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Bundesliga

Heynckes und Dutt unter Druck

Kai Butterweck | Donnerstag, 12. Mai 2011 Kommentare deaktiviert für Heynckes und Dutt unter Druck

Die Presse befasst sich vor dem Saisonfinale mit der verzwickten Lage von Bayer-Coach Jupp Heynckes und Freiburgs Trainer Robin Dutt. Außerdem: Sorgen, Nöte und Hoffnungen

Philipp Selldorf (SZ) beschäftigt sich mit dem Leverkusener Saisonfinale und blickt zurück: „Das Spiel in Freiburg rangiert auf ähnlich nervenaufreibendem Niveau wie das berühmte Debakel in Unterhaching vor elf Jahren, als Bayer im Angesicht der bereits am Spielfeldrand aufgebauten Meisterschale das Spiel um den Titel verlor. Heynckes verwahrt sich gegen solche Bezüge. Auf die Erfahrungen bei den jüngsten Schlüsselspielen, beim 1:3 gegen Dortmund und beim 1:5 in München, hat ihn zum Glück keiner angesprochen.“

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Lars Wallrodt (Welt Online) möchte nicht in der Haut der beiden Trainer stecken: „Dutt kann seinem zukünftigen Arbeitgeber eine fürchterliche Schmach zufügen. Eine Niederlage bei einem gleichzeitigen Sieg des FC Bayern gegen Stuttgart würde Leverkusen auf den dritten Platz zurückwerfen und so in die Qualifikationsrunde zur Königsklasse zwingen. Der Werksklub hätte damit Platz zwei verspielt, den er seit dem 19. Spieltag ununterbrochen inne hat. Andererseits verbaut sich Leverkusens Trainer Heynckes selbst den direkten Weg in Europas Edelwettbewerb, wenn er in Freiburg mindestens einen Punkt holt – schließlich ist er ab der kommenden Saison beim FC Bayern unter Vertrag. Unter dem Bayer-Kreuz spürt man den feurigen Atem des Rekordmeisters. Binnen vier Spieltagen schmolz der Vorsprung von neun auf drei Punkte zusammen. Schon lange plagt sich Leverkusen mit dem Ruf, in entscheidenden Momenten zu versagen, Stichwort: Vizekusen.“

Gekas ist nur noch die Karikatur eines Torjägers

Christof Kneer (SZ) sorgt sich um Wolfsburg und Frankfurt: „Im Abstiegskampf suchen ja alle verzweifelt nach Figuren, von denen man sich beschützt fühlen darf, nach Gesichtern, die Hoffnung ausstrahlen. Die Wolfsburger hätten zwar ein paar, aber eben nur in der Theorie. In der Praxis möchte man sich von Arne Friedrich, Diego oder Grafite zurzeit lieber nicht beschützen lassen, allerdings immer noch lieber als von den Frankfurtern Gekas oder Schwegler, die nach exzellenter Vorrunde ins Logan-Bailly-hafte abgerutscht sind. Gekas ist nur noch die Karikatur eines Torjägers, Schwegler die Parodie einer Nummer sechs.“

So viel Geld werden sich die Schalker kaum entgehen lassen

Andreas Burkert (SZ) liefert beeindruckende Zahlen im Fall Manuel Neuer: „Die finanziellen Modalitäten sind nun abgesteckt, und die Offerte, welche Nerlinger, Vorstand Karl-Heinz Rummenigge und Finanzchef Karl Hopfner überbrachten, wurden von Heldt und Schalke-Vorstandsmitglied Peter Peters als akzeptabel und fraglos letztes Wort der Bayern gewertet. Demnach würden die Münchner für den 25-Jährigen zwar als Fixum etwas weniger als 20 Millionen Euro überweisen, was ihnen offenbar wichtig ist – aber nichts daran ändert, dass der mehr oder weniger garantierte Endbetrag erheblich über der 20-Millionen-Marke landen wird. Nach SZ-Informationen soll Neuer einen Vertrag über vier Jahre erhalten, und nicht nur für jeden Titel während dieser Laufzeit  wären Zusatzzahlungen fällig – sondern offenbar auch für die Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase, das Viertelfinale usw. So viel Geld werden sich die Schalker kaum entgehen lassen für einen Profi, der ein Jahr später ablösefrei wäre.“

Die VfB-Mitglieder haben sich fast komplett um ihr Mitspracherecht gebracht

Thomas Haid und Peter Stolterfoht (Stuttgarter Zeitung) befassen sich mit der im Juli anstehenden VfB-Mitgliederversammlung: „Es gibt einen schlüssigen Grund, warum die VfB-Mitglieder ihren Präsidenten nicht direkt wählen dürfen. Bei anderen Clubs hat die Macht der Basis in der Vergangenheit zu chaotischen Verhältnissen geführt – immer dann, wenn sich plötzlich jemand aus einer Bierlaune heraus zum Präsidenten befähigt fühlte und die Mitglieder ihren Protest mit dessen Wahl demonstrativ kundtaten. Dennoch hat der aktuelle VfB-Modus eine Schwäche – nämlich die, dass es sich bei der Präsidentenwahl um gar keine Wahl handelt, sondern lediglich um eine Abstimmung über den Grad der Zustimmung. Um die Mitglieder überhaupt vor eine echte Wahl zu stellen, könnte der Aufsichtsrat zwei Präsidentschaftskandidaten vorschlagen. Muss er aber nicht. Schließlich haben die VfB-Mitglieder vor Jahren die Satzung mit der nötigen Dreiviertelmehrheit in ihre heutige Form gegossen und sich damit eigenhändig fast komplett um ihr Mitspracherecht gebracht.“

Ein Engel soll die dunklen Wolken vertreiben

Matthias Linnenbrügger (Welt Online) präsentiert die Hamburger Hoffnungen auf bessere Zeiten: „Ein Bild reicht aus, um all die Erwartungen und all die Hoffnungen zu beschreiben, die beim Hamburger SV in Frank Arnesen gesetzt werden. In der jüngsten Ausgabe des Fanmagazins erschien eine Illustration, die den künftigen Sportdirektor des Vereins als Engel zeigt, der über dem Stadiondach durch seinen Flügelschlag die dunklen Wolken vertreibt. Mit dem Mittel- und dem Zeigefinger der linken Hand formt er das Siegeszeichen, in der rechten Hand hält die zuversichtlich lächelnde Figur eine Laterne samt brennender Kerze. Arnesen gilt für die Anhänger als letzter möglicher Heilsbringer in düsteren Zeiten.“

Die Ansprüche an den Sportdirektor sind gestiegen

Stefan Osterhaus (NZZ Online) übergibt den Managern das Trikot des Schlüsselspielers: „ Hinter der Geschichte vieler Krisen dieser Bundesligasaison steht auch die Krise eines Sportdirektors. Heribert Bruchhagen von Eintracht Frankfurt geriet in Panik und entließ Trainer Skibbe, holte aber Christoph Daum. Der Abstieg droht. Der Rauswurf von Louis van Gaal lag auch daran, dass der Bayern-Sportdirektor Nerlinger offenbar nicht in der Lage war, zwischen dem streitbaren Vorstand Hoeneß und dem Trainer van Gaal zu vermitteln. Kölns Volker Finke hat mit seinen Anschwärzungen des Trainers Schaefer gegenüber Journalisten nicht nur einen Fehler begangen – er hat zudem das traditionell sehr heikle Kölner Milieu unterschätzt. Dieses verzehrt sich zwar nach gutem Fußball, nicht aber nach Konzepten, sondern vor allem nach Heroen. Doch Finke steht genau für ein gegenteiliges Konzept. Es ist der Sportdirektor, der den Anforderungen des modernen Spiels auf eine Art begegnen muss, wie es noch vor ein paar Jahren undenkbar war. Die Ansprüche an die Männer, die früher einmal Manager hießen, sind gestiegen, sie reichen weit über das bloße Transfergeschäft hinaus.“

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