sind solche Empfindungen keineswegs. Selbst Andreas Köpke, hält die Fülle an exquisiten Torhütern für ‚europaweit einzigartig‘. Am vergangenen Wochenende standen in der Bundesliga zehn deutsche Torhüter auf dem Platz, die 25 oder jünger waren. Keine andere Liga könne mit dieser Leistungsdichte mithalten, sagt Köpke. Und kein anderer Nationaltrainer wird in Zukunft so viele Härtefälle moderieren müssen wie Joachim Löw.“

Wie beim FC Bayern

Man werde nichts anbrennen lassen und auch dieses Spiel gewinnen, so der Bundestrainer. Peter Ahrens (Spiegel Online) erkennt ein neues Selbstbewusstsein bei der Nationalelf: „Für die Gäste aus dem Alpenraum mag dies möglicherweise eine zusätzliche Motivation sein. Es zeigt aber auch, wie sehr der bisherige Verlauf der Qualifikation mit sieben Siegen aus sieben Spielen das Selbstverständnis der Nationalelf geprägt hat. Eine Haltung, die man in Deutschland bisher lediglich vom FC Bayern München kannte, irgendwo zwischen Dominanz und Arroganz. Das Mia-san-mia-Gefühl ist beim DFB angekommen. Dass man sich nach erreichter Qualifikation hängen lässt, wie das in der Vergangenheit öfter der Fall war, das soll es nicht mehr geben. Immer weiter, immer weiter. Wie beim FC Bayern.“

Frank Hellmann (taz) befasst sich mit den Österreichern: „Auch der österreichische Fußball hat dank einer intensivierten Nachwuchsarbeit einige Fortschritte gemacht, die sich zwar nicht immer in den Ergebnissen niederschlagen, aber im Juni beim unglücklichen 1:2 im EM-Qualifikationsspiel im Wiener Prater gut zu besichtigen waren. Eine frech-forsche Spielweise ist kein deutsches Privileg.“

André Schürrle hat seine Chancen regelmäßig genutzt

Klaus Bellstedt (stern.de) sieht Podolskis Felle davonschwimmen: „Der Bundestrainer mag nichts weniger, als wenn einer seiner Spieler sein Potenzial nicht richtig ausschöpft. Das hasst der 51-Jährige, und deshalb kritisiert er Podolski auch so scharf. Der letzte Treffer des Routiniers datiert vom 12. Oktober 2010, er traf damals beim 3:0-Sieg in Kasachstan. Danach kam nicht mehr viel. Sein größter Konkurrent auf dem linken Flügel, André Schürrle, hat seine Chancen regelmäßig genutzt. Sechs Länderspiele hat der 21-Jährige jetzt absolviert, viermal wurde er für den Kölner eingewechselt – und traf in drei dieser Spiele. Noch steht Löw zu Podolski. Der Bundtrainer wird ihn gegen Österreich aller Voraussicht nach erneut in die Startelf berufen. Aber sollte der ihn, wie gegen Brasilien, wieder enttäuschen, dürfte der Stammplatz futsch sein.“

Frank Lamers (derwesten.de) schöpft mit dem Bundestrainer aus dem Vollen: „Dem Bundestrainer schwebt für den Fall des Ausfalles seiner etablierten Angreifer eine andere Spielanlage vor, eine Abteilung Attacke, die mit verwirrender Kreativität über die Gegner herfällt, die aus dem Mittelfeld heraus agiert und in breiter Phalanx Torgefahr ausstrahlt. Die Akteure dazu hat er. Er weiß ja schon gar nicht mehr, wohin mit ihnen. Und dass er es nicht weiß, das freut Joachim Löw natürlich, das muss ihn natürlich freuen. Die Qualität stimmt in jedem Mannschaftsteil. Und das doppelt, dreifach, vierfach abgesichert. Österreich ist also lediglich eine kleine Hürde auf dem Weg zu Größerem, zu einem Titel. Ein Sieg soll her, um die Qualifikation für die EM vorzeitig garantiert zu bekommen. Wichtiger aber ist: Dieses sichtbare homogene Wachstum der Nationalelf.“

Kroos  ist offensiv die bessere Alternative als Khedira

Stefan Rommel (spox.com) würdigt die Entwicklung von Toni Kroos: „Dem Madrilenen ist in Person von Toni Kroos bereits große Konkurrenz erwachsen. Auffällig oft fand Löw in den letzten Tagen lobende Worte für den Bayern. Kroos  ist offensiv die bessere Alternative als Khedira. Der wird von Real-Trainer Jose Mourinho vor allen Dingen in den engen Spielen als reiner Abräumer missbraucht, Khediras ehemals beeindruckende Torgefahr ist in Madrids Spiel kaum ein Faktor. Dazu kann Kroos wirklich jede Position im Mittelfeld bekleiden, im Verein wechselt er sich vornehmlich mit Thomas Müller rechts in der Offensive oder in der Zentrale ab, zu seiner Zeit bei Bayer Leverkusen war er als linker offensiver Mittelfeldspieler einer der gefährlichsten der gesamten Liga.“

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Kommentare

8 Kommentare zu “Deutschland gegen Österreich – Es fehlt nur noch ein Punkt”

  1. Ach du Scheiße, der Armin Veh
    Freitag, 2. September 2011 um 10:23

    Endlich wieder Peter Ahrens auf Spiegel.online mit seinen unerträglichen Binsenweisheiten!
    Ich dachte schon, Ihr hätte Abstand von seinen Texten genommen, nachdem ich ihn einige Tag nicht mehr hier las.

  2. mustard
    Freitag, 2. September 2011 um 10:56

    @Veh-Freund: Was hast Du an dem Ahrens-Text auszusetzen?

  3. Tim
    Freitag, 2. September 2011 um 14:40

    @mustard: 1.) Weil Ahrens ein Phrasendrescher ohne Tiefgang ist. 2.) Weil das hier eine „Presseschau für den kritischen (=anspruchsvollen) Fußballfreund“ ist. Da hat dann ein Ahrens wirklich nichts verloren. Sonst würde die SPOX-Presseschau genügen.

  4. Ach du Scheiße, der Armin Veh
    Freitag, 2. September 2011 um 14:51

    Danke, Tim. Weitere Worte kann mir dann ja sparen.

  5. Joern
    Montag, 5. September 2011 um 10:45

    Ich bin auch kein großer Liebhaber der Artikel von Peter Ahrens. Aber welche Phrasen und Binsenweisheiten der anderen Artikel lassen denn das Herz eines „anspruchsvollen“ Fußballfreundes höher schlagen: Dass Löw ein Taktik-Tüftler ist? Dass Deutschland eine Torhüternation ist? Dass Podolskis Felle davonschwimmen? Dass die Qualtät in jedem Mannschaftsteil stimmt? Dass Kroos offensiv die bessere Alternative als Khedira ist?
    Anscheinend fühlen sich hier manche schon fast persönlich beleidigt, wenn sie einen Ahrens-Text lesen müssen. Müssen sie übrigens nicht.

  6. HUKL
    Montag, 5. September 2011 um 21:53

    Nach dem grandiosen Sieg gegen eine Fußballweltmacht geht die Aufregung schon wieder zurück:
    Es waren ein paar Wochen, die das Fußballvolk bewegten, doch diesmal ohne Ball. Schuld war ein leitender Angestellter als Diener zweier Arbeitgeber, der als aktueller Fußballer zwischenzeitlich als Marionette von seinem persönlichen Berater und seinem Vereins-
    präsidenten als Hauptperson ausgewählt wurde, eine bekannteZeitung, die exclusiv im Vorfeld durch möglichst negative Aussagen über frühere Trainer die spätere Interessengruppe aufschrecken und zum Kauf anregen sollte, ein Journalist, der die Beichte der Marionette in schöne Sätze und Buchform formt und ein heimischer, mittelgroßer Verlag, der dieses groß angekündigte Werk der besonderen Literatur mit vermeintlichen Heimlichkeiten der Öffentlichkeit präsentiert, um kurz danach bereits das Klingeln in der Kasse zu hören.
    So ist es eben, wenn man wie Herr Hoeneß zum Wendehals wird.
    Noch vor zwei Jahren zitierte der Bayern-Präsident seinen kleinen Ph. Lahm unter großer Medienbegleitung in die Münchener Geschäftsstelle, weil dieser sich in einem Interview, das in einer süddeutschen Zeitung abgedruckt wurde, nicht mit dem Spielsystem des damaligen Trainers van Gaal einverstanden erklärte. Dem Aufmüpfigen wurden 50.000 € Strafe auferlegt, weil er zuerst mit seinem Präsidium darüber hätte sprechen sollen.
    Hoeneß, der es bei negativen Ereignissen seines Clubs häufig vorzieht, sich zuerst vor den Kameras eine Privatsenders auszubreiten, beschimpfte damals auch Lahms Berater Grill, selbst ehemaliger Bayern-Amateur heftig, warf ihm dabei vor, sich mit dem vielbeachteten Artikel seines Zöglings nur profilieren zu wollen. Nun sieht die Sache aber wieder völlig anders aus. Der Präsident beförderte Lahm zum Kapitän der Bayern und dieser behielt die Binde auch gleich bei der Nationalmannschaft, da Ballack vor der WM kränkelte.
    Seine jetzigen Vorwürfe gegen seine Ex-Trainer,
    zwei davon bei den Münchenern, ließen Grill und Hoeneß wieder zu Freunden werden, weil Letzterer Klinsmann und van Gaal bereits vom Hof schmiss und dadurch die Richtigkeit seiner Handlungen im Nachhinein sich bestätigt schien. Mittlerweile hat scheinbar Lahm sein Buch am vergangenen Montag selbst das Erste Mal lesen können und wird dabei gemerkt haben, dass seine angekündigten Worte des Verrates eigentlich in „sanfte“ Sätze eingebettet waren, die jeder normale Fußballfreund vom wöchentlichen Alltag bereits längst kannte.
    Die hitzigen Reaktionen nach der Zeitungsattacke im Vorfeld überraschte selbst den Autoren und bewegten ihn, sich bei allen Trainern zu entschuldigen, die bei der Ausübung seiner täglichen Arbeit eines Fußballprofis manchmal eine andere Meinung hatten.

    Eine schöne Geste wäre allerdings gewesen, wenn sich der neue Buchautor bei den ca. 5.000 Fans, die in der frühen Morgenstunde vergeblich auf die Nationalspieler im Frankfurter Flughafen nach der Landung von der letzten WM warteten, entschuldigt hätte, weil diese heimlich und unerkannt durch die Hinterausgänge flüchteteten, um möglichst keinen Kontakt mehr mit den treuen Anhängern zu haben!!!

    Schon jetzt sollten sich die aktuellen Trainer Heynckes und Löw warm anziehen, wenn der kleine Fußballzwerg, der kaum über den Kopf seines ihm zugeordneten Ballkindes schauen kann und für Außenstehende – wie zuletzt bei dem Oesterreich-Spiel mit der Nr. 16 auf dem Rücken – eher wie ein tatsächlich ausgeliehener U-16 Spieler wirkte, sein zweites Buch vorstellen wird……

  7. qualitätsbeiträge ausnahmsweise
    Dienstag, 6. September 2011 um 01:14

    hihi.. lauter Interlektuelle hier unterwegs!!!

    Bibibib…der Autor darf nicht, weil mööööööööp

    Aber ich find den näääääääääp, und du niiiiiiiiiik!

    Und auadem, dea Philipp hat määäääääääääääääääähhhhh!

    Gott, was ist das für eine Scheisskommentarspalte hier geworden.

  8. HOrst
    Dienstag, 6. September 2011 um 03:00

    Maul halten jetzt.
    Und zwar alle.

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