indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

11 Freundinnen

Demonstration der Stärke und Überlegenheit

Christoph Asche | Samstag, 12. September 2009 1 Kommentar

Siebter Titel bei der achten EM-Teilnahme: Die deutschen Fußballerinnen haben sich in Finnland zwar schwer getan, sind jedoch wieder mal Europameister. In der Nachbetrachtung geht es um Englands „Neidmare“ und die Geschlechterpolitik des DFB als Geheimnis des deutschen Erfolgs

Gregor Derichs (Hamburger Abendblatt) feiert die Fußballerinnen nach dem 6:2 im Finale gegen England: „Die Nationalmannschaft der Frauen steigerte ihren Fußballruhm wieder um ein großes Stück, und Birgit Prinz wurde nach fünf eher durchschnittlichen Turnierspielen zur Mutter des Erfolges. Das Finale wurde zu einer Demonstration der Leistungsstärke und Überlegenheit der deutschen Frauen. Zum fünften Mal hintereinander holte der Doppel-Weltmeister den EM-Titel, im zehnten Turnier seit 1984 gewann die DFB-Auswahl zum siebten Mal.“ Besonders würdigt Derichs den Rahmen des Endspiels: „Die Stimmung im Olympiastadion von 1952 war endlich einmal einer EM entsprechend. 15.877 Zuschauer sollten eine Klassepartie erleben, die eines Finales würdig war. Es war mit Abstand das beste Match des Turniers.“

Daniel Meuren (faz.net) erklärt den Erfolg der Frauen-Nationalmannschaft mit der umsichtigen und einsichtigen Geschlechterpolitik des DFB: „Wie bei der Nationalmannschaft sind auch im Nachwuchsbereich fast alle Schlüsselpositionen schon lange in der Hand von Frauen. Der DFB zeigt sich hier ganz gegen seinen Ruf als konservativer Sportverband als erstaunlich emanzipiert.“ Für Meuren ist es kein Zufall, „dass alle sieben großen Turniere wie Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften seit 2000 von Teams mit Trainerinnen gewonnen wurden, obwohl im Weltfrauenfußball noch immer die männlichen Übungsleiter deutlich in der Überzahl sind. Es spricht vieles dafür, dass Frauen den besseren Ton in der Betreuung der Teams finden als ihre hier und da diktatorisch auftretenden männlichen Kollegen.“

Andreas Morbach (Spiegel Online) hat im Stadion von Helsinki genauer hingeguckt und ein Detail entdeckt, dessen inhaltliche Aussage sich am Ende bewahrheiten sollte: „Während des Endspiels hing in der Mitte der Gegentribüne, dort, wo die finnische Spätsommersonne die Menschen immerhin bis Mitte der ersten Halbzeit richtig wärmte, ein weißes Laken mit gefährlich roter Farbe: ‚10.9.09 – Englands Nightmare‘ stand da geschrieben. Wobei das ‚Night‘ sorgfältig durchgestrichen und durch die vier Buchstaben NEID ersetzt worden war. Beim Schlusspfiff prangte der Spruch noch immer auf der Tribüne. Und das Team von Silvia Neid war tatsächlich zum Albtraum für die Engländerinnen geworden.“

Seitenhieb auf Englands Männer

Im Land des Gegners zollt man der deutschen Leistung Respekt – doch auch die englischen Frauen kommen gut weg. Anna Kessel (The Guardian) ist der Meinung, dass es „ein großer Schub für den englischen Frauenfußball‘ sein könne, dass die Nationalmannschaft das Endspiel erreicht hat. Die englischen Frauen seien gerade dabei, sich auf der internationalen Bühne zu etablieren. Einen kleinen Seitenhieb auf die englische Männer-Nationalmannschaft gibt es obendrauf: „England hat sich mittlerweile an deutsche Erfolge gewöhnt, die Männer sind schon mehrmals an den Deutschen gescheitert. Am Donnerstag gab es jedoch einen gewaltigen Unterschied: England hat zwar verloren, aber das im Finale – ein bedeutender Erfolg. Für die Frauen war es das erste Endspiel seit 25 Jahren, die Männer sind zuletzt 1966 so weit gekommen.“

Peter Lansley (The Times) bewundert die „nüchterne Effizienz“ der deutschen Frauen und führt die überlegene Athletik des Teams von Sylvia Neid als Grund für den Triumph an: „Die Deutschen wissen, wann sie einen Gang hochschalten müssen. Sie haben die letzten beiden Weltmeisterschaften gewonnen und sind nun zum fünften Mal Europameister. Von der 30. bis zur 60. Minute konnte England im ersten Finale seit 25 Jahren mithalten. Leider dauert ein Spiel aber 90 Minuten. (…) Die bereits vorher organisierte Jubelfahrt mit einem Bus durch Frankfurt konnte stattfinden.“

freistoss des tages

Siebter Titel bei der achten EM-Teilnahme: Die deutschen Fußballerinnen haben sich in Finnland zwar schwer getan, sind jedoch wieder mal Europameister. In der Nachbetrachtung geht es um Englands „Neidmare“ und die Geschlechterpolitik des DFB als Geheimnis des deutschen Erfolgs

Gregor Derichs (Hamburger Abendblatt) feiert die Fußballerinnen nach dem 6:2 im Finale gegen England: „Die Nationalmannschaft der Frauen steigerte ihren Fußballruhm wieder um ein großes Stück, und Birgit Prinz wurde nach fünf eher durchschnittlichen Turnierspielen zur Mutter des Erfolges. Das Finale wurde zu einer Demonstration der Leistungsstärke und Überlegenheit der deutschen Frauen. Zum fünften Mal hintereinander holte der Doppel-Weltmeister den EM-Titel, im zehnten Turnier seit 1984 gewann die DFB-Auswahl zum siebten Mal.“ Besonders würdigt Derichs den Rahmen des Endspiels: „Die Stimmung im Olympiastadion von 1952 war endlich einmal einer EM entsprechend. 15.877 Zuschauer sollten eine Klassepartie erleben, die eines Finales würdig war. Es war mit Abstand das beste Match des Turniers.“

Daniel Meuren (faz.net) erklärt den Erfolg der Frauen-Nationalmannschaft mit der umsichtigen und einsichtigen Geschlechterpolitik des DFB: „Wie bei der Nationalmannschaft sind auch im Nachwuchsbereich fast alle Schlüsselpositionen schon lange in der Hand von Frauen. Der DFB zeigt sich hier ganz gegen seinen Ruf als konservativer Sportverband als erstaunlich emanzipiert.“ Für Meuren ist es kein Zufall, „dass alle sieben großen Turniere wie Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften seit 2000 von Teams mit Trainerinnen gewonnen wurden, obwohl im Weltfrauenfußball noch immer die männlichen Übungsleiter deutlich in der Überzahl sind. Es spricht vieles dafür, dass Frauen den besseren Ton in der Betreuung der Teams finden als ihre hier und da diktatorisch auftretenden männlichen Kollegen.“

Andreas Morbach (Spiegel Online) hat im Stadion von Helsinki genauer hingeguckt und ein Detail entdeckt, dessen inhaltliche Aussage sich am Ende bewahrheiten sollte: „Während des Endspiels hing in der Mitte der Gegentribüne, dort, wo die finnische Spätsommersonne die Menschen immerhin bis Mitte der ersten Halbzeit richtig wärmte, ein weißes Laken mit gefährlich roter Farbe: ‚10.9.09 – Englands Nightmare‘ stand da geschrieben. Wobei das ‚Night‘ sorgfältig durchgestrichen und durch die vier Buchstaben NEID ersetzt worden war. Beim Schlusspfiff prangte der Spruch noch immer auf der Tribüne. Und das Team von Silvia Neid war tatsächlich zum Albtraum für die Engländerinnen geworden.“

Englischer Seitenhieb auf die Männer


Im Land des Gegners zollt man der deutschen Leistung Respekt – doch auch die englischen Frauen kommen gut weg. Anna Kessel (The Guardian) ist der Meinung, dass es „ein großer Schub für den englischen Frauenfußball‘ sein könne, dass die Nationalmannschaft das Endspiel erreicht hat. Die englischen Frauen seien gerade dabei, sich auf der internationalen Bühne zu etablieren. Einen kleinen Seitenhieb auf die englische Männer-Nationalmannschaft gibt es obendrauf: „England hat sich mittlerweile an deutsche Erfolge gewöhnt, die Männer sind schon mehrmals an den Deutschen gescheitert. Am Donnerstag gab es jedoch einen gewaltigen Unterschied: England hat zwar verloren, aber das im Finale – ein bedeutender Erfolg. Für die Frauen war es das erste Endspiel seit 25 Jahren, die Männer sind zuletzt 1966 so weit gekommen.“

Peter Lansley (The Times) bewundert die „nüchterne Effizienz“ der deutschen Frauen und führt die überlegene Athletik des Teams von Sylvia Neid als Grund für den Triumph an: „Die Deutschen wissen, wann sie einen Gang hochschalten müssen. Sie haben die letzten beiden Weltmeisterschaften gewonnen und sind nun zum fünften Mal Europameister. Von der 30. bis zur 60. Minute konnte England im ersten Finale seit 25 Jahren mithalten. Leider dauert ein Spiel aber 90 Minuten. (…) Die bereits vorher organisierte Jubelfahrt mit einem Bus durch Frankfurt konnte stattfinden.“

Kommentare

1 Kommentar zu “Demonstration der Stärke und Überlegenheit”

  1. Blog für den kritischen Fußballfreund | direkter-freistoss.de » Update: Was zuletzt geschah
    Sonntag, 13. September 2009 um 15:20

    […] Auf dem indirekten freistoss hat erstmals Christoph Asche, ein Gießener Journalimusstudent, Zitate gesammelt und eingeordnet – und zwar zum EM-Titel der Frauen. Was daraus wird, sehen wir mal. Ein guter Anfang jedenfalls. […]

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