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Bundesliga

Befreiung auf Knopfdruck

Kai Butterweck | Montag, 29. Oktober 2012 Kommentare deaktiviert für Befreiung auf Knopfdruck

Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie fährt der  VfL Wolfsburg unter Neu-Coach Lorenz-Günther Köstner den erster Dreier ein. Außerdem: Ernüchterung in Düsseldorf, Jubel in Leverkusen und Tristesse in Hoffenheim

Kaum ist Felix Magath Geschichte, greift beim VfL Wolfsburg wieder ein Rädchen ins andere. Christof Kneer (SZ) weiß, warum: „Vielleicht wird sich Felix Magath inzwischen fragen, warum er nicht selbst auf diese Idee gekommen ist. Es ist keine naheliegende Idee, zugegeben, man muss schon etwas um die Ecken, um auf diesen Gedanken zu kommen, aber Lorenz-Günther Köstner hat dafür nur 48 Stunden gebraucht. In dieser kurzen Zeit ist ihm eingefallen, wie man am besten eine Aufstellung macht. Er hat beschlossen, die besten elf Spieler aufzustellen; und er hat diese elf auf Positionen gestellt, die sie in ihrem Leben schon mal gespielt haben. Felix Magath war Meister und Pokalsieger, aber diesen Trick hat er offenbar noch nicht gekannt.“

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Michael Horeni (FAZ) macht sich stark für den neuen Mann auf der Wolfsburger Trainerbank: „Eigentlich gilt Köstner als ein Trainer auf Zeit, aber womöglich könnte er nun genau der richtige Mann sein, um etwas Ruhe in einen arg durchgeschüttelten Klub zu bringen. Auch die Manager von Volkswagen, die sich so gerne mit dem Meistertitel schmückten, und sich wünschen, der Glanz des Fußballs möge auch auf Wolfsburg abstrahlen, stehen vor Trümmern. Schon der Wechsel nach Magaths erstem Abschied ging ihnen schief – und die sündhaft teure Rückrufaktion des Alleinherrschers noch weit gründlicher. Nachdem das System Magath in Wolfsburg gegen die Wand gefahren ist, wird sich zeigen, ob Volkswagen außer Autos auch eine Fußballelf zusammen bauen kann. Kleiner Tipp: Man hat es da mit Menschen zu tun, nicht mit Maschinen.“

Ist Köstner mit 60 jung genug, um Diego bei Laune zu halten?

Oskar Beck (Welt Online) verschafft dem Wolfsburger Interimscoach Luft bis zur Winterpause: „Dieser Sieg hat geschmeckt. Befördern sie jetzt den Aushilfskellner gleich zum Küchenchef, wie es Diego gern hätte? Oder nutzen die VW-Bosse die Zeit, die ihnen Köstners Blitzstart verschafft – um in aller Ruhe die wichtigste Frage zu klären: Ist er mit 60 jung genug, um Diego auch über die erste Woche hinaus bei Laune zu halten – und kommt der Brasilianer aus der heimatlichen Wärme des Weihnachtsurlaubs wirklich zurück? Die Wolfsburger werden also jetzt vermutlich nichts überstürzen mit Guus Hiddink oder Bert van Marwijk, sondern warten bis zur Winterpause – endlich haben sie mal Zeit, die Trainerfrage empirisch zu klären, mit dem vollen Programm, notfalls inklusive.“

Man sollte schleunigst umdenken

Bei den Düsseldorfern macht sich hingegen nach der zweiten Heimschlappe in Folge Ernüchterung breit: „Michael Ryberg (derwesten.de) rüttelt die letzten Träumer wach: „Neun Gegentreffer vor heimischer Kulisse binnen einer Woche klingt nicht nur hart. Wenn nach dem günstigen, ehrlicherweise auch etwas glücklichen Start in die Bundesliga tatsächlich jemand geglaubt hatte, die Fortuna segelt fröhlich im Konzert der Oberhaus-Etablierten mit, der sollte schleunigst umdenken. Spätestens jetzt wird es darauf ankommen, die von Cheftrainer Meier so gern zitierte „Stress-Resistenz“ auch zu zeigen.“

Die Verfolger können das Fernglas bei Seite legen

Bayer Leverkusen erweist sich als erster Stolperstein für den vermeintlich unschlagbaren FC Bayern. Klaus Bellstedt (stern.de) macht der Konkurrenz Mut: „In der Tabelle liegen die Bayern natürlich immer noch mit einem komfortablen Vorsprung von vier Punkten in Führung. Mal so ausgedrückt: Die Verfolger, vor allem die Schalker, können das Fernglas aber jetzt bei Seite legen. Die Münchner sind wieder in Sichtweite. Und wer weiß, wenn der HSV am nächsten Spieltag ähnlich diszipliniert auftritt, wie Leverkusen in der Allianz-Arena, wird es vielleicht doch wieder schneller spannender, als alle dachten.“

Martin Beils (RP Online) freut sich für die „ergraute“ Werks-Elf: „Der Liga als ganzer tut diese Niederlage gut – und den Leverkusenern selbst natürlich auch. Sie galten zuletzt schon als Langweiler. Denn Sascha Lewandowski und sein Spannmann Sami Hyypiä klopfen keine Sprüche. Und anders als in den vergangenen beiden Spielzeiten, als Michael Ballack regelmäßig für Schlagzeilen sorgte, gibt es derzeit keinen Akteur, der bundesweit Aufmerksamkeit auf sich zieht.“

Schon früh in der Saison tun sich Gräben auf

Die TSG Hoffenheim geht auch in Mainz unter. Tobias Schächter (taz) vermisst die Frische im Team von Markus Babbel: „Trotz der längsten und „härtesten Vorbereitung aller Zeiten“(Mittelfeldmann Salihovic) spielt die Mannschaft kraftlos. Schon früh in der Saison tun sich Gräben auf: Mittelfeldspieler Tobias Weis ist auf unbestimmte Zeit suspendiert, der frustrierte Ersatzspieler Sven Schipplock ohrfeigt Kollege Ochs im Training, und die Transferpolitik von Chris zu Derdiyok und Delpierre über Ochs bis Wiese entpuppt sich bislang als ein kollektiver Fehlgriff.“

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