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DFB-Pokal

Der VfB Stuttgart im Anti-Flow

Frank Baade | Mittwoch, 28. Oktober 2009 Kommentare deaktiviert für Der VfB Stuttgart im Anti-Flow

Stuttgart verliert auch im Pokal, enttäuscht dabei im Aufbau und im Abschluss, Pogrebnjak bleibt schwach, Alexander Hleb wird in der Kabine tätlich und Babbels Minuten scheinen gezählt

Die SZ leitet die Betrachtung der Stuttgarter Lage mit den Worten eines an diesem Tage ebenfalls erfolglosen Manne ein: „Der Trainer Peter Neururer hat einmal vom ‚Flow‘ gesprochen, den es im Fußball gibt. Damit hat er die wunderbaren Wochen beschrieben, in denen alles läuft. Wechselt der Trainer einen Spieler ein, erzielt der kurz vor Schluss den Siegtreffer. Abgefälschte Bälle fliegen auf wundersame Weise ins gegnerische Tor. Was auch immer passiert, alles wird gut. Das Gegenteil dieses ‚Flows‘ haben schon viele Mannschaften erlebt, und seit einigen Wochen steckt der VfB Stuttgart im ‚Anti-Flow‘, im Anti-Lauf.“ Und trotz guten Beginns schafften es die Stuttgarter auch in Fürth nicht, diesen zu beenden. Nach dem Gegentor sei schließlich eine bemerkenswerte Reaktion erfolgt: „Die Stuttgarter schauten fassungslos. Sie ließen nicht die Schultern hängen, sie haderten nicht: Sie waren fassungslos. Schon wieder ein Rückstand. Gegen einen Zweitligisten!“

Christoph Ruf hat, wie so viele, die Hoffnung auf Änderung aufgegeben (Berliner Zeitung): „Dass die Mannschaft nach einer anfänglichen Druckphase allerdings wieder eine Stunde lang den Faden verlor, spricht nicht für die Reformfähigkeit des Stuttgarter Ensembles. Zudem war Stuttgart mit den wenigen klaren Torchancen ziemlich schlampig umgegangen. Da zielte Ciprian Marica übers Tor und da offenbarte der Russe Pavel Pogrebnyak zum wiederholten Male schlimme Schwächen bei der Ballannahme. Als der Stadionsprecher in der Halbzeit zur Videoleinwand und den Höhepunkten der ersten Hälfte wies – ‚eigentlich gab’s ja nur ein Highlight‘ – war das parteiisch. Falsch war es nicht. Auch in der zweiten Hälfte unterliefen dem VfB immer wieder fatale Fehler im Aufbauspiel und im Defensivbereich. Als in der Schlussviertelstunde Alexander Hleb völlig unbedrängt den Ball vertändelte, brauchte es keinen kulturlosen Balljungen, um Jens Lehmann aus der Fassung zu bringen. Manager Horst Heldt hingegen wollte sich in der Trainerfrage nicht festlegen: ‚Ich weiß nicht, ob das noch Pech ist.‘“

Planlos, ideenlos, ratlos

Dass die Nerven bei den auf dem Feld verantwortlichen Akteuren blank liegen, beweist diese Beobachtung von Carlos Ubina in der Stuttgarter Zeitung: „Babbel hatte sich in Fürth dafür entschieden, den bislang enttäuschenden Alexander Hleb auf der Bank zu lassen. Erst nach einer Stunde kam der Weißrusse ins Spiel – und offenbarte hinterher mit einem Eklat seinen ganzen Frust: Im Kabinengang schrie Hleb Heiko Striegel an und schubste den VfB-Teamarzt, der den Mittelfeldspieler zum Dopingtest bitten wollte.“ Auch Ubinas Gesamturteil fällt vernichtend aus: „Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff, das war auch diesmal das große Problem des VfB. Planlos, ideenlos, ratlos.“

Roland Zorn weist in der FAZ noch einmal auf die Brisanz der Lage hin: „Einen Spielraum für Ausweichmanöver, wie ihn Babbel zuletzt mit dem von ihm erkannten Aufwärtstrend trotz vier Niederlagen in Serie ausgemacht hatte, gab es am Dienstag eigentlich nicht mehr. Dem Hopp-oder-topp-Charakter des Pokalwettbewerbs gemäß hatte Heldt eine eindeutige Forderung erhoben.“ Nichts anderes als ein Sieg müsse her. Dass das nicht klappte, lag auch am Auftreten Pogrebnjaks: „Steif und unbeholfen tapste der in Sankt Petersburg noch so wuchtige Angreifer über den Rasen des Fürther Stadions.“ Und Leipold fragt sich: „Was folgt, dürfte ein Trainertausch sein. Ob damit alles besser wird?“

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