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Bundesliga

Himmel und Hölle

Kai Butterweck | Montag, 18. Februar 2013 Kommentare deaktiviert für Himmel und Hölle

Während des Spiels in Frankfurt liegt bei den Dortmundern  Freud und Leid ganz dicht beieinander. Außerdem: Schalker Schlamassel, Hoffenheimer Ohnmacht und Freiburger Höhenluft

Nach dem Sieg gegen Frankfurt stehen beim BVB vor allem zwei Protagonisten im Mittelpunkt: Lewandowski-Ersatz Julian Schieber und Tor-Maschine Marco Reus. Bernd Schwickerath (Spiegel Online) nimmt das Gebotene von beiden unter die Lupe: „Julian Schieber: Statt Toren, Torchancen und gewonnenen Zweikämpfen gab es zwei gelbwürdige Fouls, einen Platzverweis nach nur 31 Minuten und ganz viel Kopfschütteln. Gerettet hatte den Abend und Schiebers Laune ebenfalls ein Offensivmann: Marco Reus, 23, Nationalspieler, erzielte seine Saisontore neun bis elf und sorgte dafür, dass der Spielberichtsbogen des BVB-Erfolgs sich hinterher ziemlich eintönig las. Und wo Schieber einen Tiefpunkt seiner BVB-Zeit erlebte, bewies Reus einmal mehr, dass er der derzeit variabelste deutsche Offensivspieler ist.“

Der wohl beste Transfer der Saison

Lars Wallrodt (Welt Online) rollt dem Dortmunder Torschützen den roten Teppich aus: „Die Verpflichtung des 23-Jährigen vor der Saison war der wohl beste Transfer dieser Saison; höchstens der Wechsel von Mario Mandzukic zum FC Bayern war noch vergleichbar effektiv. Für 17,5 Millionen Euro schnappten die Dortmunder dem süddeutschen Dauerrivalen den begehrtesten deutschen Spieler weg und mussten sich dafür sogar Spott gefallen lassen, schließlich hatte Reus in der Jugend schon einmal für den BVB gespielt, den Verein dann aber verlassen. Angesichts von mittlerweile elf Toren in der Bundesliga und drei Treffern in der Champions League hat sich die Investition allerdings schon jetzt nahezu amortisiert, und Reus‘ Marktwert dürfte aktuell beim Doppelten oder Dreifachen des Kaufpreises liegen.“

Daniel Theweleit (SZ) schwärmt vom BVB-Kollektiv: „Die Viererkette, in die Neven Subotic zurückkehrte, stand stabil, und vorne glänzte Mario Götze an der Seite von Reus. Der Professorensohn war nach Schiebers Platzverweis zum einzigen Stürmer umfunktioniert worden, mit beeindruckenden Aktionen hatte er das erste und das dritte Tor aufgelegt, zudem ist Ilkay Gündogan im Moment der vielleicht beste zentrale Mittelfeldspieler der Liga.“

Tim Schulze (stern.de) lobt die Dortmunder Defensive: „Was vor allem den Trainer glücklich machte, war die Tatsache, dass Dortmund diesmal kein Gegentor kassierte. Die Defensive wackelte nicht so wie in den vergangenen beiden Spielen gegen den HSV und Schachtjor Donezk, sondern stand sicher. Mats Hummels zeigte eine fehlerlose Partie und war so sicher und selbstbewusst wie schon lange nicht mehr. Das lag sicherlich auch daran, dass sein lange vermisster Partner in der Innenverteidigung, Neven Subotic, nach überstandener Verletzungspause wieder ins Team zurückgekehrt war.“

Schalker Schieflage

Der FC Schalke 04 freut sich in Mainz über ein kleines Erfolgserlebnis. Bei Marcel Reif (Tagesspiegel) legt die Stirn dennoch in Sorgenfalten: „Nun ist der Schlamassel groß, ach was Schlamassel, eine Katastrophe ist eingetreten. Schalke ist vom Selbstverständnis her auf das Geld der Champions League angewiesen. Bleibt das aus, wird die Schieflage noch schlimmer. Weil Schalke dann nämlich den Kontakt zu den Fleischtöpfen verliert, und das heißt heute, dass der Kontakt nur sehr schwer wieder herzustellen sein wird. Dann werden sie in Gelsenkirchen komplett umdenken müssen. Dann sind sie nämlich nicht mehr der Traditionsklub, der Meister der Herzen, der wie kein Zweiter die Emotionen der Fans bedient, dann sind sie ein Bundesligaklub, der auch mitspielt in der Liga. Aber keine dominante Rolle mehr.“

Unorganisiert, kraft- und planlos

Jan Christian Müller (FR) schlägt beim Anblick des derzeit Gebotenen aus Hoffenheim die Hände über den Kopf zusammen: „Derart unorganisiert, kraft- und planlos, wie Hoffenheim gegen ebenfalls verunsicherte, aber immerhin taktisch gut eingestellte Stuttgarter auftrat, gehört der zusammengewürfelte, strukturlose Haufen überall hin, aber ganz bestimmt nicht in die höchste deutsche Spielklasse. Zehn Punkte Rückstand auf Platz 15 sind es mittlerweile, nur der Relegationsrang kann noch als realistisches Ziel angesehen werden.“

Glänzende Freiburger Defensive

Der SC Freiburg geht in Bremen als Sieger vom Platz. Stefan Osterhaus (NZZ Online) klatscht begeistert Beifall: „In Bremen war Freiburg nicht bloß engagierter. Streichs Mannschaft wirkte abgeklärter und auch robuster, im Kurzpassspiel ebenso überzeugend wie bei Kontern: Ein kompaktes Kollektiv, eine Herausforderung für jeden Gegner. Freiburgs Performance basiert auf einer glänzenden Defensive: 22 Gegentore, nur die Bayern haben weniger zugelassen. Im letzten Jahr, als sich Freiburg noch gegen den Abstieg stemmte, waren es 61 gewesen. Streichs Team hat dazugelernt, das Konzept der aggressiven Verteidigung mittlerweile verinnerlicht.“

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