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Bundesliga

Königsblauer Frust

Kai Butterweck | Donnerstag, 27. September 2018 2 Kommentare

Nach fünf Spieltagen grüßt der FC Schalke 04 vom Bundesliga-Tabellenende. Erwartungsgemäß stellt sich die Frage: Ist Domenico Tedesco noch der richtige Trainer?

Nach der Schlappe gegen den SC Freiburg steht der FC Schalke 04 mit dem Rücken zur Wand. Oliver Müller (Welt) stellt sich vor den Coach: „Die Versuchung, nun alles infrage zu stellen, mag vorhanden sein, aber es wäre fatal, ihr nachzugeben. Denn die Spieler glauben unverändert an ihren Trainer. Obwohl die Ergebnisse derzeit nicht stimmen, sind sie davon überzeugt, dass Tedesco sie weiterentwickeln und aus der Krise führen wird. So lange dies so ist, ist er auch der richtige Trainer für Schalke 04.“

Rang zehn kann ein echter Erfolg sein

Auch Stefan Klüttermann (RP Online) nimmt Domenico Tedesco aus der Schusslinie: „Wenn Sportvorstand Christian Heidel im Vorjahr von der Arbeit Tedescos so überzeugt war, dass er ihm in so jungen Jahren das Bundesliga-Schwergewicht Schalke 04 an die Hand gab, dann sollte er es auch jetzt tun, wo das Team vom Tabellenende grüßt. Wenn Schalke es gelingt, die Überzeugung in Tedesco auch in zähen Tagen wie diesen zu leben, dann kann auch ein Saisonende auf Rang zehn ein echter Erfolg sein. Mit Blick auf die langfristige Zukunft eben. Und die wollen sie Schalke ja nun endlich mal angehen.“

Andreas Ernst (waz.de) bleibt vorerst gelassen: „Die nächsten Gegner in der Bundesliga sind der FSV Mainz 05 und der Aufsteiger Fortuna Düsseldorf – eigentlich keine schwierigen Aufgaben für den Vizemeister. Erst wenn Schalke auch nach diesen Spielen noch auf den ersten Punkt wartet, ist das Wort Abstiegskampf angebracht.“

Tedesco muss jetzt liefern

Daniel Schmitt (FR) weiß, wie es wieder aufwärts geht: „Niemand sollte wegen eines miesen Monats die vergangenen Jahre vergessen. Schalke ist gut beraten, den 33-Jährigen in Ruhe arbeiten zu lassen, sein zweifelsohne großes Trainertalent zu stützen. Einerseits. Andererseits ist auch klar, dass Tedesco liefern muss. Am besten schon am Samstag gegen Mainz, dann in Düsseldorf und dazwischen in der Champions League gegen Lokomotive Moskau. Machbar. Doch was tun in solch einer Krise? Einfach denken, auf Experimente verzichten, hinten dichtmachen, vorne einen reinwürgen, Selbstvertrauen sammeln. Die grundlegenden Formeln des Fußballs – Professor Tedesco sollte sich darauf besinnen.“

Jörg Strohschein (dw.com) kommt mit folgender Kritik um die Ecke: „Das Kernproblem bleiben die spielerische Schlichtheit und die gleichzeitige Einfallslosigkeit vor allem im Aufbau. Das Angriffsspiel ist vor allem deshalb ein einziges Desaster, weil es auf Zufall und den Gewinn der zweiten Bälle angelegt ist. Keine Struktur, kein Hinterlaufen, kein Dribbling bringt die gegnerischen Abwehrreihen in Bewegung, geschweige denn in die Bredouille. Zwei Törchen sind bislang der magere Ertrag. Diese Kritik muss sich der Coach gefallen lassen.“

freistoss des tages

Kommentare

2 Kommentare zu “Königsblauer Frust”

  1. Wolfgang
    Donnerstag, 27. September 2018 um 10:39

    moin,
    nun schlimmer
    kann’s ja , wie eh und je,
    NUR durch die Presse werden .
    Hier wird doch schon der Druck aufgebaut, den die echten Schalke-Fans nicht aufbauen und auch nicht benötigen !!!

    Aber wenn es auf Schalke ruhig ist ,
    DASS passt der Presse ja schon ewig nicht, da muss doch „gebohrt“ werden , oder ?

    Glückauf

  2. van Kuchen
    Montag, 1. Oktober 2018 um 11:51

    Im letzten Jahr, nach 2 Spielen kam die Frage auf, warum der HSV nun so stark sei.
    später fanden sie sich am Tabellenkeller wieder, am Ende stiegen sie ab.
    Jetzt waren nach 3 Spielen Leverkusen, Leipzip und Schalke unten, nach 6 Spielen sieht dies schon wieder anders aus.
    Über das Artensterben, daß uns viel eher betrifft wird weit weniger spekuliert.
    Ich nehme eine bedenkliche Werteverschiebung wahr.

    Ach so: so lange eine Mannschaft unten stand, habe ich diese selten glänzen sehen, dies war auch vor Jahren bei Dortmund nach vielen hervorragenden Saisons nicht anders.

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