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Bundesliga

Kindergartentheater in Hamburg

Oliver Fritsch | Montag, 22. Juni 2009 2 Kommentare

Dietmar Beiersdorfer hat den Aufsichtsrat eingeschaltet, um sich vor Bernd Hoffmann zu schützen, die Presse fürchtet schwere Folgen für den HSV

Das Abendblatt fasst das Problem der Hamburger Führung zusammen: „Für einen negativen Rekordausschlag im sowieso gestörten Verhältnis hat nun Beiersdorfer gesorgt, weil er den Aufsichtsrat eingeschaltet hat. Diese Maßnahme soll Hoffmann maximal verärgert haben, mehr noch als die inhaltlichen Differenzen. Beiersdorfers Maßnahme zeugt jedoch von seiner Verzweiflung, sich nicht mehr anders gegen die angeblichen Einmischungen in seinen Kompetenzbereich wehren zu können. Ein einmaliges Vorgehen, das aber auch zeigt, dass zwischen den beiden Vorstandsherren viel mehr vorgefallen ist, als bislang an die Öffentlichkeit kam. Dabei ist die Zusammenarbeit im Vorstand durch eine interne Geschäftsordnung eigentlich klar geregelt. Das Kernproblem scheint zu sein, dass einerseits Beiersdorfer das alleinige sportliche Sagen hat, andererseits aber Hoffmann im Zuge seiner Gesamtverantwortung für den Verein immer stärker bei sportlichen Entscheidungen mitwirken will.“

Für die nahe Zukunft des HSV heiße das nichts Gutes: „Obwohl allen Insidern klar ist, dass es eine gemeinsame Zukunft für beide Vorstände nicht geben kann, droht zunächst lähmender Stillstand an der Klubspitze, der dazu führen könnte dass, der HSV wichtige Zeit beim Umbau der Mannschaft verliert.“

Patrick Krull (Welt) pflichtet bei: „Hoffmann und Beiersdorfer passen anscheinend nicht mehr zusammen. Schwer vorstellbar ist jedenfalls, dass nach so einem Schritt beide noch einmal zu einem gedeihlichen Miteinander finden. Beiersdorfer hat eine Grenze überschritten, bei der es nur noch vorwärts gehen kann, nicht aber zurück.“

Jörg Marwedel (SZ) ergänzt: „Etliche umworbene Spieler scheinen Zweifel zu bekommen, ob der HSV noch der richtige Verein ist, mit dem man auch einmal einen Titel gewinnen könnte. Einerseits, weil er immer wieder seine besten Spieler verkauft, andererseits, weil ein Klub, an dessen Spitze es nicht stimmt, selten erfolgreich ist.“

Jan Christian Müller (FR) kritisiert beide: „Verlierer sind Beiersdorfer und Hoffmann angesichts dieses schwer nachvollziehbaren Kindergartentheaters und sich ständig wiederholender Scharmützel aus der Vergangenheit ohnehin schon. Nun wird es wahrscheinlich einen brüchigen Burgfrieden geben. Denn im Aufsichtsrat herrscht weitgehend Einigkeit, dass beide herausragende Fachmänner auf ihrem Gebiet sind. Wenn einer gehen muss, dann eher der bei den Fans beliebte und bei der Mitgliederversammlung noch gefeierte Beiersdorfer, von dem der um seine Richtlinienkompetenz fürchtende Stratege Hoffmann aber zurecht ein stringenteres Management verlangt.“

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Kommentare

2 Kommentare zu “Kindergartentheater in Hamburg”

  1. Oliver Fritsch
    Dienstag, 23. Juni 2009 um 05:55

    Eine Entscheidung wurde vertagt, schreiben die Medien, etwa das Abendblatt:

    http://www.abendblatt.de/sport/fussball/HSV/article1063022/HSV-Machtkampf-geht-in-die-naechste-Runde.html

  2. Bananenmanni
    Donnerstag, 25. Juni 2009 um 13:33

    Das Tischtuch ist zerschnitten, Dukatendidi muß gehen. Auch, wenn sein öffentlicher Vorstoss unter dem Strich ein Eigentor war, so bleibt am Ende doch ein riesiger Scherbenhaufen zurück. In der wichtigsten Phase der Saisonvorbereitung zu der noch kein einziger Neuzugang vermeldet werden kann, wankt der Thron von König Hoffmann. Für den Fan wirkt dieses Sommertheater wie ein schlechter Witz. Die launische Diva ist vom Main an die Elbe gezogen.

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