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Bundesliga

TSG Hoffenheim – Zurück zur Basis

Kai Butterweck | Mittwoch, 29. Mai 2013 2 Kommentare

Zwei souveräne Siege gegen Kaiserslautern sichern der TSG Hoffenheim den Verbleib in der Bundesliga. Die Presse applaudiert in Richtung Trainerbank

Martin Henkel (Berliner Zeitung) dankt Hoffenheim-Coach Markus Gisdol: „Hoffenheim hatte nicht gewonnen, weil Dietmar Hopp Milliardär ist, sondern weil ein Trainer aus den Gründungstagen der TSG, der frühere Ralf-Rangnick-Assistent Markus Gisdol, es geschafft hat, den alten Geist der Sinsheimer aus dem Aufstiegsjahr wiederzubeleben. Dieser Geist hatte früher das Geld des Mäzens mit einer lebensfrischen Idee von Fußball belebt und den Klub so vor den Anwürfen seiner Kritiker geschützt: nämlich zu spielen, als gäbe es im Leben immer ein wenig mehr zu gewinnen, als zu verlieren.“

Die TSG hatte zur Abwechslung einmal eine gute Idee

Auch Tobias Schächter (SZ) feiert den neuen Chef an der Seitenlinie: „Dass diese Saison nicht so albtraumhaft endete, wie es sich über drei Viertel der Strecke angefühlt hatte, verdanken sie in Hoffenheim vor allem Gisdol. Irgendwer bei der TSG hatte zur Abwechslung einmal eine gute Idee, als dieser zum Chefcoach und Alexander Rosen zum Leiter des Profifußballs berufen wurde. Gisdol war der vierte Trainer in dieser Saison, Rosen der dritte Manager. Mit seiner Geradlinigkeit, seiner Konsequenz und seiner kommunikativen Art schaffte es Gisdol, ein durch die vielen Personal- und Richtungswechsel der vergangenen Jahre verlorengegangenes Gemeinschaftsgefühl zu wecken.“

Klaus Wille (derwesten.de) blickt fragend in die Zukunft: „Hoffenheim ist drin geblieben, weil sie sich unter Trainer Markus Gisdol auf Verschüttetes besonnen haben – nennen wir es den Geist des Aufstiegsjahrs. Oder auch nur: Mut. Mut, im Abstiegskampf auf junge Spieler zu setzen. Tatsächlich war die Möglichkeit, immer aus dem Vollen zu schöpfen, für den Klub seit langem kontraproduktiv.Wie es weitergeht, hängt deshalb vor allem davon ab, ob es Gisdol gelingt, seiner Linie treu zu bleiben. In diesem Zusammenhang eine Frage: Was wird eigentlich aus Tim Wiese?“

Eine Form von Nervenkitzel, die es in sich hat

Christian Kamp (FAZ) nickt anerkennend mit dem Kopf: „Von allen letzten Prüfungen, die man sich denken kann, gehörte  diese gewiss zu den unangenehmsten. Ein Spiel um alles oder nichts auf dem  Betzenberg, das ist bei aller Abgebrühtheit, die man sich als Fußballprofi so  aneignet, eine Form von Nervenkitzel, die es in sich hat. Und die man erlebt  haben muss, um wirklich zu wissen, wovon man redet. Wer dabei so kühlen Kopf  behält wie die TSG Hoffenheim am Montagabend und dabei sogar den Rückschlag  eines verschossenen Elfmeters überwindet, der darf sich dann völlig zu Recht  das Prädikat „bestanden“ dick ins Abschlusszeugnis setzen lassen.“

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Kommentare

2 Kommentare zu “TSG Hoffenheim – Zurück zur Basis”

  1. HUKL
    Mittwoch, 29. Mai 2013 um 13:12

    Mal ehrlich, es hat sich doch noch kaum jemand für diesen Verein interessiert, der unter den Fittichen des damals jungen, aufstrebenden und mit großen Ideen sprießenden Trainers Ranglick sowie der ultrafinanziellen Unterstützung eines im Hintergrund „beratenden“ Groß-unternehmers sogar im Jahr 2008 den Herbstmeisertitel in der 1. Bundesliga holte.
    Wenn man allerdings in einer Saison vier(!) Trainer und drei(!) Manager verschleißt, muss naturgemäß mit wachsender Desinteresse der Allgemeinheit gerechnet werden.

    Wie alle obigen Kommentare übereinstimmend zeigen, ist aber mit der Verpflichtung des früheren Übungsleiters der zweiten Mannschaft (2009-11), Markus Gisdol, der danach bis Ende 2012 Assistent von H. Steves auf Schalke wurde, ein regelrechter „Hauptgewinn “ gezogen worden.
    Weil bei seinem Amtsantritt Anfang Februar nur noch sieben Spiele zu absolvieren waren und der Verein abgeschlagen nur auf Platz 17 stand,
    die Spieler auf dem Platz verunsichert und hilflos wirkten, galt dieser willensstarke Typ nicht mehr als „Feuerwehrmann“ sondern schon als „Aufbauarbeiter“ für die Zukunft in einer Klasse tiefer.

    Was dieser Gisdol aber in der Kürze der Zeit aus dieser „angeschlagenen“ Truppe machte, ist geradezu ein Wunder. Schnell holte er wieder durch sein allgemeines, wohltuend angenehmes, und dabei trotzdem zurückhaltendes Auftreten die schon längst verlorengegangene Gunst der Fans zurück und das bundesweit!

    Ihm ist zu wünschen, dass er auch in der nächsten Saison, nach erfolgtem Umbruch, der eine starke Reduzierung des vorhandenen aufgeblähten Kaders mit sich bringen wird, mit seinen Mannschaft noch ein wenig auf der gerade vorhandenen Erfolgswelle bleiben darf…..

  2. Manfred
    Mittwoch, 29. Mai 2013 um 16:10

    Meinst du nicht, dass das ganze Wechseltheater eher mehr Aufmerksamkeit bedeutet hat denn weniger?
    Davon abgesehen ist Rangnick (nicht -lick) Jahrgang 1958 und er war 2008 ebensowenig jung und aufstrebend, wie er das 2006 war, als er dort anfing.
    Fyi:
    1997–1999: SSV Ulm 1846
    1999–2001: VfB Stuttgart
    2001–2004: Hannover 96
    2004–2005: FC Schalke 04

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