Internationaler Fußball
Fußballgötter sind auch nur fehlbare Menschen
| Montag, 10. Oktober 2005 Kommentare deaktiviert für Fußballgötter sind auch nur fehlbare Menschen
Qualifiziert – doch Peter Heß (FAZ 10.10.) befasst sich mit der Formschwäche Englands und David Beckhams: „Die Teamleistung unterschreitet zur Zeit die Summe der individuellen Fähigkeiten erheblich. Gemessen an den Namen und am Potential, spielt England einen aufsehenerregend schlechten Fußball – wodurch Trainer Eriksson unter Druck geraten ist. (…) Der Wert des fußballerischen Beitrags Beckhams wird diskutiert. Dynamik und Defensivverhalten sind eher unterdurchschnittlich entwickelt. Sein Talent für 40-Meter-Pässe ist im modernen Fußball kaum noch gefragt, seine Freistöße sind kunstvoll, aber treffen das Ziel auch nicht häufiger als die anderer Spezialisten. Von seiner Pflicht als Elfmeterschütze hat sich Beckham vor dem Österreich-Spiel entbinden lassen. Eriksson lobte schon vor dem Anpfiff: „David liebt Verantwortung. Daß er Frank Lampard die Elfmeter übertragen hat, zeigt, wie wichtig ihm das Wohl des englischen Fußballs ist.“ Welch ein seltsamer Samstag für einen Superstar: Beckham nutzt England lediglich durch seinen Elfmeter-Verzicht, gefährdet den Erfolg nachhaltig durch einen Platzverweis und gerät noch als erster Nationalspieler mit zwei Hinausstellungen in der Karriere in die Rekordlisten. Doch statt Häme schlägt Beckham Anteilnahme entgegen. Die Engländer werden gerne daran erinnert: Fußballgötter sind auch nur fehlbare Menschen.“
Wieder in der Steinzeit
Ronny Blaschke (BLZ 10.10.) schreibt über das wahrscheinliche Ausscheiden Griechenlands: „Fünfzehn Monate nach der EM ist Griechenlands Fußball wieder dort, wo er vorher war: in der Steinzeit. Rehhagel ist daran nicht schuldlos. Wie nach dem überraschenden Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Kaiserslautern 1998 schaffte er es nicht, den Größenwahn zu bändigen. Er reduzierte die Kommunikation mit der Öffentlichkeit auf ein Minimum, statt in schweren Zeiten Harmonie zu schaffen. So hielt er es vor dem Spiel in Kopenhagen nicht für nötig, seine Entscheidungen zu erklären.“
Mittelmacht
Christoph Biermann (SZ 10.10.) kommentiert den Aufschwung der Schweiz: „Die Schweiz ist auf dem Weg dazu, wieder eine fußballerische Mittelmacht zu werden. Gelänge die Qualifikation für die WM 2006, bedeutete das die Teilnahme an drei internationalen Großturnieren in Serie – bei der EM 2004 waren die Schweizer dabei, und für die EM 2008 sind sie als Gastgeber bereits qualifiziert. Ähnliches hat es für das Team zuletzt vor einem halben Jahrhundert gegeben.“
NZZ-Bericht Schweiz-Frankreich (1:1)
WamS: Die lange Zeit darbende Nationalmannschaft Polens sorgt für Furore










