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Bundesliga

Alexander Nübel – Auf den Spuren von Manuel Neuer

Kai Butterweck | Montag, 23. Dezember 2019 ohne Kommentar

Torwart Alexander Nübel verlässt am Saisonende Schalke 04. Das mutmaßliche Ziel: der FC Bayern München. Außerdem: Hans(i) im Glück

Aller Wahrscheinlichkeit nach wechselt Alexander Nübel im kommenden Jahr als Manuel-Neuer-Vertreter zum FC Bayern München. Maximilian Miguletz (sport1.de) kommt mit warnenden Worten um die Ecke: „Die Perspektive, die sich Nübel bietet, ist nicht golden, sondern zunächst einmal trist. Im schlimmsten Fall verspekuliert sich der 23 Jahre alte Keeper – und verbaut sich eine mögliche Weltkarriere.“

Her mit der Binde!

Marcel Guboff (wa.de) zerrt an Nübels Trikot: „Sportlich ist der Abgang durchaus verkraftbar, aber er sorgt aus mehreren Gründen für Diskussionen. Nübel als Kapitän zu bestimmen, war im Nachhinein ein Fehler. Ihm die Binde unter diesen Umständen wieder abzunehmen, wäre nur konsequent und sicher nicht mit so viel Aufschrei verbunden wie bei Benedikt Höwedes oder Ralf Fährmann, die von Ex-Coach Domenico Tedesco rasiert wurden.“

Philipp Selldorf (SZ) stellt einen ehemaligen Sportchef an den Pranger: „Es war der Manager Christian Heidel, der es versäumte, Nübels Vertrag zu verlängern, als dieser noch dazu bereit war. Bis in den Januar 2019 hinein wäre die Unterschrift für ihn selbstverständlich gewesen. Dann aber stieg Nübel zum Stammkeeper auf und erkannte den Vorteil, der im nahenden Vertragsende lag. Finanziell dürfte der sogenannte nächste Schritt zum größeren Verein nicht sein Schaden sein.“

Christian Brausch (reviersport.de) schiebt Noch-Ersatztorwart Markus Schubert ins Rampenlicht: „Mit Markus Schubert wurde im Sommer ein Talent aus Dresden verpflichtet, wohl bereits mit der Weitsicht, dass Nübel sich verändern könnte. Gegen Wolfsburg und Freiburg konnte er andeuten, was in ihm steckt. Und daher sollte Wagner mit Schubert planen. Alles andere wäre ein Risiko, denn Nübel, der bereits mehrere Fehler in der Hinrunde machte, würde bei weiteren Patzern ein Spießrutenlauf bevorstehen. Das kann uns muss der Trainer dem Schlussmann und eigentlich auch der Mannschaft ersparen.“

Kein unverdientes Glück

Hansi Flick bleibt mindestens bis zum Saisonende Bayern-Cheftrainer. Christian Eichler (FAZ) applaudiert: „Was vom alten Selbstverständnis noch gefehlt hatte, lieferte Flick in den letzten vier Tagen des Fußballjahres nach – das Gefühl, dass man das Glück, den guten alten Bayern-Dusel, endlich wieder erzwingen kann. Flick tat das, indem er in Freiburg und gegen den VfL Wolfsburg kurz vor Schluss den 18 Jahre alten Joshua Zirkzee einwechselte. Das war aus der Not geboren, denn in Folge zahlreicher Ausfälle hatte Flick einfach keine andere offensive Option mehr. Und Zirkzee wurde zum Glücksgriff, zum Beleg des laut Serge Gnabry „glücklichen Händchens, das der Trainer zweimal bewiesen hat“. Ein allerdings nicht unverdientes Glück, denn so mutig wie Flick hat seit Louis van Gaal vor zehn Jahren kein Bayern-Trainer mehr auf die Jugend gesetzt.“

Maximilian Koch (abendzeitung-münchen.de) schließt sich an: „Hansi Flick ist der richtige Trainer zur richtigen Zeit, er lässt das Team, den Serienmeister, endlich wieder den Fußball spielen, der zur DNA des Klubs passt: offensiv, aggressiv, dominant. Die Trennung von Flick-Vorgänger Niko Kovac war für viele Spieler eine Befreiung. Flick ist in puncto Mannschaftsführung und Angriffstaktik in einer anderen Kategorie anzusiedeln, wesentlich gelassener, souveräner als sein Vorgänger, ein empathischer Coach und: mutig.“

Daniel Rathjen (eurosport.de) blickt in die Kristallkugel: „Läuft es ideal, wachsen Mannschaft und Trainer weiter zusammen, gewinnen einen oder zwei Titel und nehmen den Schwung gleich mit in die Zukunft. Das Team wird unter anderem mit Leroy Sané und Kai Havertz, zwei ebenfalls noch jungen Spielern ergänzt, und greift voll an. Flick wäre als Coach, der die Mannschaft dann sehr gut kennt und seine Transfer-Wünsche einbringen kann, auch im Vorteil im Vergleich zu einem Erik ten Hag (Ajax Amsterdam), der komplett neu starten würde oder einem Thomas Tuchel (Paris Saint-Germain), der sich in der Vergangenheit in der Bundesliga nicht unbedingt durch gelungene Kommunikation mit seinen Vorgesetzten ausgezeichnet hat.“

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