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Internationaler Fußball

Fette Ernte vertändelt

Oliver Fritsch | Samstag, 10. Mai 2008 Kommentare deaktiviert für Fette Ernte vertändelt

Paul Ingendaay (FAZ) hält die Entlassung Frank Rijkaards in Barcelona zwar nicht unbedingt für gerecht, aber für folgerichtig: „Nicht dass es der 1:4-Schlappe bei Real Madrid noch bedurft hätte, um den Entschluss zum Wechsel zu bekräftigen. Doch der saftlose Auftritt und das schmachvolle Gefühl, von einem bis in die Haarspitzen motivierten Gegner überrollt worden zu sein, haben es auch noch dem letzten Unbelehrbaren eingebleut: Diese Mannschaft ist erledigt. Sie braucht nicht nur Ruhe und Facelifting, sondern ein Erneuerung vom Kopf bis zu den Füßen. Und die Gesetze des Fußballs sehen in solchen Fällen vor, beim Trainer zu beginnen. Jenem Mann folgen, dessen Triumphe noch in der Vitrine zu bewundern sind, aber in den täglichen Übungen auf dem Rasen in weite Ferne gerückt waren. Drei Jahre sind es, für die Barça-Fans Rijkaard immer dankbar sein werden: für den Aufbau in der Saison 2003/04 und die fette Ernte von fünf Titeln in den vierundzwanzig Monaten danach. Neben zwei spanischen Meisterschaften sowie zwei spanischen Supercopas trat 2006 als Krönung der Gewinn der Champions League. Hätte man es vorher gewusst, Rijkaard wäre gut beraten gewesen, damals mit frischem Lorbeer auf dem Haupt abzutreten und die Verwaltung des Rufs, das am schönsten spielende Team der Welt zu befehligen, einem anderen zu überlassen. Aber wer tut das schon? So machten sie alle weiter, etwas älter, müder und verwöhnter geworden, und nach weiteren vierundzwanzig Monaten hatten sie alles wieder vertändelt.“

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Duelle im Hamsterrad

Barbara Klimke (Berliner Zeitung) erwartet das knappe Saisonfinale in der Premier League mit einer Mischung aus Spannung und Langeweile: „Dass sich vier englische Klubs gegenseitig national wie international besiegen, ist faszinierend, und zwar bis zum Überdruss. Dreimal haben sich der FC Arsenal und Liverpool binnen einer Aprilwoche beharkt, zweimal davon in der Champions League, einmal in der Liga. Zweimal spielen nun, seit Arsenal und Liverpool abgehängt sind, der FC Chelsea und Manchester United das Saisonfinale aus, in der Meisterschaft und im Europacup. Es sind Duelle im Hamsterrad mit Ball und 44 Beinen. In Schwung gebracht, in Bewegung gehalten, wird das Rad vom Geld: Der FC Chelsea und Manchester United sind nicht von ungefähr die mächtigsten Klubs der Liga. Die neureiche Londoner Truppe verdankt ihren ‚vulgären Wohlstand’ (Guardian), bekanntlich dem russischen Milliardär Roman Abramowitsch; Manchester United, inzwischen von den US-Investoren der Glazer-Familie übernommen, ist dagegen fast schon alter Landadel.“

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