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><channel><title>indirekter freistoss &#187; Ante Sapina</title> <atom:link href="http://www.indirekter-freistoss.de/tag/ante-sapina/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.indirekter-freistoss.de</link> <description>Presseschau für den kritischen Fußballfreund</description> <lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 08:37:12 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <item><title>Die Champions League der Wettbetrüger</title><link>http://www.indirekter-freistoss.de/2011/03/22/wettskandal-ante-sapina-bochum/</link> <comments>http://www.indirekter-freistoss.de/2011/03/22/wettskandal-ante-sapina-bochum/#comments</comments> <pubDate>Tue, 22 Mar 2011 10:28:32 +0000</pubDate> <dc:creator>Kai Butterweck</dc:creator> <category><![CDATA[Am Grünen Tisch]]></category> <category><![CDATA[Ante Sapina]]></category> <category><![CDATA[VfL Bochum]]></category> <category><![CDATA[Wettbetrug]]></category> <category><![CDATA[Wettmanipulation]]></category> <category><![CDATA[Wettskandal]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.indirekter-freistoss.de/?p=18936</guid> <description><![CDATA[Die Presse beschäftigt sich mit der Verlesung der Anklageschrift im Prozess um den bislang größten Wettbetrug im europäischen Fußball Marcus Bark (Berliner Zeitung) sucht verzweifelt das Licht am Ende des Tunnels: „Der Rummel ist groß. Die `Champions League` der vermeintlichen Wettbetrüger steht vor Gericht. Mehr als zwei Stunden liest Staatsanwalt Matthias Rohde etwa 50 Seiten [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Presse beschäftigt sich mit der Verlesung der Anklageschrift im Prozess um den bislang größten Wettbetrug im europäischen Fußball</em></p><p><strong> </strong></p><p><em><span
id="more-18936"></span></em><strong>Marcus Bark</strong> (<a
href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2011/0322/sportauf/0050/index.html">Berliner Zeitung</a>) sucht verzweifelt das Licht am Ende des Tunnels: „Der Rummel ist groß. Die `Champions League` der vermeintlichen Wettbetrüger steht vor Gericht. Mehr als zwei Stunden liest Staatsanwalt Matthias Rohde etwa 50 Seiten der insgesamt 287 Seiten starken Anklage vor. Es geht um 47 manipulierte Fußballspiele, von der WM-Qualifikation bis zur Oberliga, von Kanada bis Neustrelitz. Das gewaltige Verfahren läuft seit etwa zwei Jahren, und es wird auch nach diesem Prozess nicht abgeschlossen sein.“</p><div
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href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,751656,00.html">Spiegel Online</a>) fordert Klarheit: „Rein rechtlich ist nämlich &#8211; und das zeigt auch der erste und sich seit Oktober vergangenen Jahres unermüdlich in die Länge ziehende Prozess gegen die vermeintlichen Wettmanipulateure Nürettin G., Tuna A., Stevan R. und Kristian S. &#8211; völlig unklar, wann eine Manipulation tatsächlich eine Manipulation ist. Erfolgt sie bereits dann, wenn einem Spieler etwas für eine bestimmte Spielhandlung versprochen wurde? Oder erst, sobald der Spieler das Geld angenommen hat? Aber wie wird dann die Situation bewertet, wenn der Spieler sich seine Absicht auf dem Spielfeld anders überlegt? Und wer ist eigentlich bei einer Spielmanipulation der Geschädigte?“</p><p><strong>Ulrich Hartmann</strong> (SZ) beschäftigt sich mit dem vermeintlichen Drahtzieher: „Am Montag schüttelte Ante Sapina immer wieder verächtlich den Kopf. Seine Mitschuld am neuen Wettskandal hatte er in polizeilichen Vernehmungen zwar eingeräumt, aber mit Details der Anklageschrift tat sich der Berliner trotzdem schwer. Das die insgesamt sechs Angeklagten sich nach Ansicht des Staatsanwaltes des `Betrugs als Mitglied einer Bande` schuldig gemacht hätten, werden diese – auch mit Blick auf eine moderate Strafe – wohl bestreiten.“</p><p>Mehr auf <a
href="http://www.sueddeutsche.de/sport">sueddeutsche.de/sport</a></p><p>No related posts.</p><p><a
href="http://www.indirekter-freistoss.de/?flattrss_redirect&amp;id=18936&amp;md5=e7e446e440a2ff7392b4d5eff470fbb4" title="Flattr" target="_blank"><img
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isPermaLink="false">http://www.indirekter-freistoss.de/?p=14289</guid> <description><![CDATA[Die Wettmanipulationen betreffen immer mehr Länder, in China kann man offen auf verschobene Partien in den Niederlanden wetten, in Griechenland werden Ermittlungen verschleppt Statt wie bisher angenommen neun sollen nun 17 Länder vom Manipulationsskandal betroffen sein, berichtet der Spiegel. Zudem soll sich dieser nicht mehr allein auf Fußball beschränken, Basketball und Tennis seien ebenfalls im [...]
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id="more-14289"></span></p><p>Statt wie bisher angenommen neun sollen nun 17 Länder vom Manipulationsskandal betroffen sein, berichtet der <a
href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,663968,00.html">Spiegel</a>. Zudem soll sich dieser nicht mehr allein auf Fußball beschränken, Basketball und Tennis seien ebenfalls im Visier der Ermittlungen. Die Verbindungen von Ante Sapina, dem aus der Hoyzer-Affäre bekannten Drahtzieher aus Berlin, reichen bis nach Asien, das einen Brennpunkt der Manipulationen bildet. So habe ein Mittelsmann aus Malaysia Gelder gewaschen und in Hongkong deponiert.</p><p><strong>Premier League ist am schwierigsten</strong></p><p>Häufig wird vermutet, dass der laxe Umgang mit Manipulationen und die mangelnde Strafverfolgung in Asien mitursächlich für den Umfang des Skandals seien. So berichtet das niederländische <a
href="http://www.nrc.nl/international/Features/article2424647.ece/Chinese_bookie_guarantees_all_matches_on_website_are_fixed">NRC Handelsblad</a> in seiner internationalen Ausgabe, dass die Ergebnisse einiger Zweitligaspiele in den Niederlanden vom vergangenen Wochenende bereits im Vorhinein festgestanden hätten. <strong>Oscar Garschagen</strong> hatte in Schanghai Kontakt zu einem Buchmacherbüro, welches gegen eine Aufnahmegebühr von 1.500 Euro Zugang zu Insiderinformationen böte. Alle in jenem Büro angebotenen niederländischen Partien seien bereits mit den jeweiligen Trainern und Teilen der Spieler abgesprochen gewesen. Die Kontaktperson hätte auch Partien aus der ersten niederländischen Liga anbieten können sowie aus Thailand, den Philippinen und Indonesien. &#8222;Je niedriger die Liga, desto leichter ist die Manipulation, am schwierigsten ist es in der englischen Premier League&#8220;, zitiert das NRC Handelsblad. Yang Ming, Mitarbeiter der staatlichen chinesischen Presseagentur Xinhua, nennt die Manipulationen &#8222;ein Geschwür, das den chinesischen Fußball zerstört hat und sich jetzt nach Europa ausbreitet&#8220;.</p><p><strong>Die Jauchegrube der Korruption</strong></p><p><strong>Ni Tao</strong> kommentiert in der englischen Ausgabe des <a
href="http://www.shanghaidaily.com/article/?id=420290&#038;type=Opinion">Shanghai Daily</a> die Gründe für die chinesische Misere beim Kampf gegen Manipulationen: &#8222;Ist der chinesische Fußball so verkommen, dass er eine Schocktherapie benötigt, um den Deckel von der Jauchegrube der Korruption und Verdorbenheit zu bekommen? Es gab schon in der Vergangenheit einige Versuche, Fußballwetten zu säubern, doch war dabei die Unterstützung stets schwach.&#8220; Laut Ni Tao gebe es zwei Hauptgründe, warum manche chinesischen Spieler besonders anfällig für das Verschieben von Partien seien: &#8222;Erstens sind diese meistens bei schlecht bezahlten unterklassigen Teams beschäftigt. Haben sie den Schritt zur Manipulation erst einmal getan, schwindet das Unrechtsbewusstsein zunehmend und die Gier nach weiteren Einnahmen wird immer größer. Zweitens ist das chinesische Fußballsystem ein Teil des Problems. Der chinesische Fußballverband hat bislang nicht viel mehr als Lippenbekenntnisse zustande gebracht im Kampf für das Fairplay.&#8220; Wetten gebe es überall auf der Welt, doch gerade in China produziere es eine beunruhigende Vielzahl an Schlagzeilen. Ti Nao rät den Verantwortlichen in China, endlich ihre unwirksamen Strategien zu ändern und sich dem mühseligen Abnutzungskampf gegen die Manipulationen zu stellen.</p><p><strong>Man bleibt lieber unter sich</strong></p><p>Aus neun am Skandal beteiligten Ländern werden 17, Griechenland aber war überraschend bei den ersten 9 nicht dabei. Dennoch schwelt auch dort schon seit Längerem ein Manipulationsvorwurf, an dessen Aufklärung der Verband wenig Interesse zeigt. Ferry Batzoglou (<a
href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/wie_akten_verstauben_koennen_1.4070081.html">NZZ</a>) berichtet von Erkenntnissen der UEFA, die auf dem Überwachungssystem für Wettbetrug beruhen, dass 22 Partien der griechischen zweiten Liga &#8222;wahrscheinlich&#8220; manipuliert gewesen seien, 15 davon sogar &#8222;höchstwahrscheinlich&#8220;. Da 11 der 18 Teams der Liga beteiligt gewesen seien, vermutet die UEFA, das Ganze habe System. &#8222;Wer aber glaubt, dass sich der griechische Verband oder die griechische Strafjustiz bis dato mit dem Fall befasst hätten, irrt. Die Selbstreinigung im griechischen Fußball dürfte Utopie bleiben.&#8220; Der Verantwortliche des Verbandes verzögere die Aufklärung und leite nicht mal die nötigen Verfahren ein. &#8222;Auch ist nicht bekannt, dass die Justizbehörden nach der Veröffentlichung der Vorfälle von Amts wegen Ermittlungen eingeleitet haben &#8211; woanders wäre dies undenkbar.&#8220; Ein Grund dafür sei, dass &#8222;in Griechenland vornehmlich einheimische Klubpräsidenten die Fäden bei den Manipulationen ziehen &#8211; und daran via Wetteinsätze kräftig verdienen.&#8220; Im von Bochum aus verfolgten Wettskandal ginge es aber um international agierende Betrügerbanden. In Griechenland hingegen pflege man auch bei Manipulationen das Motto: &#8222;Wir Griechen bleiben lieber unter uns.&#8220;</p><p>Verwandte Artikel<ul><li><a
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isPermaLink="false">http://www.indirekter-freistoss.de/?p=14271</guid> <description><![CDATA[Die Süddeutsche Zeitung blickt tief in die bislang verschwommene Welt des Wettskandals: über abgehörte Telefonate, die mutmaßlichen Drahtzieher und eine dünne Beweislage der Staatsanwaltschaft. Obwohl man dieser Tage viel über den Wettskandal liest, hält sich der Informationsgehalt oftmals in Grenzen. Das verwundert nicht, handelt es sich doch um ein laufendes Ermittlungsverfahren, bei dem alle (vermeintlich) [...]
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id="more-14271"></span></em></p><p>Obwohl man dieser Tage viel über den Wettskandal liest, hält sich der Informationsgehalt oftmals in Grenzen. Das verwundert nicht, handelt es sich doch um ein laufendes Ermittlungsverfahren, bei dem alle (vermeintlich) beteiligten Parteien lieber zu wenig als zu viel sagen. Umso interessanter ist der Beitrag von <strong>Hans Leyendecker</strong> (<a
href="http://www.sueddeutsche.de/sport/577/495899/text/">Süddeutsche Zeitung</a>), der sich genauer mit dem Verfahren 35 Js 40/09 der Bochumer Staatsanwaltschaft beschäftigt hat.</p><p>So sei aus Ermittlerkreisen und von Anwälten durchgedrungen, dass die Strafverfolger ihren Verdacht ausschließlich auf abgehörte Telefonate gründen. &#8222;Solche Telefon-Überwachungsmaßnahmen (es gibt Tausende Seiten TÜ-Protokolle) können in der Regel nur Hinweise liefern und sind meist sehr interpretationsfähig. Hunderte Telefonate hörten die Polizisten an, ehe sie die Köpfe der Bande dorthin sperren durften, wo der Knastmünzsprecher steht&#8220;, schreibt Leyendecker. Als Pate des Wettskandals scheint sich Deniz C. herauskristallisiert zu haben, dessen Verteidiger Burkhard Benecken sich bezüglich der Vorwürfe gegenüber seinem Mandanten überraschend mitteilsam gibt. So habe sich Deniz C. laut der Strafverfolger mit fünf weiteren Beschuldigten zusammengeschlossen, um &#8222;Sportler aus hochrangigen europäischen Fußballligen zu schmieren&#8220;. Zudem soll er Köche und Ärzte bestochen haben, die Fußballer gezielt außer Gefecht setzen sollten. Laut der Ermittler handele es sich dabei um gewalttätige organisierte Kriminalität, die es in dieser Form noch nie gegeben habe.</p><p>Warum Deniz C.s Anwalt all diese ungewöhnlichen Vorwürfe gegenüber seinem Mandanten bereitwillig an die Öffentlichkeit trägt, ist für Leyendecker klar: &#8222;Seine Berichte aus der Unterwelt sind kein Mandantenverrat, sondern Verteidigungsstrategie.&#8220; Benecken halte Deniz C. für unschuldig und die Thesen der Ermittler für &#8222;aufgeblasen&#8220;. Leyendeckers Prognose für den Fortgang des Verfahrens ist alles andere als optimistisch: &#8222;Wenn es nun aber keine Geständnisse der angeblichen Wettbetrüger regnet, wird die Beweislage für den großen internationalen Betrug nicht üppig sein. Die Ermittler haben ohnehin den Verdacht, dass Deniz C. in anderem Zusammenhang die Rechtsanwalts-Honorare anderer Beschuldigter bezahlt habe, damit die keine Aussagen gegen ihn machten.&#8220; Auffällig sei zudem, dass Berichte über Verdachtsfälle in Deutschland bislang eher &#8222;provinziell&#8220; wirken: &#8222;Viermal soll die zweite Bundesliga betroffen sein. Ansonsten geht es hierzulande nur um Spiele in unterklassigen Ligen. Immer ist der Anfangsverdacht dünn.&#8220;</p><p>No related posts.</p><p><a
href="http://www.indirekter-freistoss.de/?flattrss_redirect&amp;id=14271&amp;md5=eacd278c725a475e65b91b14040a99b7" title="Flattr" target="_blank"><img
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isPermaLink="false">http://www.indirekter-freistoss.de/?p=14214</guid> <description><![CDATA[Der Wettskandal zieht weiter seine Kreise: Einschätzungen, Interviews und Hintergründe, auch aus Asien, sowie ein neuer Gesetzesvorschlag Fahrlässige Annahme Heiko Hinrichsen zeigt sich in der Stuttgarter Zeitung höchst erstaunt, dass es aus Unbedarftheit heraus überhaupt so weit kommen konnte: &#8222;Das gigantische Ausmaß des Skandals mit seinen weltweiten Vernetzungen legt die Verwundbarkeit des Systems Profifußball schonungslos [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Wettskandal zieht weiter seine Kreise: Einschätzungen, Interviews und Hintergründe, auch aus Asien, sowie ein neuer Gesetzesvorschlag</em><span
id="more-14214"></span></p><p><strong>Fahrlässige Annahme</strong></p><p><strong>Heiko Hinrichsen</strong> zeigt sich in der <strong>Stuttgarter Zeitung</strong> höchst erstaunt, dass es aus Unbedarftheit heraus überhaupt so weit kommen konnte: &#8222;Das gigantische Ausmaß des Skandals mit seinen weltweiten Vernetzungen legt die Verwundbarkeit des Systems Profifußball schonungslos offen. Wer soll im Zeitalter von Online-Zockerei und asiatischen Wettpaten die Betrüger noch stoppen? Längst ist der Profifußball ein Milliardengeschäft &#8211; und die Betrüger sind bestens organisiert. Es war also vonseiten der Funktionäre nicht etwa blauäugig, es war in höchstem Maße fahrlässig zu glauben, in Europas Sportart Nummer eins gäbe es keine großangelegte Korruption.&#8220;</p><p><strong>Blauäugiger Zwanziger</strong></p><p>Der ehemalige Trainer des SC Verl, <strong>Mario Ermisch</strong>, selbst Anwalt, hat im Interview mit <strong>Marcus Bark</strong> in der <a
href="http://www.ftd.de/sport/fussball/news/:interview-mit-verls-ex-trainer-dass-spieler-wetten-ist-nicht-ruchbar/50042138.html">Financial Times Deutschland</a> eine eindeutige Auffassung, welche Wetten zugelassen sein dürften. Und plaudert aus des Amateurfußballers Nähkästchen:</p><p>&#8222;Spiele, bei denen es um wenig geht, gerade auch zum Ende der Saison, sind natürlich problematisch. Ich weiß gar nicht, wie da seriös Quoten ermittelt werden sollen. Auf solche Partien sollte nicht gesetzt werden dürfen. (&#8230;) Jeder, der selber gespielt hat, weiß doch, was bei den Amateuren abgeht. In der Kreisliga B ist es die Kiste Bier, für die eine Mannschaft den Gegner weghauen soll. Oder es wird Geld für absichtliche Niederlagen zumindest geboten. Jeder weiß, dass im unteren Amateurbereich zum Saisonende die abenteuerlichsten Ergebnisse herauskommen. Ich fand es schon sehr blauäugig vom DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, als er betonte, dass von 1,4 Millionen Spielen in Deutschland ja nur 32 verdächtig seien. Allein schon deshalb, weil nur auf einen Bruchteil der Spiele gewettet werden kann.&#8220;</p><p>Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang die Lektüre eines Werkes des Autoren Joe McGinniss, &#8222;Das Wunder von Castel di Sangro&#8220;, in dem er zwar am Rande, aber unmissverständlich beschreibt, wie es in italienischen unteren Klassen Usus sei, gegen Saisonende Spiele zu verschieben, wenn diese für das eigene Team keine Relevanz mehr hätten &#8212; ganz so, wie es Mario Ermisch oben auch für den deutschen Fußball andeutet.</p><p><strong>Eine Frage der Veranlagung</strong></p><p>DFB-Schiedsrichterleiter <strong>Lutz Michael Fröhlich</strong> zweifelt im Interview mit <strong>Dominik Bardow</strong> (<a
href="http://www.tagesspiegel.de/sport/Fussball-Bundesliga-Wettskandal-Lutz-Michael-Froehlich;art133,2957947">Tagesspiegel</a>) daran, dass höhere Entlohnung der Schiedsrichter diese gegen Betrugsgedanken immunisieren könnte, auch wenn noch nicht feststeht, ob und wie viele Schiedsrichter beteiligt waren. Zunächst gibt er Auskunft über die aktuellen Verdienste: &#8222;3800 Euro pro Spiel in der Bundesliga über 2000 in der Zweiten Liga bis 300 Euro in den Regionalligen.</p><p><em>Würde die Manipulationsgefahr zurückgehen, wenn man die Sätze erhöht?</em></p><p>Da bin ich skeptisch, weil das auch eine Frage der Veranlagung ist. Wer es darauf abgesehen hat, nur Geld zu kassieren, den wird man auch mit höheren Honoraren nicht in den Griff bekommen.&#8220;</p><p>Auf die Frage, ob es weitere Maßnahmen geben könne nach jenen, die man im Rahmen des Hoyzer-Skandals bereits ergriffen hatte, ist Fröhlich skeptisch: &#8222;Wenn Sie in Ihrer Wohnung alle möglichen Schlösser vor die Tür hängen, schreckt das sicherlich im ersten Moment ab, aber wenn es jemand wirklich darauf anlegt, bei Ihnen einzubrechen, dann schafft der das auch. Sie können keine Schiedsrichter einsperren, zur Spielleitung herauslassen und dann wieder einsperren. Das sind alles freie Menschen. Wir müssen zwar gegen schwarze Schafe vorgehen, aber auch an diejenigen denken, die jedes Wochenende redlich ihre Leistung bringen.&#8220;</p><p><strong>Als Student mit 50.000DM Einsatz zum &#8222;High Roller&#8220;</strong></p><p><strong>Axel Raack</strong> portraitiert für <a
href="http://www.11freunde.de/bundesligen/125890">11Freunde</a> einen mutmasslichen Hauptdrahtzieher, zumindest der Vorgänge in Deutschland, den allseits bekannten Ante Sapina: &#8222;Das erste große Geld macht der eingeschriebene Student 2000, als er zu Saisonbeginn der Bundesliga 50.000 DM auf die Meisterschaft von Bayern München setzt und nach dem dramatischen letzten Spieltag &#8211; den die Münchener doch noch als nationaler Meister beenden &#8211; um 100.000 DM reicher ist. Der Einstieg als &#8218;High Roller&#8216;, unter Profizockern quasi die Eliteliga, ist perfekt. In der Folge verschleudert der junge Berliner Unsummen, verdient sich aber gleichzeitig eine goldene Nase. Monatlich habe er bis zu 400.000 in Sportwetten investiert. In der Folge reißen sich die großen Lotterien um den Dukatenesel aus Charlottenburg. Als er bei einer verlorenen Wette 300.000 Euro in den Sand setzt, überbringt ihm ein Oddset-Mitarbeiter &#8217;schöne Grüße&#8216; und als Trostpflaster einen Kugelschreiber plus Feuerzeug. In der Hauptstadt ist er bald bekannt wie ein bunter Hund.&#8220; In Berlin selbst habe er schon bald nicht mehr setzen dürfen, weil er zu oft große Kasse gemacht hatte. Im Hoyzer-Prozess wird ihm schließlich Spielsucht attestiert, was ihn vermindert schuldfähig macht. Diese Sucht war ihm wohl weiterhin Antrieb, auch nach seiner ersten Verurteilung: &#8222;Das zwielichtige Spiel aus Bestechung, Anbiedern, Bedrohung und Überredungskunst hat Sapina in den vergangenen Jahren offenbar so gut gespielt, wie kein anderer.&#8220;</p><p><strong>In Deutschland lebende Studenten berichten live</strong></p><p><strong>Frank Hollmann</strong> und <strong>Benedikt Voigt</strong> schildern im <a
href="http://www.tagesspiegel.de/sport/Fussball-Wettskandal-China;art133,2958857">Tagesspiegel</a> die Lage in Ostasien: &#8222;China scheint sogar vorne zu liegen in Sachen manipulierter Fußballspiele, dort hat die Manipulation beinahe Tradition. Häufig sammeln die kleinen Buchmacher in Bars Einzelwetten von bis zu 10.000 Euro und reichen sie an die großen Buchmacher weiter, diese setzen das eingesammelte Geld dann via Internet weltweit. Die Informationen für obskure Wetten auf untere deutsche Ligen liefern in Deutschland lebende Studenten live vom Spielfeldrand per Handy nach China, berichtete die &#8218;ARD&#8216;.&#8220; Ganz im Zuge dieser Tradition erläutern Voigt und Hollmann weiter: &#8222;Das große Geld wird in Untergrundbars und verbotenen Spielhöllen verzockt. 2008 registrierte Chinas Polizei 179.000 Fälle illegalen Spielens. Die Gesamteinnahmen durch illegale Wetten werden auf 100 Milliarden Euro geschätzt, mehr als die Hälfte davon sind Fußballwetten.&#8220;</p><p><strong>Die Hydra der illegalen Buchmacher</strong></p><p><strong>Marcus Bark</strong>, <strong>Andreas Förster</strong> und <strong>Lukas Heiny</strong> beleuchten in einem umfangreichen Dossier der <a
href="http://www.ftd.de/sport/fussball/news/:agenda-wenn-fussballer-marionetten-werden/50040931.html">Financial Times Deutschland</a> die Situation weiter: &#8222;Es ist ein dunkles Geflecht aus illegalen Wettbüros, Mittelsmännern und Geldboten, dem die Ermittler gegenüberstehen. Nicht selten laufen die Wetten über Spielhöllen in den Hinterhöfen von Hanoi, Bangkok oder Schanghai. Kontrolliert von organisierten Banden, werden dort Milliarden Dollar verzockt, meist in Livewetten. Bei ihrer letzten Großrazzia gegen die Wettmafia hob die internationale Polizeiorganisation Interpol in Asien mehr als 1000 solcher illegaler Wettbüros aus. 1300 Verdächtige nahmen die Fahnder fest. Doch es ist wie bei einem Kampf mit einer Hydra: Kaum ist dem Ungeheuer ein Kopf abgeschlagen, wachsen zwei neue nach.&#8220;</p><p><strong>&#8222;Wer den Verlauf in unlauterer Weise beinflusst&#8220;</strong></p><p><strong>Heribert Prantl</strong> berichtet in der <a
href="http://www.sueddeutsche.de/sport/312/495636/text/">SZ</a> von bayrischen Plänen, sich juristisch in Zukunft anders mit der Anfälligkeit des Sports für Missbrauch auseinanderzusetzen: &#8222;Bayerns Justizministerin Merk (CSU) hat einen Entwurf ausgearbeitet. Demnach sollen Doping, Bestechung, Bestechlichkeit und sonstige betrügerische Manipulation verfolgt werden. Die Strafen reichen bis zu 10, bei gewerbsmäßigem Doping bis zu 15 Jahren Haft.&#8220; Ein ähnlicher Vorstoß vor drei Jahren war am Widerstand des damaligen Bundesinnenministers Schäuble gescheitert, dieser sei jedoch nicht so umfassend wie der aktuelle gewesen. &#8222;Es soll nun jede Korruption im Sport vom Strafrecht abgedeckt werden: Wer den &#8218;Verlauf eines sportlichen Wettkampfs in unlauterer Weise&#8216; mit Geld oder sonstigen Vorteilen beeinflusst, wird mit Geldstrafe oder Haft bestraft.&#8220; Ob dieser Entwurf Erfolg haben könne, sei allerdings schwierig einzuschätzen. Denn die Sportverbände beharrten darauf, dass die Sanktionen überwiegend in ihrer Hand blieben, die Union sei uneinig, dem DOSB reiche die aktuelle Situation aus. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dagegen halte erhöhten &#8222;Verfolgungsdruck&#8220; für notwendig.</p><p><a
href="http://www.sueddeutsche.de/sport/139/495464/text/">freistoss des tages</a></p><p>No related posts.</p><p><a
href="http://www.indirekter-freistoss.de/?flattrss_redirect&amp;id=14214&amp;md5=c18aefa502176d9bc50f528a5c4f8813" title="Flattr" target="_blank"><img
src="http://www.indirekter-freistoss.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.indirekter-freistoss.de/2009/11/26/wettskandal-bundesliga-schweiz-oesterreich-asien-china/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> <atom:link rel="payment" href="http://www.indirekter-freistoss.de/?flattrss_redirect&amp;id=14214&amp;md5=c18aefa502176d9bc50f528a5c4f8813" type="text/html" /> </item> <item><title>Die Affäre verströmt Rotlichtgeruch</title><link>http://www.indirekter-freistoss.de/2009/11/25/die-affare-verstromt-rotlichtgeruch/</link> <comments>http://www.indirekter-freistoss.de/2009/11/25/die-affare-verstromt-rotlichtgeruch/#comments</comments> <pubDate>Wed, 25 Nov 2009 10:28:13 +0000</pubDate> <dc:creator>Frank Baade</dc:creator> <category><![CDATA[Ascheplatz]]></category> <category><![CDATA[Ante Sapina]]></category> <category><![CDATA[Belgien]]></category> <category><![CDATA[Italien]]></category> <category><![CDATA[Österreich]]></category> <category><![CDATA[Regionalliga]]></category> <category><![CDATA[Schweiz]]></category> <category><![CDATA[Türkei]]></category> <category><![CDATA[Wettbetrug]]></category> <category><![CDATA[Wettskandal]]></category><guid
isPermaLink="false">http://www.indirekter-freistoss.de/?p=14162</guid> <description><![CDATA[Im Wettskandal sind vor allem Spieler aus unteren Ligen empfänglich, wer erpressbar ist, wird von den Betrügern benutzt, osteuropäische Spieler werden gezielt in anderen Ligen zur Manipulation untergebracht Flurin Clalüna erinnert sich in der NZZ: &#8222;Letzten Sommer hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geschrieben, was sie vom Fussball hält: Sie sieht ihn [...]
No related posts.]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p><em>Im Wettskandal sind vor allem Spieler aus unteren Ligen empfänglich, wer erpressbar ist, wird von den Betrügern benutzt, osteuropäische Spieler werden gezielt in anderen Ligen zur Manipulation untergebracht</em><span
id="more-14162"></span></p><p><strong>Flurin Clalüna</strong> erinnert sich in der <a
href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/fussball_wettskandal_kommentar_der_fussball_wird_ausgehoehlt_1.4050231.html">NZZ</a>: &#8222;Letzten Sommer hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geschrieben, was sie vom Fussball hält: Sie sieht ihn durch irrationale Ablösesummen, unseriös beratene Spieler und Kriminelle als &#8218;perfekte Plattform für die Geldwäsche&#8216;. Der Fussball ist undurchschaubar geworden – nicht nur wegen Spielmanipulationen. Hinter der Fassade gibt es verdeckte Zahlungen, schwarze Konten, Trainer und Manager, die bei Transfers mitverdienen.“ Die oberste Schicht des Fußball sei oft nicht beteiligt: „Im Millionenspiel Fussball werden vor allem jene in Versuchung geführt, die nicht an die ganz grossen Finanzströme angeschlossen sind. Cristiano Ronaldo oder Didier Drogba lassen sich nicht kaufen. Spieler, die im Dunkel einer unteren Liga arbeiten, sind für eine Handvoll Euro empfänglicher.&#8220;</p><p><strong>Belgien, Italien, Türkei: Gewalt, Erpressung, Einschüchterung</strong></p><p>Die <a
href="http://www.sueddeutsche.de/sport/23/495349/text/">SZ</a> berichtet aus dem Nachbarland Belgien, aus dem schon öfter Manipulationen bekannt wurden: &#8222;Neue Entwicklungen gibt es auch aus Belgien. Frühere Verantwortliche des belgischen Zweitligisten Union Namur sind von Manipulationsvorwürfen gegen ihren Klub keineswegs überrascht. &#8218;Man hat mich für verrückt erklärt, als ich mich von einigen Spielern getrennt habe. Aber ich wusste, warum&#8216;, sagte der frühere Manager von Union Namur, Fabio Cordella. &#8218;Unsere Mannschaft war nicht schwächer als andere und ist trotzdem richtig vermöbelt worden.&#8216; Union Namur soll im März ein Spiel gegen Charleroi mit 0:3 und ein Spiel gegen Louvain mit 0:2 wegen betrügerischer Manipulationen verloren haben. Auch der frühere Präsident von Union Namur zeigte sich nicht überrascht.“ Ihm sei damals schon zugeraunt worden, dass man mit Spielen seiner Mannschaft Geld erschleichen könne. Bei Nachforschungen seinerseits habe sich dies bestätigt.</p><p><strong>Michael Braun</strong> blickt für die <a
href="http://www.taz.de/1/sport/artikel/1/neun-festnahmen-in-italien/">taz</a> nach Italien: „Die Staatsanwaltschaft glaubt beweisen zu können, dass Vereinspräsident Postiglione und der Mafioso Cossidente die Zweitliga-Partie Ravenna &#8211; Lecce in der Saison 2007/08 ebenso verschoben haben wie mindestens sechs Spiele der dritten Liga in der Saison 2008/09. Allein bei dem Spiel Ravenna &#8211; Lecce soll Cossidente einen Wettgewinn von immerhin 86.000 Euro eingestrichen haben. In ihren Methoden sollen die Betrüger alles andere als zimperlich gewesen sein. Der Ermittlungs-Chef erklärte jedenfalls im Radio: ‚Dort, wo es nicht möglich war, in ruhiger Manier am grünen Tisch ein Resultat auszuhandeln, wurde mit Gewalt und Einschüchterung operiert.‘ Neuerliches Misstrauen in eine eh schon angeschlagene Glaubwürdigkeit.“</p><p><strong>Andreas Rüttenauer</strong> erledigt das Selbe in Richtung der Türkei (<a
href="http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/ueber-200-tatverdaechtige/">taz</a>): „Der Marler Anwalt, der Deniz C., einen der in Untersuchungshaft Genommenen vertritt, hat einige Spiele publik gemacht, an deren Manipulation sein Mandant mitgewirkt haben soll. Darunter sind zwei Partien der höchsten türkischen Spielklasse (Trabzonspor gegen Antalyaspor und Ankaraspor gegen Bursaspor), außerdem zwei Zweitligaspiele aus der Schweiz und Belgien. C. wird zudem vorgeworfen, einen Wettanbieter aus Nürnberg ‚verschleppt, gefangen gehalten und mit Schlägen gequält‘ zu haben, um 100.000 Euro Spielschulden einzuforden.“</p><p><strong>Auch UEFA-Offizielle beteiligt?</strong></p><p><strong>Thomas Kistner</strong> hält in der <a
href="http://www.sueddeutsche.de/sport/895/495223/text/">SZ</a> ein paar üble Gerüchte bereit: „Schon bringt die Online-Ausgabe der Sunday Times die Uefa selbst ins Gerede. Nach Informationen des Londoner Blattes stehen &#8218;Uefa-Offizielle im Verdacht, Wettbetrügern zu helfen, indem sie diese mit Insiderhinweisen auf Schiedsrichteransetzungen versorgten.&#8216;“ Zudem seien Spieler von Admira Wacker ins Gerede gekommen, u. a. weil sie erpressbar wurden: &#8222;Hier stellt sich auch die branchentypische Frage, wie ein Admira-Spieler angeblich viereinhalb Millionen Euro Schulden anhäufen konnte. Solche Daten erfüllen jedenfalls das gängige Opferprofil für erpresserische Organisationen.“</p><p><strong>Hans Leyendecker</strong> (<a
href="http://www.sueddeutsche.de/sport/890/495218/text/">SZ</a>) kennt sich in der Szene aus: „Die Affäre verströmt einen Rotlichtgeruch. Etliche der Verdächtigen nennen sich Kaufleute, ihr Geschäft ist der Im- und Export aller Waren oder die Grundstücksverwaltung. Übersetzt heißt das, dass mancher von ihnen ein paar Saunaclubs sein eigen nennt.“ Und Aufklärung könnte nah sein:„Mindestens einer soll schon ausgepackt haben. Vielleicht wettet einer der Zocker in der Untersuchungshaft jetzt auf den Ausgang des Verfahrens.“</p><p><strong>1,3 Milliarden Menschen nur auf Platz 102</strong></p><p><strong>Bernhard Bratsch</strong> berichtet für die <a
href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/2101831_Chinas-Wettmafia-Die-wunderbare-Welt-des-Zhang-Jie.html">FR</a> aus dem Betrugs-verseuchten China: „Die grassierenden Spielmanipulationen gelten als Hauptgrund, warum das bevölkerungsreichste Land der Erde trotz seiner Fußballbegeisterung auf der Weltrangliste nur auf Platz 102 liegt. Erst vergangenen Freitag hob die chinesische Polizei einen illegalen Wettring aus und verhaftete fünfzehn Verdächtige, darunter den Trainer des Zweitligisten Qingdao Hailifeng und mehrere Spieler. Für zahlreiche chinesische Fußballklubs sind die Gelder aus Wettmanipulationen eine wichtige Einnahmequelle.“ Der Markt sei höchst lukrativ: „Die staatlich betriebenen Losbuden setzen im Jahr über vier Milliarden Euro um. Bei der Polizei und anderen Behörden muss die chinesische Wettmafia über beste Kontakte verfügen. Schließlich macht sie aus ihren Aktivitäten kein Geheimnis, sondern wirbt offen im Internet um Agenten.“</p><p><strong>Mit Einjahres-Engagements alles abräumen und weiterziehen</strong></p><p><strong>Thomas Jäkle</strong> schreibt sehr ausführlich im österreichischen <a
href="http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/398954/index.do">Wirtschaftsblatt</a>, dass es nicht allein die verlockenden Quoten seien, die den Betrug attraktiv werden ließen. „Auch die Rahmenbedingungen, die gerade bei Manipulationsversuchen Haus öffnen. Nachdem ab der kommenden Saison in Österreichs zweithöchster Spielklasse keine Amateurmannschaften von Profiklubs mehr spielberechtigt sind, sind gerade Spiele dieser Teams im Radar der Betrugsspezialisten. Im konkreten Fall: Die Austria Amateure müssen Ende der laufenden Saison 2009/2010 auf jeden Fall absteigen, auch wenn sie sich sportlich weiterhin qualifizieren würden. Spieler von Teams in einer derartigen Situation seien dabei besonders im Fokus von Wettbetrügern.“ Und noch interessanter ist, was er über die weitere Vorgehensweise weiß: „In der Wettszene ist es kein Geheimnis, dass Spieler aus den Balkanstaaten auf Rundreise durch Europa geschickt werden. Mit Einjahres-Engagements werden Profis vorzugsweise in die zweiten oder dritten Ligen in Nordeuropa transferiert oder an andere Klubs ausgeliehen. Einige Spieler setzen auf die eigene Niederlage, wie es in Österreich auch immer wieder vorgekommen ist. Wird der Boden zu heiß, oder wurde bereits genügend Geld abgeräumt, werden die Vereine gewechselt. Die Spieler ziehen dann weiter in ein anderes Land &#8211; wieder in die zweite, dritte oder gar vierte Liga.“</p><p><strong>Vom target player zur Zielmannschaft</strong></p><p><strong>Friedrich Stickler</strong>, Chef der österreichischen Lotterien, erläutert im <a
href="http://derstandard.at/1256745475360/Es-gibt-ein-Dreieck-des-Verbrechens">Standard</a>: &#8222;Es gibt ein Dreieck des Verbrechens. Da gibt es das Syndikat, die Spuren führen in den fernen Osten und nach Südosteuropa. Dann gibt es eine Zielmannschaft in irgendeiner Liga. Es reicht, wenn Kontaktleute zwei bis drei Spieler in Schlüsselpositionen ansprechen und für sich gewinnen. In ganz anderen Ländern wird dann gewettet. Die offiziellen Sportwettenanbieter kriegen das gar nicht mit, weil es keine Auffälligkeiten gibt. Bei praktisch allen der verdächtigen Partien merkten der Buchmacherverband und die Sportwettengesellschaft keine Abweichungen.“</p><p><strong>Kroatische Sprichwörter von erfolgreichen Wettkönigen</strong></p><p>Im selben <a
href="http://derstandard.at/1256745479481/Kopf-des-Tages-Ante-Sapina">Standard</a> erhebt <strong>Sigi Lützow</strong> Ante Sapina zum „Kopf der Woche“ und erklärt, warum diesem die Manipulation so leicht fällt: &#8222;Er lernte als erfolgreicher Wettkönig im familieneigenen Berliner Café King nahe dem Kurfürstendamm ebenfalls der Wettleidenschaft erlegene Schiedsrichter und Kicker kennen. Sie groß dazu zu überreden, zum Zwecke des Wettbetrugs Fußballspiele gegen Entgelt zu manipulieren, sei gar nicht notwendig gewesen. &#8222;Man muss einen Frosch auch nicht überreden, ins Wasser zu springen&#8220;, zitierte Ante Sapina, wegen seiner Findigkeit &#8218;Navigator&#8216; genannt, dazu vor Gericht ein kroatisches Sprichwort.&#8220;</p><p><strong>Sein Publikum ist der Richter des Fußballs</strong></p><p><strong>Jens Bierschwale</strong> fürchtet um die Glaubwürdigkeit des Sports (<a
href="http://www.welt.de/sport/fussball/article5285556/Wettskandal-gefaehrdet-Glaubwuerdigkeit-des-Sports.html">Welt</a>): &#8222;Wo große Geldsummen bewegt werden, ist offenbar die Korruption nicht weit. Doch ein Gesetz gegen Manipulation von Spielen oder auch gegen Dopingvergehen fehlt dem Sport in Deutschland bislang, weshalb die Szene seltsam ungeschützt gegen interne und externe Betrüger daherkommt und die Mittel für ein glaubwürdiges Abschreckungsszenario gering sind.&#8220;</p><p><strong>Christoph Biermann</strong> ist tatsächlich eher froh über das Auftreten dieses Skandals (<a
href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,662680,00.html">Spiegel Online</a>): „Auch wenn die Ermittlungen jetzt erfolgreich waren, ist damit die Gefahr des Wettbetrugs selbstverständlich nicht gebannt. Auch in Zukunft werden Kriminelle versuchen, damit viel Geld zu verdienen. Aber die Zeiten, in denen das hierzulande einfach schien, sind erst einmal vorbei.“</p><p><strong>Flurin Clalüna</strong> kommentiert schließlich in der <a
href="http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/fussball/fussball_wettskandal_kommentar_der_fussball_wird_ausgehoehlt_1.4050231.html">NZZ</a>: „Im Fussball geht es bei Spielmanipulationen um den innersten Kern: Wenn der Fussball die Unvorhersehbarkeit verliert, verliert er alles. Auch in der Schweiz gibt es Klubs, die offenbar nicht wissen, was ihre Spieler treiben, dass sie sich zu Betrügereien verabreden und sich mit ein paar tausend Euro bestechen lassen. Der Fussball ist undurchschaubar geworden &#8211; nicht nur wegen Spielmanipulationen. Hinter der Fassade gibt es verdeckte Zahlungen, schwarze Konten, Trainer und Manager, die bei Transfers mitverdienen. Das alles weiss oder ahnt man, aber selten genug gibt es Beweise dafür. Nun ermitteln staatliche Behörden, später werden die Verbände und Ligen ihre Sanktionsmöglichkeiten ausschöpfen. Aber der letzte Richter des Fussballs ist sein eigenes Publikum.“</p><p>No related posts.</p><p><a
href="http://www.indirekter-freistoss.de/?flattrss_redirect&amp;id=14162&amp;md5=83b01ad446b0f007bf1efe26ffa00a57" title="Flattr" target="_blank"><img
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