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Bundesliga

Bundesliga – Es bleibt spannend

Kai Butterweck | Montag, 21. Januar 2019 ohne Kommentar

Weder der FC Bayern noch Borussia Dortmund gehen zu Beginn der Rückrunde vom Gaspedal. Außerdem: ein Frankfurter Rückkehrer, große Augen vor der S04-Ersatzbank und Bremer Offensive-Gedanken

Zu Beginn der Rückrunde präsentieren sich der FC Bayern und Borussia Dortmund bereits in prächtiger Frühform. Holger Luhmann (sport1.de) reibt sich die Hände: „Mit Prognosen ist es ja immer so eine Sache. Aber in diesem Fall ist den Fans zu empfehlen, sich einen Vorrat an künstlichen Fingernägeln anzuschaffen. Der Nervenkitzel dürfte bis zum Saisonende anhalten oder sogar noch zunehmen. Was gibt es Schöneres als diese jahrelang vermisste Spannung?“

Eng, umkämpft und hektisch

Oliver Fritsch (Zeit Online) holt überschwängliche Bayern-Fans wieder zurück auf den Boden: „Es war ein enges Match, umkämpft, versetzt mit vielen Fouls, hektisch, wild, temporeich bis zur 94. Minute. Doch Dortmund bestand die schwere Aufgabe. Julian Weigl improvisierte gut als Abwehrspieler, Roman Bürki hielt, was zu halten war, und Axel Witsel traf das Tor. Der BVB war nicht unbedingt besser als sein Gegner, ließ sich aber vom Horrido und Halali bayerischer Waldhörner nicht verschüchtern. Und gewann, mit Glück, aber nicht nur. Dortmund lässt sich nicht so einfach jagen.“

Danial Montazeri (Spiegel Online) lobt Dortmunds Matchwinner Axel Witsel: „Der Belgier war im Sommer Dortmunds Königstransfer, Witsel verteilt Bälle im Mittelfeld und sichert Angriffe ab. Was er seltener tut: Tore schießen. Ausnahme: Spiele gegen Leipzig. In der Hinrunde hatte er beim 4:1-Sieg des BVB getroffen, diesmal gelang ihm das einzige Tor, und das war wunderbar anzuschauen. Nach einem Eckball verlängerte Lukasz Piszczek den Ball vor Witsels Füße. Der holte aus, traf den Ball perfekt mit dem Vollspann und wuchtete ihn an die Unterkante der Latte, von wo aus er ins Tor sprang. Gratulieren möchten wir nicht nur Witsel, sondern auch Mitspieler Philipp, der so eben noch den Schädel aus der Flugbahn ziehen konnte.“

Wie ein Zen-Meister

Klaus Hoeltzenbein (SZ) verneigt sich vor Lucien Favre: „Während sie in Leverkusen ohne Starteffekt den Trainer wechselten und in Düsseldorf und München Silvesterkracher zündeten, ließ Dortmunds Taktik-Tüftler in aller Ruhe Kurzpässe üben. So emsig, dass auch Mario Götze, der lange verloren geglaubte Weltmeister-Siegtorschütze, beim 1:0 in Leipzig weiter an seiner Auferstehung arbeiten konnte. Da zofft nix. Für eine Liga, die nach sechs Münchner Meisterschaften in Serie derzeit ihren neuen Spannungsmoment genießt, ist es fast beruhigend zu sehen, dass der BVB so gelassen aus der Winterpause kommt, wie er eingestiegen ist. Wie ein Zen-Meister sitzt Lucien Favre auf dem Thron und gibt nix ab von seinem Vorsprung.“

Die Eintracht aus Frankfurt spielt weiter munter oben mit. Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz (FR) adeln Comebacker Sebastian Rode: „Rode war in seinem ersten Bundesligaspiel seit langem schwer unterwegs, in den 70 Minuten spulte er 10,5 Kilometer herunter, hätte er durchgespielt, wäre er auf 13,5 Kilometer gekommen, ein außergewöhnlich guter Wert. Dann wurden ihm die Beine schwer. Und was er mit dem Ball anstellte, konnte sich sehen lassen. Fußballerisch haben ihn seine Wanderjahre bei Bayern München und Borussia Dortmund offensichtlich weitergebracht, er hat spielerisch einen Sprung nach vorne getan. Und es war natürlich auch kein blanker Zufall, dass er es war, der beim wichtigen 1:0 durch Sebastien Haller seine Füße im Spiel hatte.“

Der überraschende Torwartwechsel bei Schalke 04 schlägt erwartungsgemäß hohe Wellen. David Herten (derwesten.de) schaut vor dem Anpfiff ganz genau hin: „Kaum brach das Blitzlichtgewitter auf Ralf Fährmann aus, da stand der S04-Torwart auf und meckerte die Fotografen an. Was der 30-Jährige wohl mit seinem kurzen emotionalen Ausbruch sagen wollte: Es geht hier nicht um mich, sondern um die Mannschaft. Richtet eure Kameras also aufs Spielfeld! Schon beim Warmmachen gab es einen Moment, der zeigte, dass der Wechsel im Schalker Tor offenbar bei Ralf Fährmann keine großen Wunden hinterlässt. Innig umarmte er Nübel und sprach ihm Mut für das Spiel zu. Und Fährmanns Worte sollten ihre Wirkung erzielen, denn Nübel zeigte eine starke Leistung.“

Björn Knips (deichstube.de) beschäftigt sich mit der Werder-Offensive: „Aktuell gibt es keinen Ailton, keinen Klasnic, keinen Klose und keinen Pizarro in den besten Jahren. Der Werder-Mannschaft von 2019 fehlt ein echter Torjäger. Nicht auszudenken, was mit so einem Knipser schon alles möglich wäre. Denn Florian Kohfeldt hat der Mannschaft gut eingeimpft, wie sie in den Strafraum kommt. Dort entscheidet dann oftmals die individuelle Klasse, über drin oder eben nicht drin. Milot Rashica ist da ein gutes Beispiel und zugleich ein Hoffnungsträger. Die guten Chancen ließ er mal wieder liegen, als Abstauber war er dann aber erfolgreich.“

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