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Bundesliga

Mainz singt und lacht

Kai Butterweck | Donnerstag, 3. März 2016 Kommentare deaktiviert für Mainz singt und lacht

Mit dem überraschenden Sieg beim Rekordmeister aus München macht der FSV Mainz die Bundesliga doch noch einmal spannend. Die Presse bedankt sich

Mainz gewinnt in München. Die Folge: An der Spitze wird es wieder enger. Jan Christian Müller (FR) traut seinen Augen nicht: „Die Bayern hatten schnell 78 Prozent Ballbesitz, dennoch gingen die erst am Spieltag angereisten Mainzer nach 26 Minuten durch das sechste Saisontor des Spaniers Jairo nach starker Vorarbeit des Italieners Giuilo Donati in Front. Die Gäste machten ihren Job wirklich gut, den Bayern fiel nicht viel ein gegen den lauffreudigen Gegner, der den Ausgleich von Arjen Robben durch Cordobas dritten Treffer im dritten Spiel nacheinander rotzfrech beantworteten.“

Plötzlich haben wir wieder so etwas wie einen Kampf um den Titel

Christian Spiller (Zeit Online) reibt sich die Hände: „Plötzlich haben wir wieder so etwas wie einen Kampf um den Titel. Fünf Punkte sind es nur noch zwischen dem FC Bayern und dem BVB, der seinerseits das Schlammcatchen in Darmstadt für sich entscheiden konnte. Wenn am Wochenende also der BVB die Bayern im Spitzenspiel schlägt, sind es nur noch zwei Punkte. Und wenn dann der FC Bayern noch einmal patzt … Das sind immer noch zwei Wenns, aber es waren schon einmal viel, viel mehr.“

Auch Thiemo Müller (kicker.de) kann sich ein freudiges Grinsen nicht verkneifen: „Die 05er haben tatsächlich das Meisterschaftsrennen der Bundesliga noch einmal spannend gemacht, dank ihres Coups zum dramaturgisch perfekten Zeitpunkt. Drei Tage vorm direkten Duell zwischen Verfolger Dortmund und Branchenprimus FCB stolperten die Münchner und gehen nun mit „nur“ noch fünf Zählern Vorsprung ins Spitzenspiel. Sollten die in der Rückrunde bislang ungeschlagenen Schwarz-Gelben (sechs Siege, ein Remis) vor heimischer Kulisse triumphieren, wäre aus dem scheinbar so langweiligen Alleingang des Rekordmeisters pünktlich zum Endspurt tatsächlich doch noch ein echter Zweikampf geworden.“

Jan Göbel (Spiegel Online) analysiert die zweite Hälfte des Spiels: „Die hätte beinahe mit dem 0:2 begonnen. Christian Clemens vergab jedoch aus zehn Metern. Sekunden später tat Josep Guardiola das, was ein Bayern-Trainer machen muss: Er wechselte Thomas Müller ein. Mit noch mehr Schwung im Angriff gelang schließlich der verdiente Ausgleich. Bayern drängte jetzt auf den Sieg und kassierte das 1:2. Der FCB hat gegen einen taktisch gut eingestellten und sehr effizienten Gegner verloren.“

Zu behäbig und zu nachlässig

Elisabeth Schlammerl (FAZ) bemängelt Grundsätzliches: „Wie schon im Heimspiel gegen Darmstadt gerieten die Bayern in Rückstand, weil sie vorne zu behäbig und hinten zu nachlässig agierten. Das änderte sich erst nach der Pause, als Thomas Müller in der für Coman kam. Nun gerieten die Mainzer mächtig unter Druck und schafften es nur noch selten, sich zu befreien.“

Klaus Hoeltzenbein (SZ) begleitet Rückkehrer Uli Hoeneß auf die Tribüne: „Eine Sitzschale fand er zunächst zwischen seiner Frau Susi und Hainer. Nach 21 Monaten Haft musste Hoeneß sich bis zur 64. Minute gedulden, ehe er in Freiluft mal wieder ein Bayern-Tor bejubeln konnte. Aus der Übung war er in dieser Hinsicht kaum gekommen, zu den Basketballern des FCB hatte er ja auch als Häftling gedurft, doch der Besuch in der Arena war ihm verboten. Sein Comeback dort, die Zeit als Fan, begann mit einer erstaunlichen Niederlage.“

Tobias Ahrens (11Freunde) hat Mitleid: „Knapp zwei Jahre lang hatte Uli Hoeneß vieles von innen gesehen, jedoch kein Fußballstadion mehr. Bei seinem ersten Besuch nach der Haft-Entlassung kam man nicht umhin, dem Grandseigneur des FC Bayern einen dieser Gala-Auftritte seiner Mannschaft zu wünschen, die er sich zuletzt meist aus der Zeitung zusammenlesen musste. Stattdessen ein ernüchterndes 1:2 gegen den FSV Mainz. Ausgerechnet Mainz. Mit einer Mannschaft, die vor Anpfiff noch unterlegener schien als Österreich 1978 und trotzdessen seit einigen Wochen immer weiter nach oben marschiert.“

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