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Bundesliga

Wer wird nie absteigen? H-H-H-HSV!

Kai Butterweck | Montag, 22. Mai 2017 ohne Kommentar

Sicher, es geht am letzten Spieltag auf vielen Plätzen hoch her. Aber das ultimative Drama-Feuerwerk wird (wieder mal) in Hamburg gezündet

Der HSV rettet sich in letzter Sekunde vor der drohenden Relegation. Peter Burghardt (SZ) fehlen die Worte: „Keine Braunschweiger Atomuhr wird je dafür sorgen, dass die Hamburger Bundesligauhr angehalten werden muss. Immer werden die Fans von Europapokalen und erster Liga singen. Immer. Eines Tages werden die Historiker und Archäologen sagen: Ja, ganz früher gab es auf der Erde die Dinosaurier, und dann gab es den HSV.“

Auch Hendrik Buchheister (Spiegel Online) geht davon aus, dass die Bundesliga-Uhr im Volksparkstadion auch in zwanzig Jahren noch ticken wird: „Die Zuschauer strömten auf den Platz, es fand eine spontane Party auf dem Rasen des Volksparkstadions statt. „Niemals zweite Liga!“, sang das Publikum. Und wenn man sieht, wie die Hamburger immer wieder die Klasse halten, wie sie sich auch im Laufe dieser Spielzeit zurückgekämpft haben und nach jüngsten Tiefschlägen wie dem 0:4 in Augsburg wieder auf die Beine kamen – dann ist man geneigt, dieser These zuzustimmen. Dann liegt die Vermutung nahe, dass dieser Klub tatsächlich niemals absteigen wird.“

Eine überaus beachtliche Leistung

Lars Wallrodt (Welt) zieht seinen Hut: „Nicht jubeln? Also bitte: Wer so etwas denkt, sagt oder postet, hat nie selbst Sport getrieben. In der Tat hat der HSV, gemessen an seiner wirtschaftlichen Potenz, wieder einmal eine grottige Saison gespielt. Knapp dem Abstieg zu entrinnen kann nicht das Ziel eines Klubs sein, der von Mäzen Klaus-Michael Kühne mit Geld gepampert wird. Die Mannschaft, zusammengestückelt aus ehemals starken Spielern, hat lange Zeit unter ihrem Potenzial Limbo getanzt. Und doch ist es Quatsch, nun von Glück zu sprechen und so zu tun, als ob die Mannschaft den Abstieg verdient gehabt hätte. Im Gegenteil: Den Hut sollte man ziehen vor einer Leistung, die bei genauerer Betrachtung überaus beachtlich ist.“

Britta Kehrhan (ndr.de) fordert eine Neuanfang-Kehrtwende: „Dass Dietmar Beiersdorfer den Verein sportlich und finanziell in eine desaströse Lage gebracht hat, dürfte bekannt sein. Zukunftsplanung ist gefragt, aber bitte nicht wieder einen Neunanfang beschwören. Das kann keiner mehr hören. Einfach mal machen. Es gibt doch Ansätze: zum Beispiel das Rettertor durch den 21 Jahre jungen Luca Waldschmidt, der viel zu viele Spiele auf der Ersatzbank verbracht hat. Oder das 1:1-Zitterspiel auf Schalke. Da standen fünf junge, nervenstarke HSV-Spieler auf dem Rasen – darunter zwei 18-Jährige, die alle zusammen so viel verdienen wie ein Pierre-Michel Lasogga. Geht doch!“

Florian Wichert (t-online.de) bekommt beim Anblick von wild feiernden HSV-Akteuren Ausschlag: „Seit Jahren serviert der HSV seinen Fans absolute Magerkost, verlor unter anderem mit 0:8 beim FC Bayern. Er verschleißt Trainer und Manager ohne Ende und die Profis kassieren Millionen. „Tick Tack, wir gehen euch weiter auf den Sack!“, twitterte der Verein in Anlehnung an die große Uhr im Stadion, die weiter tickt, bis der HSV doch mal runter muss. Dabei geht uns nicht der tolle Verein auf den Sack – sondern vielmehr die fehlende Bescheidenheit nach einer Katastrophensaison, die die Fans nicht verdient haben.“

Eine der größten Peinlichkeiten der Bundesligageschichte

Und Wolfsburg? Da brennt jetzt richtig der Baum. Stefan Hermanns (Tagesspiegel) ist schockiert: „Dass der VfL in die Relegation muss, ist nüchtern betrachtet eine der größten Peinlichkeiten der Bundesligageschichte. Mit einem Gehaltsetat von 90 Millionen Euro stellt der VfL eine der teuersten Mannschaften der Liga, allein vor dieser Spielzeit hat der VW-Klub fast 100 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Doch nur Gomez, der 10 der letzten 14 Saisontore erzielt hat, konnte die Erwartungen erfüllen. Drei Trainer versuchten sich an dem Kader, richtig stabil war die Mannschaft nie.“

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