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Am Grünen Tisch

Korruptionsvorwürfe – Michel Platini unter Druck

Kai Butterweck | Freitag, 1. Februar 2013 Kommentare deaktiviert für Korruptionsvorwürfe – Michel Platini unter Druck

Nach Angaben des französischen Magazins „France Football“ soll bei der Stimmvergabe von Michel Platini für die WM 2022 in Katar nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein

Zehn Tage vor der Stimmabgabe kam es im Élysée-Palast zu einem Treffen von Uefa-Präsident Michel Platini, Frankreichs damaligem Staatschef Nicolas Sarkozy und dem Kronprinzen von Katar. Dort soll Platini mit unlauteren Angeboten gelockt worden sein. Andreas Rüttenauer (taz.de) ist die Vorfreude auf die WM im Wüstenstaat vergangen: „Wie unabhängig Platini, dessen Sohn Laurent nur ein paar Wochen nach der Entscheidung der Fifa für eine WM am Golf Europachef der Firma Qatar Sports Investment wurde, in seiner Entscheidungsfindung wirklich war, darüber wird noch lange diskutiert werden. Und auch wer dabei zu dem Schluss kommen sollte, dass dem obersten Funktionär des Fußballs in Europa wirklich nichts vorzuwerfen ist, wird an einer Wahrheit nicht vorbeikommen: Katar hat sich die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 gekauft.“

Wie unabhängig ist Michel Platini?

Michael Ashelm (FAZ) nimmt sich den Uefa-Präsidenten zur Brust: „Selbstverständlich stellt sich inzwischen die Frage nach der Integrität Platinis. Wie unabhängig ist er? Wem dient einer der mächtigsten Fußballfunktionäre der Welt wirklich? statt Klarheit in den Fall zu bringen und auch seine möglichen persönlichen Verquickungen aufzuklären, schießt Platini um sich. Er droht nun jedem mit einer Klage, der seine Redlichkeit in Zweifel zieht. Das erinnert doch sehr an die üblichen Reflexe einer selbstgefälligen Sportfunktionärs-Kaste, die sich nie um Transparenz geschert hat.“

Eine hundsmiserable Idee

Lars Wallrodt (Welt Online) schäumt vor Wut: „Die Idee, die Weltmeisterschaft in ein Land zu vergeben, dass weder Fußballtradition hat noch bei 50 Grad Celsius Außentemperatur annehmbare klimatische Bedingungen bietet, war hundsmiserabel. Sie hat dem Fußball geschadet wie vorher kaum eine andere Entscheidung. Und wenn sie überhaupt etwas Gutes hatte, dann dass sie der Sportart die Maske heruntergerissen hat. Wenn die Fifa und ihre kleine, aber einflussreiche Schwester Uefa dem Fußball noch einen Rest an Ehre und Anstand bewahren wollen, muss die WM-Vergabe an Katar auf den Prüfstand.“

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