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Bundesliga

Stuttgart macht’s wie Dortmund

Kai Butterweck | Montag, 16. März 2015 1 Kommentar

Trotz sportlicher Krise hielten die BVB-Verantwortlichen an Jürgen Klopp fest. Das Ergebnis: Die Dortmunder orientieren sich in der Tabelle wieder nach oben. In Stuttgart will man nun einen ähnlichen Weg einschlagen. Oder doch nicht? Die Presse grübelt

Nach der herben Klatsche gegen Leverkusen rechnen viele Fans und Experten mit der Entlassung von VfB-Chefcoach Huub Stevens. Sportvorstand Robin Dutt hält jedoch unbeirrt an dem Niederländer fest. Holger Luhmann (sport1.de) weiß warum:  „Stevens‘ zweite Amtszeit in Stuttgart endet ja auf jeden Fall spätestens nach der Saison. Seinen Nachfolger – mit großer Wahrscheinlichkeit Alexander Zorniger – noch in dieser Spielzeit zu installieren birgt die Gefahr, ihn direkt zu verschleißen. Bei diesem Spagat müssen sich die Entscheidungsträger aber fragen, ob sie alles Erdenkliche für den Klassenerhalt tun. Den Abstieg zu verhindern, hat oberste Priorität. Und nicht irgendwelche personelle Zukunftsüberlegungen. Sonst trägt Sportvorstand Robin Dutt mit seinem Zaudern eine Mitschuld.“

Niemand scheint einen Ausweg zu kennen

Daniel Theweleit (Spiegel Online) sucht die Schuldigen der VfB-Misere eher auf statt neben dem Rasen: „Die Lage beim VfB ist desolat, niemand scheint einen Ausweg zu kennen. Es darf trotzdem die Frage gestellt werden, ob das Projekt des Huub Stevens wirklich gescheitert ist. Genau wie am 13. Spieltag, als er Armin Veh beerbte, ist Stuttgart Tabellenletzter. Die Mannschaft wirkt kaum verbessert, und ihr Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz ist sogar größer geworden. Aber die Tatsache, dass dieses Team nun mit wechselnden Trainern im dritten Jahr nacheinander gegen den Abstieg spielt, spricht neben einer gewissen Machtlosigkeit der Trainer auch für fehlende Qualität im Kader.“

Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung) macht sich große Sorgen: „So lange rechnerisch alles möglich ist, so lautet die übliche Parole, so lange gibt es keinen Grund aufzugeben. Und so lebt beim VfB die Hoffnung auf den Klassenverbleib, auch wenn im Augenblick nur sehr wenig auf eine wundersame Rettung hindeutet: Die Mannschaft spielt die schlechteste Saison der Stuttgarter Bundesligageschichte, sie hat seit neun Spielen nicht mehr gewonnen und liegt seit sechs Spielen auf dem letzten Tabellenplatz. Sie klammern sich beim VfB im Wesentlichen an drei Dinge: an die Schwäche der Konkurrenz, die ebenfalls nicht in der Lage ist, ein Spiel zu gewinnen; an die dreißig guten Auftaktminuten im Spiel gegen Leverkusen, und schließlich an die Erfahrung des Trainers, der trotz einer niederschmetternden Bilanz von nur zwei Siegen aus 13 Spielen auch weiterhin im Amt bleibt.“

Am besten mit Anstand

Im Berliner Olympiastadion schmorrt Schalke-Star Kevin-Prince Boateng knapp 80 Minuten auf der Bank. Peter Müller (derwesten.de) verpackt bereits Abschiedsgeschenke: „In Berlin, wo der für rund zehn Millionen Euro vom AC Mailand gekommene gebürtige Berliner erst ab der 79. Minute mitwirken durfte, ist Boateng deutlich aufgezeigt worden, dass Schalke nicht mehr auf ihn setzt. Wahrscheinlich wird hier gerade ein Abschied vorbereitet. Boatengs bestens dotierter Vertrag läuft zwar noch über diese Saison hinaus, aber was heißt das schon. Wenn es für beide Seiten besser ist, und danach sieht es momentan aus, dann sollte man sich trennen. Am besten mit Anstand.“

Die Brust ist breit

Der VfL Wolfsburg eilt weiter von Sieg zu Sieg. Peter Müller (dw.de) ist allerdings nicht nur vom Auftreten der Akteure auf dem Rasen begeistert: „Das Selbstverständnis, jede Partie gewinnen zu können wird von der Führungsetage vorgelebt und auf dem Platz entsprechend umgesetzt. Die Brust ist breit bei Kevin de Bruyne, Bas Dost und Co. – und zwar egal wie der Gegner heißt. Klar, die Wolfsburger haben mehr Geld als andere Klubs und nutzen diesen finanziellen Vorteil auch gerne aus. In der Winterpause kauften sie Weltmeister André Schürrle, im letzten Jahr gewannen sie den Kampf um De Bruyne gegen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Ohne das entsprechende Kleingeld wären die Transfers sicher nicht möglich gewesen. Vielleicht hat aber auch die Vereinsphilospohie den Ausschlag gegeben. Denn diese ist bei den Wolfsburgern mehr als bei anderen Bundesligisten auf Erfolg ausgerichtet – und das wird auch öffentlich kommuniziert.“

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Kommentare

1 Kommentar zu “Stuttgart macht’s wie Dortmund”

  1. Pumukel
    Montag, 16. März 2015 um 17:46

    Ich sehe Stuttgart zusammen mit Paderborn demnächst in Liga 2.

    Der Dutt war Sportdirektor beim DFB, nun taumelt er gen 2. Liga. Der konnte in meinen Augen nicht genug bekommen.

    Und Stuttgart steht, so denke ich, da unten, weil ähnlich wie beim HSV die Führungsleute und Granden im Team über dem Zenit sind.

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