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Bundesliga

Abstiegskampf – Wer folgt den Fürthern ins Unterhaus?

Kai Butterweck | Montag, 29. April 2013 Kommentare deaktiviert für Abstiegskampf – Wer folgt den Fürthern ins Unterhaus?

Drei Spieltage vor Saisonende kämpfen vier Mannschaften um den Klassenerhalt. Außerdem: müde Beine in Stuttgart und Reservebänke deluxe

Nach der Niederlage gegen Leverkusen liegen die Bremer nur noch zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Bei Daniel Theweleit (FR) läuten alle Alarmglocken: „Die Situation ist hochgefährlich, denn Augsburg und Hoffenheim befinden sich in einer Dynamik des Aufschwungs, während sich die Bremer Situation trotz der singenden Fans ziemlich trostlos anfühlt. Es fehlen Schwung und Freude, die Schwere, die auf dem Team lastet war allgegenwärtig in Leverkusen.“

Er hat noch dieselbe Handynummer

Frank Hellmann (taz) setzt sich mit Tränen in den Augen zu Thomas Schaaf auf die Trainerbank: „Am Saisonende – wenn diese Spielzeit irgendwie glimpflich ausgeht – dürfte ihm ein Rücktritt nahegelegt werden. Vorher einen schassen, der seit dem elften Lebensjahr voller Überzeugung für die grün-weiße Sache eintrat, will eigentlich niemand. Und doch verlangen auch intern viele nach einer Veränderung, für die dieser Mann nicht mehr steht. Er bewohnt mit Ehefrau Astrid noch denselben Bungalow in Brinkum, er hat noch dieselbe Handynummer. Enge Freunde wie der Nachbar und Jugendtrainer Bernd Pfeifer und Hobbys wie das Radfahren – all das gibt es bei Schaaf noch immer. Auch den Schnauzbart. Nur das verschmitzte Lächeln hat man länger nicht mehr gesehen.“

Tim Schulze (stern.de) lobt die Bremer Verantwortlichen auf der Ehrentribüne: „Die Clubführung leidet weder an Realitätsverlust noch an falscher Nibelungentreue zum Trainer. Eichin hat völlig recht, wenn er zumindest bis zum Saisonende an Schaaf festhält. Es sind noch drei Spiele zu absolvieren, am nächsten Samstag kommt der direkte Konkurrent Hoffenheim ins Weserstadion, der noch fünf Punkte Rückstand auf die Grün-Weißen hat – ein echtes Endspiel für beide Teams. Mit einem Sieg kann sich Werder vom größten Druck befreien, ohne endgültig gerettet zu sein. Da ist der Zusammenhalt gefragt, den die Werder-Fans auf beeindruckende Weise demonstriert haben und kein hektischer Aktionismus. Denn dieser Sieg ist derzeit das Einzige, derzeit zählt.“

Am Ende fehlt schlichtweg die Zeit

Auch in Düsseldorf geht die Angst um. Bernd Jolitz (RP Online)dreht am Zeiger: „Tatsächlich kann man fast schon eine Schablone anlegen, die man dann ziemlich passgenau auf die Düsseldorfer Partien platzieren kann. Durch fehlende Konzentration, dumme individuelle Fehler oder zu großen Respekt gerät Fortuna immer wieder in Rückstand, zeigt dann anschließend ihre in der Tat großartige Moral und reißt damit die eigenen Fans mit – steht aber am Ende mit leeren Händen da, weil schlichtweg die Zeit fehlt.“

Keine Einstellung, kein Wille, keine Leidenschaft

Beim VfB Stuttgart sorgt der Einzug ins DFB-Pokalfinale für schwere Beine. Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung) fordert mehr Engagement: „Manager Bobic weiß, dass es am Rasen nicht alleine lag, dass der VfB  beim Abstiegskandidaten FC Augsburg verloren hat. Schwerwiegender war, dass seinem Team die Einstellung, der Wille und die Leidenschaft fehlten – ganz im Gegensatz zum Kontrahenten. Und so lieferte das Spiel einen klassisches Beispiel dafür, was passieren kann, wenn die eine Mannschaft mit Haut und Haaren ums Überleben kämpft und die andere ihr Saisonziel schon vorzeitig erreicht hat. Dann hilft häufig auch die größere fußballerische Begabung nicht weiter.“

Beides, Triumph in Europa und Spannung in der Liga, kann man nicht haben

Ganz oben in der Tabelle greift ein Rad ins andere. Peter Penders (FAZ) rollt der Reserve der Liga-Speerspitzen den roten Teppich aus: „Ähnlich wie in Spanien ist auch in Deutschland die Ersatzbank der großen Klubs längst besser besetzt als die Startaufstellung vieler Gegner. Die Zeiten, als sich die Bayern nach Auftritten in der Champions League beim Alltag in der Bundesliga in der Provinz schwer taten, sind vorbei, und auch Dortmund gewinnt einfach weiter, egal mit welchem Team. Der Aufschwung der Vorzeigevereine in der Champions League geht einher mit einem vorhersehbareren Spielbetrieb in der Bundesliga, das ist keine gewagte Prognose. Beides, Triumph in Europa und Spannung in der Liga, kann man nicht haben.“

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