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Bundesliga

Ratlosigkeit auf Schalke

Kai Butterweck | Montag, 4. Februar 2013 1 Kommentar

Schalke-Coach Jens Keller steht nach der Heimschlappe gegen Tabellenschlusslicht Greuther Fürth zunehmend unter Druck. Auch beim VfB Stuttgart setzt sich die Talfahrt fort

Der FC Schalke 04 verliert vor heimischer Kulisse gegen Greuther Fürth. Daniel Theweleit (FR) fehlen die Worte: „Bis zum Samstag hatten die Verantwortlichen ja noch behauptet, die verseuchte Atmosphäre sei eine Erfindung des missgünstigen Umfeldes, vier Punkte aus zwei Partien zum Rückrundenauftakt waren gar nicht so schlecht. Nach dieser Partie ist das Elend nun bittere Realität. Nach nur einem Pünktchen aus den Duellen mit Augsburg und Fürth gehen den Schalkern die Argumente aus.“

Keine zündenden Ideen

Richard Leipold (FAZ.NET) schlägt die Hände vors Gesicht: „Nach der Niederlage gegen die Spielvereinigung, ist die Stimmung bei den Schalkern auf dem Tiefpunkt. Und das eine Woche vor dem Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München. Schon im Lauf der zweiten Halbzeit hatte sich der Frust vieler Fans in wütenden Pfiffen entladen. Die Schalker hatten die Geduld ihres erwartungsfrohen Publikums von Anfang an strapaziert. Gegen den Außenseiter, der wacker verteidigte, fehlte es ihnen zumeist an zündenden Ideen. Der Weggang des Mittelfeldstrategen Lewis Holtby hatte eine Umbesetzung erforderlich gemacht, an die Schalke sich offenbar erst gewöhnen muss.“

Oskar Beck (Welt Online) freut sich schon auf das kommende Schalker Gastspiel beim Rekordmeister: „Auf die Pfiffe für seine Einwechslung des Brasilianers Raffael, der später nur den Pfosten traf, hat Jens Keller reagiert, wie wir das auch gelegentlich von angeschossenen Trainern bis hinunter in die tieferen Ligen zu hören bekommen, nämlich so: „Hätte Raffael getroffen, wäre alles richtig gewesen.“ Alles? Also ein bisschen komplizierter ist der Fußball dann doch, der kleine Unterschied zwischen Jubel und Krise reduziert sich nicht auf einen unglücklichen Schuss an den Pfosten – aber vielleicht kann ihm das Heynckes in München besser erklären, falls dort im Schalker Strafraum kurz mal Ruhe ist.“

Fehlt noch was?

Dirk Graalmann (derwesten.de) stellt Schalke-Manager Hors Heldt an den Pranger: „Die Mannschaft ist schwer erziehbar? Heldt hat sie mit zusammengestellt. Die Erwartungshaltung der königsblauen Fans ist zu hoch? Mitnichten. Heldt selbst hat immer wieder – völlig zurecht – das Ziel Champions League ausgegeben. Die Mannschaft wirkt defensiv nicht gefestigt, ihr fehlt ein Spitzenkönner zwischen den Pfosten? Heldt hat diese Torhüterlösung mitgetragen. Fehlt noch was? Ach so, der Kredit des neuen Trainers Jens Keller, auf Betreiben eben jenes Horst Heldt installiert, ist längst aufgebraucht.“

Trostlose Lage

Auch beim VfB Stuttgart werden die Sorgenfalten nach zuletzt vier sieglosen Spielen immer größer. Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung) vermisst den unbedingten Willen im Spiel der Schwaben: „In einigermaßen mildes Licht wird die momentane Situation des VfB allein dadurch getaucht, das der Verein noch im DFB-Pokal und der Europa League vertreten ist – nur dank viel Glück zwar, aber immerhin. In der Bundesliga hingegen stellt sich die Lage recht trostlos dar. Das letzte gute Spiel liegt lange zurück; statt seiner stetigen Aufwärtsentwicklung, die der Trainer Bruno Labbadia gerne beschwört, geht es rapide bergab. Auf Platz 13 steht der VfB, einen einzigen Punkt vor Düsseldorf, einer weitgehend namenlosen, ungleich kostengünstigeren Mannschaft, der leidenschaftlicher Einsatz genügte, um völlig verdient als Sieger vom Platz zu gehen.“

Hendrik Buchheister (taz.de) hat die Ausreden satt: „Das Problem der Stuttgarter ist nicht personelle Unterbesetzung, der Verlust wichtiger Spieler oder mangelndes Selbstvertrauen. Das Problem ist, dass sie dem Gegner Hilfestellung leisten beim Toreschießen. Der misslungene Start in die zweite Saisonhälfte ist daher selbst verschuldet.“

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Kommentare

1 Kommentar zu “Ratlosigkeit auf Schalke”

  1. Die Presse- & Blogschau für Montag, den 4.2.2013 | Fokus Fussball
    Montag, 4. Februar 2013 um 12:42

    […] in der Krise” und beobachtet eine “Dynamik des Untergangs”. Der “Indirekte Freistoss” hat die Pressestimmen zur “Ratlosigkeit auf Schalke” […]

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