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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Interview

Sportschau und Real Madrid

Matthias Nedoklan | Montag, 23. Mai 2011 11 Kommentare

Matthias Opdenhövel schwärmt von seinem neuen Job bei der ARD Sportschau, Jürgen Klopp von ganz Dortmund. In Interviews sprechen beide über ihre Zukunftsplanung

Der neue Sportschau-Moderator Matthias Opdenhövel gibt im Medien-Teil der SZ ein bemerkenswertes Interview. Natürlich sei die Sportschau schon immer sein Jugendtraum gewesen, die ARD sei Champions League und das Angebot der Sportschau ein bisschen wie Real Madrid. Wichtiger aber: Fan-Sein als Sportjournalist sei wichtig, wichtiger aber die Neutralität. Die Spiele seines Vereins, Borussia Mönchengladbach, werde er auch in Zukunft nicht besser reden, als sie wirklich seien.

Jürgen Klopp gewährt der SZ ebenfalls eine Audienz. Die Meisterschaft sei sicherlich ein emotionaler Höhepunkt, den Motivator in ihm treibt jedoch nicht die Sorge nach einem Tief. Gerade die gestiegenen Erwartungshaltungen seien zusätzlicher Ansporn für kommende Spielzeiten.  Auch wenn der Abschied von Nuri Sahin schwerfalle, drohe die Mannschaft nicht auseinander zu brechen.  Nach dem BVB gäbe es höchstens noch fünf andere Klubs auf der Welt, die lohnenswert seien.  Das Gesamtpaket aus Atmosphäre, Titelchancen und Bezahlung stimme einfach. Dortmund sei mittlerweile die Adresse für junge Talente in Deutschland.

Kommentare

11 Kommentare zu “Sportschau und Real Madrid”

  1. Pumukel
    Montag, 23. Mai 2011 um 16:07

    Dieser Opdenhövel ist mir zwar als Wortkünstler, viel mehr jedoch als großer Aufheizer der sensationsgierigen Masse an der Seite von Stefan Raab bekannt. Es hatte mich dann sehr gewundert, als ich ihn in der Taktikanalyse als Fachmann zusammen mit Th. Helmer bei Sport1 erlebt habe. Da war von Fachwissen tatsächlich keine Spur. Er versuchte es mit gewohnt lautem Imponiergehabe, mit Phrasen und Anmerkungen, die keine Neuerungen darstellten. Wohl reichte das dem ARD. Wer weiß: vielleicht haben Pro 7 und Stefan Raab ja eine Absprache mit dem Sender ARD getroffen, wonach die fußballerische Fachkompetenz des Mannes keine vordergründige Rolle spielen musste. Oder die ARD ist blind. Für mich ein typisches Beispiel, wie wichtig es ist, sich gut zu verkaufen.

  2. breeze
    Dienstag, 24. Mai 2011 um 12:43

    Wie viel Fachkompetenz war denn bisher für die Sportschau notwendig?

    Kurze Rückblende auf ein dramatisches Spiel vor 25 Jahren zwischen den Vereinen, die als nächstes gezeigt werden, eine kurze Anmoderation für jedes Spiel. Aber wo braucht man denn da fußballerisches Fachwissen?

  3. Zizous Erbe
    Dienstag, 24. Mai 2011 um 16:02

    @breeze: direkter Freistoß ins Tor!

  4. Pumukel
    Dienstag, 24. Mai 2011 um 17:53

    Gebe dir ein bisschen recht, Breeze. Aber auch wenn der allgemeine Arbeitsmarkt-Trend zur „Aushilfskraft ohne Kenntnisse“ geht, heißt dies ja noch lange nicht, dass man diese Entwicklung für gut heißen muss. Fachkompetenz zeigt sich nicht nur in bloßem, auswendig gelernten Wissen. Sie zeigt sich z.B. im sensiblen, taktvollen Bewerten der Leistung eines Trainers oder Spielers, im Fachgespräch mit einem Studiogast oder in der Begeisterungsfähigkeit bei der Anmoderation. Fußball muss man lieben. Auch in der Sportschau.

  5. breeze
    Mittwoch, 25. Mai 2011 um 10:58

    Da hast du vollkommen recht. Der fehlende Anspruch an Fußballwissen in der Sportschau ist nichts, was mit gefällt. Mein erster Kommentar war auch nicht wertend gemeint.

    Ich würde mich unglaublich freuen, wenn da mal ein bisschen mehr Substanz dazu kommt. Ein grundsätzlicher Trend hin zu etwas mehr Taktik und Spielerischem ist zumindest im Internet zu beobachten, aber außer dem Sportstudio mit seiner zweiminütigen Taktikanalyse haben es weder die Öffentlich-Rechtlichen mit der Bundesliga noch die Privaten mit den Europapokalen aufgegriffen.

    Dass Klopp seine Beliebtheit durch die Taktikerläuterungen im ZDF enorm gesteigert hatte hängt in meinen Augen auch stark mit dem Thema zusammen. Die Auftritte mit Jauch letztes Jahr haben ja kaum Beachtung gefunden.
    Und es gibt ja nicht nur Klopp um solche Dinge verständlich zu erläutern.

  6. Manfred
    Mittwoch, 25. Mai 2011 um 11:40

    @ breeze: genug Beachtung, um den Herbert-Award zu gewinnen:
    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article13390079/Herbert-Award-an-Jauch-und-Klopp-verliehen.html

    Inzestuös-bizarrer Scheiß, wenn man mal sieht, wer da noch gewann bzw auf die Plätze kam *schauder*.

  7. breeze
    Mittwoch, 25. Mai 2011 um 12:39

    Zitat:
    „Als beste Sport-Fachzeitschrift wurde «Sport Bild» vor dem «kicker» und «11 Freunde» geehrt.“

    Ok, Beachtung haben sie scheinbar doch mehr bekommen als ich bisher den Eindruck hatte. Nur den Award kann man definitiv nicht ernstnehmen. Da sind ja nicht mal die Einäugigen unter den Blinden prämiert worden sondern nur die boulevardeskesten unter den Prominenten.

  8. Christoph
    Mittwoch, 25. Mai 2011 um 14:21

    @Manfred: Oh dear, welch eine Auswahl wurde da getroffen. Ok, Sport-Bild und Kicker sind Sportfachzeitschriften. Aber 11Freunde bezeichnen sich ja selber als Magazin für Fußballkultur, wurden aber in derselben Kategorie wie Sport-Bild und Kicker gewählt. Haben die Äpfel mit Birnen verglichen? Aber am schlimmsten ist die Feststellung, dass die Bild noch vor der FAZ und der SZ den besten Sportteil zu bieten hat. Mir graut es und ein Herbert Zimmermann wäre sicher auch nicht einverstanden mit dieser Wahl.

  9. Heffer
    Mittwoch, 25. Mai 2011 um 18:00

    Mir ist es im Grunde egal, wer bei der Sportschau vorne steht und den Teleprompter liest. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn da jemand mit Sachverstand wäre, aber mir wäre es lieber sie würden die Spielberichte länger machen und den ganzen unnötigen Scheiß zurückschrauben.

    Bei einem Spiel mit mehr als 3 Toren sieht man kaum mehr als diese in den paar Minuten.

  10. Manni
    Donnerstag, 26. Mai 2011 um 11:44

    Dass Opdenhövel schon seit Jahren bei „Liga total“ moderiert und dort nicht unbedingt durch mangelndes Fachwissen aufgefallen ist (ok, an Buschi kommt er noch nicht ran) dürfte den meisten unbekannt sein …

  11. jochen
    Donnerstag, 26. Mai 2011 um 15:03

    Matthias Opdenhövel wird das schon machen immerhin ist er Raab erprobt. Somit kann eigentlich schon mal nichts peinliches mehr passieren. 😀 Zudem muß ich Manni zustimmen Matthias Opdenhövel hat bereits bei Liga Total gezeigt was er kann. Ich finde Syk besser aber Opdenhövel war „der Lichtblick“ bei Liga Total.

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