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Internationaler Fußball

Adu-Effekt

Oliver Fritsch | Donnerstag, 11. November 2004 Kommentare deaktiviert für Adu-Effekt

Die NZZ (11.11.) befasst sich vor dem Finale mit der Bedeutung Freddy Adus für die Major League Soccer: „Adu mag fussballerisch noch keine Bäume ausreissen, doch für das Marketing der Major League Soccer (MLS) ist er von enormer Bedeutung. Es ist praktisch ausschliesslich seiner Präsenz zu verdanken, dass der Zuschauerschnitt in der Liga um 4,4 Prozent gestiegen ist. Im eigenen Stadion kamen im Vergleich zum letzten Jahr durchschnittlich 1667 Zuschauer mehr pro Heimspiel, und auf fremden Plätzen war der „Adu-Effekt“ noch stärker zu spüren; wenn Washington zu Gast war, klingelte beim Heimverein die Kasse. „Freddy ist gut für den gesamten Fussball“, sagt Kevin Payne, der Präsident von D. C. United, und Don Garber, Commissioner der Liga, glaubt gar, erstmals über einen Spieler zu verfügen, der Menschen fasziniere, die sich bis anhin keinen Deut um Soccer gekümmert hätten. Garber mag damit Recht haben, doch sollte er sich nicht alleine auf die Wirkung Adus verlassen. Die Probleme der Liga sind zu gross, um von einem 15-Jährigen gelöst werden zu können. Das Play-off-System ist absurd. Acht von zehn Teams erreichen die K.-o.-Phase, was dazu führt, dass viele Spiele der Regular Season praktisch bedeutungslos sind. Die Einkaufspolitik der Liga ist fragwürdig, und bis heute ist man sich immer noch nicht schlüssig, ob denn nun das grösste Potenzial bei den Hispanics liegt oder doch in der weissen Mittelschicht des Landes.“

Aus der NZZ (11.11.) erfahren wir über Geschichte und Entwicklung des Liechtensteinischen Fußball-Verbands: „Die Geschichte des LFV reicht weiter zurück als die internationalen Engagements vermuten lassen. Die Gründung erfolgte 1934 durch die damals bestehenden vier Fussballvereine, die ein Jahr zuvor eine Vereinbarung abgeschlossen hatten, um an den Schweizer Meisterschaften teilnehmen zu können. Erst 40 Jahre später wurden die Weichen auf internationaler Ebene gestellt: Die Fifa nahm das Fürstentum im Jahre 1974 als 142. Mitglied auf, in der Uefa nahm Liechtenstein Platz als 34. Mitglied. Den ersten offiziellen Ländermatch spielte die liechtensteinische Nationalequipe 1982 gegen die Schweizer Auswahl, der entgegen den Erwartungen – und dank freundnachbarlicher Zurückhaltung – nur in einer 0:1-Niederlage des Aussenseiters endete. Auf internationales Parkett wagte man sich 1994 mit der Teilnahme an der EM-Qualifikation vor, nachdem im Jahr zuvor der Deutsche Dietrich Weise als Nationaltrainer verpflichtet worden war. (…) Innerhalb eines Jahrzehnts entwickelte sich aus einer zusammengewürfelten Equipe eine Nationalmannschaft, die von den Gegnern nicht mehr auf die leichte Schulter genommen werden kann, sondern als kampfstarker, unberechenbarer Kontrahent eingestuft werden muss. Die seit Jahren konsequent durchgezogene Juniorenförderung beginnt zusammen mit der Professionalisierung des FC Vaduz die erhofften Früchte zu tragen. Nationaltrainer Martin Andermatt kann bei der Selektion auf eine Stammgruppe der Challenge-League-Mannschaft des FC Vaduz zurückgreifen, die durch einzelne Spieler, die in anderen Mannschaften in Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Italien unter Vertrag sind, ergänzt wird.“

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