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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Bundesliga

Und weiter geht’s…

Kai Butterweck | Dienstag, 24. Januar 2017 Kommentare deaktiviert für Und weiter geht’s…

Die Winterpause ist vorbei. Endlich rollt der Ball wieder. Die Presse beschäftigt sich mit Torwart-Momenten und nicht aufzuhaltenden Fabrik-Kickern

Christian Eichler (FAZ) freut sich über neue Spieler, neue Sportchefs und neue Trainer. Aber „in einem Punkt blieb alles beim Alten: der Rhetorik des ewigen Überlebenskampfs am Ball. Es ist das Vokabular der üblichen D-Wörter. Der Druck, der Dreck, der Dusel. Nur die Demut fehlt noch, doch wird sie in der Rückrunde gewiss ihren Auftritt bekommen.“

Markus Katzenbach (fnp) reibt sich die Hände: „Na gut, die Münchner Rekordmeister werden im Mai schon wieder die Schale stemmen. Aber ganz so leicht sollte ihnen das diesmal nicht fallen. Und dahinter ist vor dem Neustart nach der Winterpause das Rennen offen. Wer hätte gedacht, dass sich die Emporkömmlinge aus Leipzig dort tummeln, oder die alten und öfter mal gefährlich auf der Kippe stehenden Mittelstandsvertreter aus Berlin und Frankfurt? Man darf gespannt sein, wie sich diese Überraschungen der ersten Saisonhälfte, zu denen auch Hoffenheimer und Kölner gehören, im zweiten Teil schlagen.“

Lukas Hradecky verdient sich den Tagespreis

Robert Peters (rp-online) beglückwünscht Frankfurts Keeper Lukas Hradecky: „Gleich zwei Torhüter flogen vom Platz: der Bremer Jaroslav Drobny und der Frankfurter Lukas Hradecky – der eine (Drobny) wegen eines unverantwortlichen Kung-Fu-Angriffs auf den Dortmunder Marco Reus, der andere wegen einer Slapstick-Einlage, die er anschließend mit einem für Fußballer so untypischen Anfall von Selbstironie kommentierte. Damit gewann er mit weitem Vorsprung vor dem Arbeitskollegen Drobny den Tagespreis.“

Hannes Hilbrecht (Zeit Online) klatscht mit den Spielern von RB Leipzig ab: „Manche Kommerzkritiker hatten gehofft, dass aus den roten Bullen zahme Milchkühe werden. Vor einigen Jahren erlebte die Bundesliga den raschen Abstieg der TSG Hoffenheim vom Überraschungsherbstmeister zum Mittelfeldteam. Bei Leipzig zeichnet sich eine ähnliche Formkrise nicht ab. Das Team wirkt noch gefestigter als in der Hinrunde. Eintracht Frankfurt, ein Gegner, der München und Dortmund zuvor Punkte abgeluchst hatte, wurde nach Belieben beherrscht.“

Auch Christof Kneer (SZ) adelt die Arbeit der „Neuen“: „Schon jetzt lässt sich ermessen, wie sehr sich Leipzig und Hoffenheim um diese Saison verdient gemacht haben. Mit ihrem in derselben Fabrik unter luxuriösen Produktionsbedingungen hergestellten Fußball haben sie der Liga nicht nur eine gewisse Dramatik, sondern auch interessante neue Trainer (Ralph Hasenhüttl, Julian Nagelsmann) und neue Spieler (Naby Keita, Emil Forsberg, Nadiem Amiri) geschenkt oder bereits bekannte Spieler deutlich besser gemacht (Timo Werner, Sandro Wagner, Niklas Süle, Sebastian Rudy). Wie ernst das alte Geld das neue Geld nimmt, ist bereits erkennbar: Die Bayern haben gleich mal Süle und Rudy verpflichtet. Und dass sie Keita, Forsberg und Werner beobachten, ist so sicher wie der Nikolaus, der der Osterhase ist.“

Das Tor zeigte viele seiner Qualitäten

Benjamin Knaack (Spiegel Online) stellt Dortmunds neuen Rohdiamanten Alexander Isak vor: „Mittlerweile ist er in der schwedischen Nationalmannschaft angekommen. Dort schrieb er kürzlich Geschichte: Beim 6:0 gegen die Slowakei wurde er mit 17 Jahren und 113 Tagen jüngster Torschütze seines Landes. Das Tor zeigte viele seiner Qualitäten: Isak läuft, beschattet vom Gegenspieler, in den Strafraum, stoppt aber so abrupt, dass der Gegner einige Meter weiter rennt, während sich Isak den Ball mit dem Rücken zum Tor vorlegt (mit einem Kontakt), zwei schnelle Schritte macht, abzieht – und trifft. Ein hereingrätschender Gegenspieler kommt zu spät.“

Lars Wallrodt (Welt) ärgert sich über undisziplinierte Hanseaten: „Zu lange schon müht der HSV sich beim Versuch, sich endlich freizustrampeln aus dem Kellermorast. Der Einsatz der Millionen von Mäzen Kühne blieb bislang wirkungslos. Dass die vergangenen Jahre dem Nervenkostüm nicht gutgetan haben, liegt auf der Hand. Verzweifeln lässt die Hamburger vor allem die Tatsache, dass sie Meister der Selbstdemontage sind. Von den fünf Spielen, in denen sie in Unterzahl gerieten, gewannen sie nur eins – und auch das nur, weil Gegner Augsburg sich ebenfalls dezimierte. Das ewige Anrennen gegen personelle Überzahlen ist kräfte- und nervenraubend.“

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