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DFB-Pokal

DFB Pokal – Die ultimative Rundleder-Wundertüte

Kai Butterweck | Donnerstag, 31. Oktober 2019 ohne Kommentar

Alles ist möglich, nichts ist vorhersehbar: Auch in der dritten Pokalrunde geht es wieder drunter und drüber

Hertha BSC ringt Dynamo Dresden erst im Elfmeterschießen nieder. Katrin Schulze (Tagesspiegel) atmet tief durch: „Dass der Gastgeber letztlich siegte, mag glücklich gewesen ein. Aber es war längst nicht unverdient. Schließlich zeigte die Mannschaft erneut, was sie auszeichnet. Hertha in der Saison 2019/2020 steht bisher dafür, wirklich fußballerisch überzeugen zu wollen. Und für einen unbedingten Willen. Kurz gesagt: Hertha hat Herz.“

Jörn Lange (morgenpost.de) stellt Warnschilder auf: „Gegen Dresden ist Hertha mit dem Schrecken davon gekommen, aber der Warnschuss hatte (hoffentlich) genug Wumms, um die Sinne vor dem prestigeträchtigen Derby beim 1. FC Union am Sonnabend zu schärfen. Der Stadtrivale wird Herthas Patzer genauso gut zu nutzen wissen wie Dynamo – vermutlich sogar besser.“

Alte Verhaltensmuster

Der FC Schalke 04 besiegt kampfstarke Bielefelder. Marvin K. Hoffmann (wa.de) reibt sich die Augen: „Wer mit solch einer frischen Selbstverständlichkeit in eine Partie geht und 3:0 führt, muss das Spiel souverän zu Ende bringen. Die Knappen aber fielen in alte Verhaltensmuster zurück und hatten zum Schluss keine spielerische Dominanz mehr. Der Spielverlauf im DFB-Pokal zeigt: Schalke ist trotz der Erfolge am Anfang eines langen Weges.“

Der 1. FC Köln blamiert sich in Saarbrücken. Alexander Haubrichs (express.de) schlägt die Hände vors Gesicht: „Vom Start weg wirkten einst hochgejubelte Profis wie Tony Modeste und Jorge Meré, als wären sie nicht bei der Sache. Nur als Aushilfen in der Englischen Woche herhalten zu müssen, das schien zu viel verlangt. Und so verfestigt sich nicht nur der Eindruck, dass da Spieler Dienst nach Vorschrift verrichten, sondern vor allem der, dass der Coach Teile der Mannschaft schon verloren hat.“

Im Fußball zählen nun einmal die Tore

Der VfB Stuttgart kegelt den HSV aus dem Wettbewerb. Gregor Preiß (Stuttgarter Zeitung) adelt den Matchwinner: „Al Ghaddioui ist der klassische Torjäger, der nicht lange fackelt, sondern meist den direkten Abschluss sucht. So wie einst Simon Terodde und im Gegensatz zu vielen seiner VfB-Kollegen, die den Ball bisweilen umständlich am Strafraum entlang spielen. Mario Gomez, dem anderen Stoßstürmer, hat Al Ghaddioui in Sachen Wendigkeit und Torriecher im Moment klar den Rang abgelaufen. Da ist es völlig egal, dass der 29-Jährige in Kategorien wie Laufleistung oder Zweikampfquote erst weit hinten auftaucht. Im Fußball zählen nun einmal die Tore.“

Der FC Bayern kommt in Bochum gerade so mit einem blauen Auge davon. Martin Schneider (SZ) steht grummelnd neben der FCB-Trainerbank: „Niko Kovac hat sich wieder in eine Lage manövriert, in der er einen Befreiungsschlag dringend braucht. Der FC Bayern hat fünf Spiele nacheinander nicht überzeugt und wenn es selbst Hasan Salihamidzic mit Galgenhumor versucht und der in der Regel maximal diplomatische Kapitän Manuel Neuer öffentlich in seinen Statements immer schärfer wird – dann sind das größere Alarmsignale als das übliche Grummeln nach einem missglückten Spiel.“

Kovac unter Druck

Martin Volkmar (spox.com) stellt sich dazu: „Man hat den Eindruck, dass den Chefcoach derzeit nur die Ergebnisse retten. Ähnlich wie im Vorjahr lässt der Luxuskader des Rekordmeisters aktuell spielerisch fast alles vermissen, entsprechend groß ist der Frust beim erfolgsverwöhnten Anhang, bei dem sich große Teile mittlerweile gegen Kovac aussprechen.“

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