Confed-Cup
Allianz-gegen-Franz
| Montag, 4. April 2005 Kommentare deaktiviert für Allianz-gegen-Franz
In der taz (4.4.) lesen wir: „Eine „Koalition des europäischen Denkens und Fühlens“ soll verhindern, dass Franz Beckenbauer eine Uefa-Präsidentschaft von Michel Platini verhindert. „Platini ist der Richtige, Beckenbauer wäre ein Skandal“, sagte Initiator Daniel Cohn-Bendit der taz. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im EU-Parlament will für die Allianz-gegen-Franz fraktionsübergreifend Abgeordnete aus dem EU-Parlament zusammenbringen. Und alle Europäer, denen das Wohl des Fußballs am Herzen liege. Die Allianz-gegen-Franz begründet ihr Wirken auf der Idee eines gelebten Europa und eines gesamteuropäischen Gedankens, der sich in der Besetzung des Uefa-Präsidenten ausdrücken müsse. Michel Platini sei ein Promoter für Europa, der zudem die Macht der europäischen Fußballkonzerne einschränken wolle. Beckenbauer werde letztlich die Macht der Fußballfunktionäre und der Fußballkonzerne stützen. „Es geht um den europäischen Fußball und nicht um die Partikularinteressen einiger deutscher Unternehmen“, sagt Cohn-Bendit.“
Der laufende Werbeprospekt
Thomas Kistner (SZ 4.4.) gibt dazu zu bedenken: „Der Grüne verweist auf Beckenbauers enge Geschäftsbande etwa zu Springer-Presse, ZDF und Adidas. Tatsächlich ein Problem, an dem schon Beckenbauers Vorstandskollegen beim FC Bayern verzweifelten. Kaiser Franz, der laufende Werbeprospekt, der sich an keine Geschäftsmoral gebunden sieht, wenn es um seine Privatvermarktung geht, wird eine Menge Verträge kündigen müssen, wenn er die Uefa unumstritten führen will, Europas Fußballgemeinde schaut ja weniger glaubensfest auf ihn als die deutsche Volksseele. (…) Jedoch gerät die furchtlose Attacke auf Deutschlands Promi-Ikone in trübes Licht, wenn der Grüne ausgerechnet Platini als „Promoter für Europa“ anpreist. Bislang fiel Platini nur als Karrierist auf. Unvergessen seine scharfe Opposition gegen Lennart Johansson, der 1998 gegen Sepp Blatter um den Fifa-Thron kandidierte. Platini, bei der von korruptiven Umständen begleiteten Wahl wichtiger Fürsprecher Blatters, beantwortete die Frage nach einem Wahlsieg Johanssons so: „Dann werde ich in ein Kloster flüchten, um das Massaker nicht mit ansehen zu müssen.“ Welchen Vorteil Europa von einem Schmusekurs mit dem Fifa-Potentaten hätte, muss Cohn-Bendit, der frankophile Vordenker & Vorfühler, noch erklären.“










