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DFB-Pokal

Schlachtfeld Stadion

Kai Butterweck | Mittwoch, 16. August 2017 2 Kommentare

Brennende Banner, Bengalos und wild umherfliegende Leuchtraketen: Während des Pokalspiels zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC geht es auf den Rängen des Ostseestadions ans Eingemachte. Das Spiel steht kurz vor dem Abbruch. Die Presse verteilt schallende Ohrfeigen

Fliegende Leuchtraketen und brennende Banner: Das Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC muss minutenlang unterbrochen werden. Sogar ein Spielabbruch steht im Raum. Anne Vorbringer (Berliner Zeitung) ist fassungslos: „Es hat wohl wenig Sinn, an den Verstand oder an die Fußball-Liebe der Randalierer zu appellieren. Beides ist schließlich nicht vorhanden. Nur die Verantwortlichen in den Vereinen und beim DFB können dafür sorgen, dass Bilder wie die vom Montag sich nicht wiederholen. Dass der Fokus sich wieder auf den Sport richten kann. Denn wie die Partie Hansa Rostock gegen Hertha BSC am Ende ausging, ist ja nur noch Makulatur. Am Ende haben wir ein Spiel gesehen, das als „die Schande von Rostock“ verbucht wird. Natürlich sind es keine Massen, die da marodieren. Es sind vielleicht 20, vielleicht 50 Chaoten. Aber jeder einzelne Chaot ist einer zu viel. Und keiner von ihnen hat in einem Fußballstadion etwas zu suchen.“

Um sich wie Gewinner zu fühlen, haben sie ihre Mannschaft verlieren lassen

Hannes Hilbrecht (Tagesspiegel) winkt frustriert ab: „Genutzt, und das ist der Punkt, hat der Auftritt nur den Randalierern, auf beiden Seiten. In Europa teilen Gleichgesinnte Fotos und Youtube-Videos und applaudieren. Und genau darum ging es den Störenfrieden. Um sich wie Gewinner zu fühlen, haben sie ihre Mannschaft verlieren lassen. Neben, aber auch auf dem Platz.“

Die Mitteldeutsche Zeitung verneigt sich vor der Rostocker Haupttribüne: „Doch es gab an diesem düsteren Abend auch einen Hoffnungsschimmer. Und das war nicht nur Mitchell Weisers Vollspanntreffer zum 1:0. Es war der Großteil der Rostocker Fans, die während des gesamten Spiels friedlich geblieben waren. Sie skandierten zum Ende des Spiels gegen die Chaoten: „Und ihr wollt Hansa Rostock sein?“ Nur hier kann die Lösung des Problems beginnen. Bei den Fans selbst. Mit einer klaren Botschaft aus der eigenen Kurve.“

Peter Hess (FAZ) wendet sich mit einem Vorschlag an den DFB: „Nicht die Ultras müssen unterstützt werden, zu deren Kultur eben nicht nur Choreographien und Fangesänge gehören, sondern auch die Jagd auf gegnerische Fans und Fahnen sowie das Abfackeln von Pyrotechnik. Unterstützt werden müssen die „echten“ Fußball-Fans, die sich allerdings immer noch zu häufig als „Deckungsmasse“, wie es im Polizeideutsch heißt, zur Verfügung stellen. Bei kollektiven Strafmaßnahmen, etwa einem Zuschauerausschluss, sind alle, friedliche Fans und Krawallmacher, betroffen. Würde der DFB in Zukunft darauf verzichten, Kollektivstrafen zu verhängen, dann würde das die Solidarität der Fans mit den Ultras erschüttern.“

Auch Klaus Hoeltzenbein (SZ) kommt mit einer Idee um die Ecke: „In Zusammenarbeit mit Datenschützern könnte ein Modell mit personalisierten Tickets entwickelt werden – passiert beim Spiel nichts, werden die Daten sofort gelöscht. Das würde die Klubs viel Geld kosten, aber das muss es ihnen wert sein, ihr Unterhaltungsprogramm vor mehr als nur dem Feuerwerk zu retten.“

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Kommentare

2 Kommentare zu “Schlachtfeld Stadion”

  1. fussball-express.de
    Donnerstag, 24. August 2017 um 12:25

    Es handelt sich hierbei um kein „deutsches Problem“, schaut Euch doch mal um was in anderen europäischen Ländern/Ligen Woche für Woche abgeht…

  2. vfl93-liga.de
    Donnerstag, 31. August 2017 um 21:59

    Solche Szene will einfach niemand sehen und um ehrlich zu sein vergeht einem die Lust ins Stadion zu gehen bei so etwas…

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