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Die Hertha strotzt wieder vor Kraft

Kai Butterweck | Dienstag, 10. Mai 2011 3 Kommentare

Thomas Kraft wechselt von Bayern  zu Hertha – die Presse sendet Glückwünsche. Außerdem: Augsburgs Reise ins Ungewisse

Michael Jahn (Berliner Zeitung) garantiert einen spannenden Konkurrenzkampf um die Position der Nummer eins in Berlin: „In München hatte Kraft, der dort seit 2004 unter Vertrag stand, keine Perspektive mehr, auch, weil die Bayern um Manuel Neuer vom FC Schalke kämpfen, der im Sommer kommen soll. In Berlin aber wird der Zugang die Hierarchie kräftig durcheinander wirbeln. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich Babbel und Preetz dem sensiblen Problem widmen und welche Lösungen sie finden werden. Die bisherige Nummer eins, der Holländer Maikel Aerts muss entweder ins zweite Glied zurück oder den Verein wechseln. Aerts, der in der Rückrunde schwächelte und öffentliche Kritik einstecken musste, besitzt innerhalb der Mannschaft einen hohen Stellenwert, weil er als positiv-verrückter Typ das Team oft nach vorne trieb. Aus seinem Umfeld war gestern zu erfahren, dass der Holländer seinen Vertrag erfüllen und den Konkurrenzkampf mit Kraft annehmen will.“

Er kann gut Fußball spielen

Sebastian Krass, Robert Ide und Michael Rosentritt (Tagesspiegel) beglückwünschen die Hertha: „Den ersten Erfolg in der neuen Bundesliga-Saison hat Hertha BSC schon errungen. Der Wiederaufsteiger aus Berlin hat sich die Dienste eines der größten deutschen Torwarttalente gesichert: Thomas Kraft vom FC Bayern München unterschrieb am Montagabend einen Vertrag über vier Jahre. Er geht als die klare Nummer eins in die neue Spielzeit. Wie Manuel Neuer zeichnet Kraft neben guten Reflexen vor allem eines aus: Er kann gut Fußball spielen. Schon Jürgen Klinsmann wollte als Bayern-Trainer lieber ihn anstatt Michael Rensing als Stammtorwart einsetzen, scheiterte aber am Veto der Bosse. Krafts Spiel kam auch van Gaals Devise entgegen, nach der ein Torwart immer der letzte Feldspieler ist.“

Uwe Bremer (Welt Online)begrüßt den Wechsel: „Die Personalie ist ein Coup. Hertha verpflichtet damit einen Torwart mit Perspektive. Mit Kraft schließt Hertha eine Schwachstelle. Das klingt vielleicht ungerecht. Schließlich ist die Bilanz von Aufstiegstorwart Maikel Aerts (34) exzellent: 23 Einsätze, 17 Siege, drei Remis, zwei Niederlagen. Dennoch hat der Niederländer Zweifel, ob er das Format für die Bundesliga hat, nie überzeugend widerlegen können. Mit Kraft wird sich die Torwart-Hierarchie gründlich ändern. Allerdings ist offen, wer bleibt. Aerts, der nichts von der Anwesenheit Krafts in Berlin wusste, hat einen Vertrag bis 2012, Burchert bis 2013. Der Verein muss nun klären, ob Aerts bereit ist, die Herausforderung als Nr. 2 anzunehmen.“

Rob Friend hat hart gearbeitet für sein Comeback

Sven Goldmann (Tagesspiegel) beschäftigt sich mit Herthas Sturm-Tank Rob Friend: „Rob Friend hat hart gearbeitet für dieses Comeback. Wenn die anderen nach dem Training längst in der Kabine waren, lief er noch über den Platz, übte Torschüsse oder arbeitete an seiner Physis. In Aue war er auf den Punkt topfit, was nach einer langen und harten Saison nicht alle Kollegen von sich sagen konnten. Friend rannte, Friend gestikulierte, und Friend gelang ein Tor von solcher Schönheit, wie es ihm nicht viele zugetraut hatten. Es ist im Allgemeinen eher das physisch geprägte Spiel, für das Rob Friend steht. Der Kanadier ist einer, der bevorzugt seinen ganzen Körper einsetzt zum Wohle der Mannschaft. Herthas Michael Preetz setzt darauf, dass Friends robustes Spiel in der Ersten Liga besser zur Geltung kommt, dass der zu alten Mönchengladbacher Erstligazeiten erworbene Respekt bei den Verteidigern zwischen München und Hamburg noch nicht ganz vergessen ist.“

Augsburg muss sich neu erfinden

Christian Paul (Spiegel Online) prophezeit dem FC Augsburg einen schweren Gang: „Der Club muss umdenken. Und sich neu erfinden. Dazu hat ihn Walther Seinsch gezwungen. Jahrelang hatte der Vorstandsvorsitzende den Verein subventioniert. Im Herbst 2010 kündigte der Gründer einer Billigmodekette an, sein finanzielles Engagement zu beenden. Ausgerechnet in der ersten Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte fließen seine Millionen nicht mehr.“

Oliver Trust (Tagesspiegel) freut sich für die Augsburger: „Der erste Aufstieg in die Fußball-Bundesliga der Vereingeschichte ist in der Tat ein besonderes Ereignis – und nach 23 Jahren im Amateurfußball haben Verein, Stadt und das Umland noch Nachholbedarf in Sachen Begeisterung. Die erste Bundesliga bedeutet den Aufbruch in eine neue Welt auf vielen Ebenen. Wie viel Potenzial die Fußballstadt Augsburg besitzt, aus der Stars wie Helmut Haller, Bernd Schuster und Karlheinz Riedle stammen, zeigte sich am Sonntagabend. Im Festlokal erreichte Rettig der verzweifelte Anruf des Oberbürgermeisters, der Rathausplatz sei voll, die Mannschaft müsse kommen. Doch die Aufstiegshelden waren weder zu Fuß noch im eigenen Wagen im Stande, den Weg ins Stadtzentrum zu bewältigen. So holte die Polizei die Kicker in grünen vergitterten Mannschaftswagen ab und fuhr sie zum Rathausbalkon.“

Kommentare

3 Kommentare zu “Die Hertha strotzt wieder vor Kraft”

  1. Sport kompakt Kraft wechselt nach Berlin – sueddeutsche.de | Diskutiert die Welt-und Wirtschaftsnachrichten
    Dienstag, 10. Mai 2011 um 12:58

    […] Bald im Tor von Hertha BSCTaeglich-Fussball.deop-online.de -Financial Times Deutschland -indirekter-freistoss.deAlle 229 […]

  2. Ulfert
    Dienstag, 10. Mai 2011 um 18:05

    Ich muss (möchte) leider schon wieder Kritik an dem gewählten Titel äußern: Sind Namenswitze nicht total uncool? Und gerade bei Kraft nicht auch schon total durchgenudelt?

  3. FCB, 1860 und Haching im „BLOGlichtgewitter“ (19) « BLOGpunkt Sport
    Donnerstag, 12. Mai 2011 um 10:47

    […] „Die Hertha strotzt wieder vor Kraft“ (indirekter-freistoss.de) […]

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