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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

EM 2012

Was macht die Nachbarschaft?

Kai Butterweck | Montag, 4. Juni 2012 Kommentare deaktiviert für Was macht die Nachbarschaft?

Die Presse blickt über den Tellerrand und befasst sich mit dem aktuellen Stand der Dinge in Holland, Italien, Kroatien und der Ukraine. Außerdem: Busfahrten ins Nirgendwo und die Angst der Engländer

Birger Hamann (Spiegel Online) schlägt beim Anblick der holländischen Defensive die Hände vors Gesicht: „Robben, Sneijder, van der Vaart, Kuijt, Huntelaar, van Persie: Wenn Bert van Marwijk kein Problem hat, dann im Angriff. Wegen ihrer formidablen Offensive sind die Niederlande bei der EM ein Anwärter auf den Titel. Was das Team von den beiden anderen Top-Favoriten, Spanien und Deutschland, jedoch unterscheidet: Holland hat eine gruselige Defensive. Dass der derzeit angeschlagene ehemalige HSV-Profi Joris Mathijsen Hoffnungsträger der holländischen Viererkette ist, sagt viel über den Zustand der Abwehr aus.“

Auch Ulrich Hartmann (SZ) sorgt sich um Hollands Abwehrabteilung: „Dänemark, Deutschland und Portugal heißen in der EM-Gruppe die Gegner. Die Frage ob ihre fragile Abwehr und ihr brüchiger Zusammenhalt dem hohen Standard der internationalen Konkurrenz widersteht, ist fraglich.“

Prandelli wird seinen Ansprüchen kaum noch gerecht

Der italienische Fußball schlittert seit Wochen von einem Skandal in den nächsten. Die Wettaffäre um Torwart Gianluigi Buffon setzt dem Ganzen die Krone auf. Julius Müller-Meiningen (FAZ) möchte derzeit nicht in der Haut von Nationalcoach Cesare Prandelli Stecken: „Der Trainer war 2010 angetreten, um den italienischen Fußball zu erneuern und ihm wieder Ansehen zu verschaffen. Innerhalb von nur einer Woche droht nun die Arbeit von zwei Jahren in sich zusammen zu fallen. Der Nationaltrainer selbst wird seinen Ansprüchen kaum noch gerecht. Vom Ausgang der Affäre hängt nun auch ein gutes Stück seiner eigenen Glaubwürdigkeit ab.“

Der Kopf der kroatischen Nationalmannschaft

Tobias Rabe (FAZ.NET) beschäftigt sich mit Kroatiens Hoffnungsträger Luka Modric: „Bevor der Kroate erstmals in der Premier League auflief, spielte er mit Kroatien die Europameisterschaft 2008. Kurz vor der WM 2006 in Deutschland hatte er debütiert, schon zwei Jahre später war Modric, dessen Betätigungsfeld sich über den vollen Raum zwischen beiden Strafräumen erstreckt, der Kopf der Nationalmannschaft.“

Maßlose Vergleiche

In der Ukraine stellt man Flügelmann Andrej Jarmolenko bereits auf eine Stufe mit Andrij  Schewtschenko und Oleg Blochin. Johannes Aumüller (SZ) hält den Ball flach: „Natürlich sind diese Vergleiche völlig maßlos, dafür sind Jarmolenkos Leistungen viel zu wechselhaft, ist sein Kopfballspiel zu schwach und seine, zuletzt zumindest etwas abgelegte, Schwäche, zu signifikant. Aber Jarmolenko, der in St. Petersburg geboren wurde und im Oktober 23 Jahre alt wird, ist ein schneller und technisch starker Dribbler.“

Postkarten-Hooligan

Andreas Bock (11 Freunde) reiste im Vorfeld einmal kreuz und quer durch die Ukraine, um Stimmungen einzufangen. Ganz geheuer war ihm dabei nicht: „Irgendwo in der Nähe des Städtchens Valky wieder Raucherpause. »Football?«, fragt ein Mann, der im Bus drei Reihen vor mir sitzt. Er trägt Tätowierungen am Hals und auf den Fingerkuppen. Postkarten-Hooligan. Ungutes Gefühl. Doch dann wühlt er in seiner Hosentasche und kramt ein Foto hervor, auf denen Kinder Fußball spielen. »Son!«, sagt er und zeigt auf einen kleinen Jungen.“

Alles andere als Panikmache

In England bleiben viele Fans lieber zuhause, anstatt ihr Team vor Ort zu unterstützen. Die Angst vor Übergriffen seitens rechter Fangruppen ist zu groß. Erik Peter (taz) sorgt sich um die Sicherheit: „Ein Blick in die Stadien der Gastgeberländer zeigt, dass die Warnungen alles andere als Panikmache sind. Denn die Fanszenen aller großen Vereine in den acht Austragungsstädten sind von Neonazis durchsetzt oder werden von ihnen dominiert. Neben Affengeräuschen und diffamierenden Gesängen finden sich allein aus der vergangenen Saison unzählige sichtbare Beispiele für die rechtsextreme Einstellung des harten Kerns der Fans von Charkow bis Warschau.“

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