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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Ascheplatz

Scheinheilig

Oliver Fritsch | Donnerstag, 10. August 2006 Kommentare deaktiviert für Scheinheilig

Wer darf wetten, wer darf wie und wo für Wetten werben? Klaus Ott (SZ/Wirtschaft) kommentiert den Streit zwischen Staat und Fußball um das Wettmonopol des Staats und die Werbung der Bundesliga für den privaten Wettanbieter Bwin: „Die Bundesländer wollen die Zeit zurückdrehen und ihrer eigenen Sportwette Oddset nachträglich wieder jenes Monopol verschaffen, das längst verloren ist. Man müsse die Bürger davor schützen, der Spielsucht anheim zu fallen, sagen die Ministerpräsidenten. Das gehe nur, wenn man dieses Geschäft selbst betreibe. Eine durchsichtige und scheinheilige Argumentation. Jahrelang hat es Edmund Stoiber und die anderen Regierungschefs nicht gekümmert, daß staatliche Casinos an Gästen verdient haben, die dem Spiel verfallen sind. Was zählte war, daß die eigenen Spielbanken und Lotterien möglichst viel Geld in die Landeskassen abführten. Das soll so bleiben – vor allem deshalb gehen die Länder auf allen Ebenen und mit allen Mitteln gegen die privaten Anbieter vor. Als ob sie den Bürgern verbieten könnten, mittels Internet bei Bwin in Österreich zu tippen. Die Landespolitiker haben es versäumt, zeitgemäße Regeln für ein geordnetes Nebeneinander von staatlichen und kommerziellen Glücksspielen zu schaffen.“ Ott schließt mit einem pessimistischen Ausblick für Oddset: „Die Staatswette dürfte der große Verlierer sein, und mit ihr der Amateursport.“

FR: Heute will das Land Sachsen dem privaten Wettanbieter Bwin die Lizenz entziehen; deutscher Fußball sieht sich als Opfer
Bild: Amateurvereine dürfen ihre Bwin-Trikots nicht anziehen – 1. Nackt-Protest im deutschen Fußball
if: Doppelmoral: Werbung mit privaten Wettanbietern – ein spannendes, vertracktes und großes Thema für die Fußballmedien

FAZ: Ein Übersicht der Preise im Bezahlfernsehen: Wer zahlt wo wieviel wofür? „Als letzte Alternative bleibt natürlich die ARD-Sportschau, die von 18.10 Uhr an läuft, aber erst ab 18.30 Uhr Erstliga-Bilder zeigt. Aufgrund der gewohnten Werbeunterbrechungen ist allerdings zu befürchten, daß auch die Sportschau die Fans ordentlich was kosten wird: nämlich eine Menge Nerven. Wenigstens ist dafür keine Aktivierungsgebühr fällig.“
BLZ: „Bundesliga auf Arena, Premiere,Telekom – die Konstruktionen versteht nur, wer zuvor mindestens ein Semester Bezahlfernsehen studiert hat“

SZ: Bundesliga-Vereine bekommen höhere Einnahmen aus Medienrechten, doch im Vergleich zu europäischen Klubs bleiben sie arm

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