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Bundesliga

Bundesliga – 3, 2, 1 – Action!

Kai Butterweck | Montag, 19. August 2019 ohne Kommentar

Fan-Fingerzeige bei Union, Schöngerede in München und ein bärenstarker Ami im Rheinland: Endlich rollt der Buli-Ball wieder

Der 1. FC Union kommt bei seinem Liga-Debüt ordentlich unter die Räder. Die Fans feiern trotzdem. David Joram (Tagesspiegel) ist beeindruckt: „Die Fans feierten ihre Lieblinge, als sei die Aufstiegsparty noch in vollem Gange. Es war die wohl schönste 0:4-Niederlage der Bundesliga-Geschichte, ein Erlebnis, völlig losgelöst vom Ergebnis. Ein Erlebnis, wie es nur ein etwas anders gestrickter Klub abhalten kann, den Präsident Zingler nun so andersartig aber gar nicht mehr sehen will. „Ich will hier gar nicht die Atmosphäre zulassen, dass wir mal ein Jahr durch die Erste Liga gehen und Freude daran haben und dann ist es nicht so schlimm, wenn wir absteigen“, hat Zingler gesagt. Just nach dem ersten Spiel hat er sie nun schon erlebt, diese Atmosphäre. Und das war gut so.“

Schweigen als stärkstes Signal

Der Schweigeprotest der Union-Fans gegen das „Konstrukt“ RB Leipzig kommt bei Olivia Gerstenberger (dw.com) gut an: „Wenn die sonst so laute Tribüne schweigt – in einem für den Verein und die Bundesliga so historischen Moment – dann zeigt das massive Wirkung. In einem solch historischen Moment ist Schweigen das stärkste Signal. Medien berichten, Fans diskutieren ligaweit und Union beweist, dass es für seine Werte und Überzeugung einsteht. Egal, in welcher Liga. Erst Recht in der Bundesliga mit all ihrer medialen Aufmerksamkeit und ganz besonders in diesen bedeutenden Minuten.“

In München hält der Frust nach dem ernüchternden Unentschieden gegen starke Herthaner nicht lange an. Die Verpflichtung von Superstar Coutinho deckelt die graue Realität. Elisabeth Schlammerl (FAZ) ist genervt: „Wenn der Erfolg auf dem Platz ausbleibt, ist es ganz gut, wenn es daneben etwas Positives zu mitzuteilen gibt, um von Defiziten abzulenken. Allerdings versuchen die Münchner immer wieder, Partien wie die gegen Hertha besser zu reden, als sie sind.“

Münchner Transfers und Dortmunder Tore

Sebastian Fischer (SZ) freut sich auf die kommenden Monate: „Für die Bundesliga bedeutet der Coutinho-Transfer – umso mehr, sollte ihm nach dem bereits bestätigten Zugang von Mittelfeldspieler Mickael Cuisance auch noch jener des Stürmers Mario Mandzukic folgen – einen Wettkampf um die Meisterschaft auf derart hohem Niveau, wie es selten war in den vergangenen Jahren. Münchner Transfers und Dortmunder Tore – der Zweikampf an der Spitze der Liga hätte mit Blick auf einen spannenden Wettbewerb eigentlich kaum besser beginnen können.“

Leonard Brandbeck (Tagesspiegel) setzt einen wichtigen Haken: „Am Ende ist dann aber natürlich doch alles so gekommen, wie es beim Rekordmeister üblich ist. In der kommenden Saison stehen mit Philippe Coutinho und Ivan Perisic zwei weitere Profis im Team, die selbstverständlich ganz ordentlich kicken können und den Kader der Bayern den eigenen Ansprüchen gemäß auf Stand bringen. Wie gut, dass das ständige Transfer-Hickhack damit vorbei ist. Denn so kann bei den Bayern jetzt auch endlich wieder über sportliche Belange gesprochen werden.“

Vorausschauende Kaderplanung geht anders

Neben Coutinho verpflichten die Bayern auch noch Mickael Cuisance. Frank Hellmann (FR) fasst sich an den Kopf: „Warum beispielsweise die Münchner erst jetzt den talentierten Franzosen Mickael Cuisance für die vergleichsweise läppische Summe von zehn Millionen Euro vom Liga-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach loseisen und ihm einen Fünfjahresvertrag geben, wirkt kaum nachvollziehbar. So hat der 20-Jährige die komplette Vorbereitung in München versäumt und wird sich im Luxuskader hintenanstellen müssen. Nein, vorausschauende Kaderplanung geht anders.“

Auf der Suche nach dem „Spieler des Spieltags“ landet Fabian Scheler (Zeit Online) in Düsseldorf: „Für den neuen Torhüter von Fortuna Düsseldorf gab es nach dem 3:1 in Bremen Lob vom Gegner, Lob vom eigenen Trainer und Lob vom TV-Experten. Es gibt schlimmere Arbeitstage. Der Amerikaner hielt Düsseldorf den Auswärtssieg an der Weser fest. Er parierte im Fliegen, im Stehen, im Liegen, wahrscheinlich hält er bald auch im Schlaf ein paar Flanken seiner Schwester, die mit ihm in eine WG gezogen ist. Seine Mitspieler schwärmen schon nach dem ersten Spieltag von ihm.“

Klimameister?

Lutz Wöckener (Welt) regt sich über „bizarren Studien-Irrsinn“ auf: „Wann hat das eigentlich angefangen? Und weshalb? Mit dem Bratwurstmeister, dem Klimameister, Trikotmeister und Biermeister. Mit dem Reisemeister, Social-Media-Meister, Stadionmeister und all den anderen. Neuerdings wird sogar der Randalemeister gekürt. Die Bundesligasaison hat noch nicht begonnen, da sind Dutzende Titel bereits vergeben.“

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