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Milan an die Wand gespielt

Oliver Fritsch | Samstag, 28. Februar 2009 Kommentare deaktiviert für Milan an die Wand gespielt

Werder Bremen zeigt sich von seiner Schokoladenseite / Stuttgart stößt an seine Grenzen / Aufschwung in Russland und der Ukraine hält an

Sebastian Stiekel (FAZ) beschreibt fasziniert Werders Leistung in Mailand (2:2): „Genauso beeindruckend wie das Ergebnis war, wie es zustande kam: Werder spielte Milan an die Wand. Schon in der ersten Halbzeit, aber erst recht nach Pizarros erstem Treffer sah das Spiel aus wie ein Powerplay im Eishockey. Werder drückte, Werder drängte, und man musste beinahe Mitleid bekommen mit Milans Abwehrveteran Paolo Maldini.“

Frank Hellmann (Tagesspiegel) fügt einen kostenlosen Tipp für Mailands Klubchef hinzu: „Nicht Diego oder Mesut Özil muss das Motto bei Werder heißen, sondern Diego und Özil – sofern sie im Duett weiter so wirbeln. Gegen ihren Spieltrieb und Bewegungsdrang wirkten Clarence Seedorf und David Beckham wie teure Standfiguren. Silvio Berlusconi wäre gut beraten, mal nachzudenken, ob der Ball bei Milan mit ein bisschen weniger Prominenz nicht besser rollen würde.“

Der SZ verdanken wir die Übersetzung, dass sie beim dreifachen Champions-League-Sieger Mailand abschätzig vom Uffa-Cup gesprochen haben, und Uffa heißt auf deutsch: „Geh, lass mich in Ruhe!“ Was aber nicht bedeutet haben soll, dass sie nicht davon ausgegangen seien, das Ding zu gewinnen.

Lektion

Die Grenzen der Stuttgarter legt Michael Eder (FAZ) beim 1:2 gegen St. Petersburg offen: „Es lag weniger am fehlenden Willen, sondern mehr an der fehlenden Klasse der Stuttgarter Mannschaft. Auf gehobenem europäischem Niveau, das war die Lektion, die der VfB erhielt, reicht es einfach nicht. Es fehlte an taktischer Finesse, an Spieltempo; erschwerend kamen einfache Fehler in der Abwehr hinzu.“

Finanzkraft in Krisenzeiten

Fünf von sechzehn verbliebenen Mannschaften sind aus Russland oder der Ukraine. Johannes Aumüller (SZ) befasst sich mit den Hintergründen dieses Erfolgs und macht auch eine bedenkliche Beobachtung: „Der osteuropäische Fußball befindet sich im Aufwind: mit viel Geld, aber auch mit vielen ausländischen Trainern, infrastrukturellen Maßnahmen und technisch gut ausgebildeten Spielern. Das betrifft nicht nur die Ukraine und Russland. So qualifizierte sich 2008/09 erstmals ein weißrussischer Klub für die Champions League: Bate Borissow. Freilich bleiben die Finanzstrukturen mancher Klubs mindestens so undurchsichtig wie die Errechnung der Fünfjahreswertung. So sind etwa bei ZSKA Moskau die Eigentümerverhältnisse nicht transparent. Doch die Finanzkraft hält auch in Krisenzeiten an.“

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