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DFB-Pokal

DFB-Pokal – des einen Freud, des anderen Leid

Kai Butterweck | Donnerstag, 20. Dezember 2012 Kommentare deaktiviert für DFB-Pokal – des einen Freud, des anderen Leid

Freude in Dortmund, Ärger in München, Ohnmacht auf Schalke und Hoffnung in Offenbach: die Spiele des DFB-Pokals sorgten wieder einmal für das Ausleben von allerlei Emotionen

Völlig ungefährdet zieht der BVB ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein. Felix Meininghaus (Spiegel Online) warnt die Konkurrenz: „Es wird für die Gegner auch im kommenden Jahr selten ein Vergnügen sein, auf diese spielwütige Bande in schwarz-gelb zu treffen. Längst haben Fachleute wie die Trainer José Mourinho (Real Madrid), Alex Ferguson (Manchester United) oder Frank de Boer (Ajax Amsterdam) den BVB in den Kreis der Titelkandidaten der Champions League aufgenommen. Und national werden die Bayern heilfroh sein, dass sie dem lästigen Konkurrenten in der Liga bei zwölf Punkten Vorsprung bereits weit genug enteilt sind.“

Nach der Viertelfinal-Auslosung senken zahlreiche Dortmunder die Köpfe gen Boden. Hendrik Buchheister (SZ) blickt sorgenvoll in die Zukunft: „Die Dortmunder sind zwar fest entschlossen, sich nicht die Feierlaune zum Jahresabschluss verderben zu lassen durch die Gewissheit, im Viertelfinale des DFB-Pokals auf den schwerstmöglichen Gegner zu treffen und nicht auf Offenbach oder Wolfsburg, Mainz oder Bochum. Doch wirklich freuen können sie sich auch nicht über dieses Los. Denn dem Double-Gewinner könnte nach der Meisterschaft auch der Pokal frühzeitig an den FC Bayern verloren gehen. Und das wäre dann doch ein unschönes Szenario für den BVB, der ja gerne auf Augenhöhe wäre mit dem Rekordmeister aus Süddeutschland.“

Äpfel und Birnen

Marcel Schmelzer wurde neulich trotz eines Platzverweises in der Partie gegen den VfL Wolfsburg nicht gesperrt, da anhand der Fernsehbilder klar zu erkennen war, dass der Dortmunder keine Regelwidrigkeit begangen hatte. Karl-Heinz Rummenigge fordert dies nun auch im Fall des Münchner Rotsünders Franck Ribèry. Peter Penders (FAZ) fällt vom Glauben ab: „Vereinsbrillen haben zwar immer den Nachteil, über eine beachtliche Stärke zu verfügen, die als Nebenwirkung gerne für eine Trübung der Urteilskraft sorgen, aber der Verdacht liegt nahe, dass sogar einige Bayern-Sympathisanten bei diesem neuerlichen Wahrnehmungsfehler zusammenzuckten. Viel eher könnte man Äpfel und Birnen einem gemeinsamen Geschmackstest unterziehen, als diese beiden Szenen in eine Schublade zu werfen. Ribéry, von Koo provoziert, hatte dem Koreaner ins Gesicht gelangt; Schmelzer hatte gar nichts gemacht – es gehört also einiges an Chuzpe dazu, das überhaupt miteinander in Verbindung und dann auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.“

Oliver Völkl (Focus.de) tadelt den Franzosen: „Wer den heißblütigen Superstar provoziert, kann ihn ganz einfach aus dem Spiel nehmen. Weil er das im Alter von 29 Jahren noch immer nicht gelernt hat, muss man Ribèry Naivität und/oder Ignoranz unterstellen.“

Ertrag: null

Auf Schalke geht die Krise weiter. Auch im DFB-Pokal-Achtelfinale zogen die Mannen von Neu-Coach Jens Keller den Kürzeren. Peter Müller (derwesten.de) schlägt die Hände vors Gesicht: „Der neue Trainer hatte nach der Beurlaubung von Huub Stevens ein paar Reizpunkte gesetzt , hatte die Aufstellung und die Taktik verändert, hatte die bisherigen Stammspieler Joel Matip und Lewis Holtby auf die Bank verwiesen, Tranquillo Barnetta als Rechtsverteidiger ausprobiert und Ciprian. Marica als zweite Spitze. Ertrag: null. Denn auf Schalke klaffte zwischen offensivem Potenzial und defensivem Verhalten weiterhin eine erhebliche Qualitätslücke. Bietet sich dem Gegner eine Chance, darf er auch gleich ein Tor verbuchen.“

Die Spieler setzten ein Zeichen

Den hochverschuldeten Offenbacher Kickers fällt nach dem Sieg gegen die favorisierten Düsseldorfer eine Zentnerlast von den Schultern. Sebastian Rieth (FR) klatscht begeistert Beifall: „Vor der Partie war der kriselnde Drittligist auf allen Ebenen bedenklich ins Wanken geraten. Doch in dieser dramatischen Situation, in der sich alles zuspitzte, zog sich das Team am eigenen Schopf aus dem Sumpf – und Verein wie Trainer den Kopf aus der Schlinge. Als der große Pokal-Abend vor ausverkauftem Haus zum Schlussakt eines finsteren Dramas zu geraten drohte, setzten die Spieler Zeichen. Erst mit ihrer Leistung, dann beim gemeinsamen Jubel mit dem Coach.“

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