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Ich dachte, Amateurfußball bis in die Kreisliga wurde abgeschafft

Oliver Fritsch | Sonntag, 21. Juni 2009 5 Kommentare

Immer mehr Amateurvereine können sich den Aufstieg nicht leisten / Kickers Emden steigt „freiwillig“ in die Regionalliga ab / Hartplatzhelden-Award 2009 kürt Sieger Philipp Klein

Die taz nimmt sich eines anscheinend unattraktiven Themas an, den Problemen vieler Amateurfußballer: „Immer mehr Vereine wollen nicht aufsteigen. Zu teuer ist mittlerweile der Sprung ins Profigeschäft. Schon einen Etat für die Fünfte Liga können viele Klubs nicht stemmen.“ Gut gefällt mir natürlich der Kommentar eines Users: „Ich dachte, Amateurfußball bis in die Kreisliga wurde abgeschafft, weil Recht an Bild und Ton dem DFB respektive dem WFV gehören.“

Jüngst ist Drittligist Kickers Emden „freiwillig“ den Abstieg in die Regionalliga angetreten, weil sie sich die Lizenz nicht mehr leisten können. Die Lizenz, die vorsieht, das Stadion auszubauen, weil es zu klein ist. Der DFB fordert eine Kapazität von 10.000 Zuschauern, in Emden finden nur 7200 Platz. Inzwischen ist den Kickers sogar die Lizenz für die Regionalliga verweigert worden, und der Sechstplatzierte der Dritten Liga, muss in die Oberliga zwangsabsteigen (Danke für die Korrektur, Ingrid). Auf transfermarkt.de kann man sich zudem die Zuschauerzahlen der 3. Liga aus der vorigen Saison zu Gemüte führen, Kickers Emden hat eine Auslastung von knapp 50 Prozent.

Damit sind wir, nach Umwegen, beim Thema, dem Hartplatzhelden-Award Mai 2009. Sieger ist Philipp Klein von der FSG Südkreis mit einer Bogenlampe.

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Kommentare

5 Kommentare zu “Ich dachte, Amateurfußball bis in die Kreisliga wurde abgeschafft”

  1. Ingrid
    Sonntag, 21. Juni 2009 um 13:40

    Ergänzungen zu dem Beitrag:
    Mittlerweile wurde bekannt gegeben, dass Kickers Emden sogar nur in der Oberliga spielt (Oberliga Nds.West).
    Mehr dazu findet man hier: http://www.diefussballecke.de/index.php

    Betr. Stadion Emden: Es waren nicht nur die zu wenigen Plätze des alten Emder Stadions, es gab auch weitere bauliche Mängel. Nur, wenn der DFB nicht 10.000 Plätze fordern würde, wären ja vielleicht andere Mängel leichter zu beheben gewesen und es hätte kein neues Stadion geben müssen. Das allein ist doch ein Unding: egal wie die Auslastung eines Stadions sein wird, der DFB fordert 10.000 Plätze in der Regionalliga.
    http://www.bsv-kickers-emden.de und was die Fans so denken:
    http://www.bsv-kickers-emden.de/forum/forumdisplay.php?f=7

  2. togo
    Sonntag, 21. Juni 2009 um 14:21

    Kleine Korrektur: Kickers steigt definitiv bis in die Oberliga Niedersachsen West ab. Da ist leider kein Platz mehr für Interpretationen.

  3. Ingrid
    Sonntag, 21. Juni 2009 um 23:45

    @ togo, hatte ich schon geschrieben, war aber wohl noch nicht freigegeben.

    Will man beim DFB vielleicht lieber solche Vereine:
    http://www.mdr.de/sport/fussball_ol/6438791.html
    und weiteres zu RB Leipzig:
    http://www2.mdr.de/sport/fussball_ol/

  4. Rudolf Homann
    Montag, 22. Juni 2009 um 15:38

    Der DFB hat sich offenbar nicht nur den gnadenlosen Gesetzen der Ökonomie unterworfen, er fördert sie auch noch. Damit er das fort, womit die FIFA-CocaCola-Connenction begonnen hat. Umso wichtiger ist die SOLIDARITÄT mit den Hartplatzhelden.

  5. Dülp
    Mittwoch, 1. Juli 2009 um 22:51

    Die Frage ist hier: Sollte es reichen, wenn man eine Mannschaft finanzieren kann, die in der zweiten, dritten oder vierten Liga mithält, oder sollte es weitere Kriterien geben, um bestimmte Mindestansprüche zu gewährleisten.

    Will man in der zweiten oder dritten Liga spielen, dann muss man mittlerweile eine gewisse Infrastruktur zur Verfügung stellen – ich denke, das ist nicht strittig. Ich finde es allerdings auch diskutabel, das alleine von der Stadiongröße abhängig zu machen.

    In der Regel geht beides Hand in Hand. Ein Club mit einem entsprechend großen Stadion kann auch für die Sicherheit, die Voraussetzungen für die Medien etc. garantieren. Aber wenn ein Club mit einem kleineren Stadion ebenso die Bedingungen erfüllt, sollte der DFB flexibel reagieren.

    Bedenklich an dieser Entwicklung finde ich nämlich, dass dadurch vielen Vereinen das sportliche Ziel genommen wird, weil es zu einem wirtschaftlich unerreichbaren wird.

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