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Deutsche Elf

DFB-Elf – Wie der Blitz

Kai Butterweck | Freitag, 31. Mai 2013 2 Kommentare

Beim Sieg gegen Ecuador trifft Lukas Podolski bereits nach 9 Sekunden und legt damit den Grundstein für eine unerwartet mitreißende Vorstellung des B-Teams von Jogi Löw

Cathrin Gilbert (Zeit Online) freut sich für Lukas Podolski: „Wenn man aus diesem Spiel etwas lesen will, dann könnte es das gelungene Debüt des 25-jährigen Mittelfeldspielers Max Kruse sein, eine der Entdeckungen der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit. Vor allem aber kann man die Partie im schwülen Boca Raton, Florida, auch als eine Art Abrechnung Podolskis mit seinen Gegnern sehen. Immer wieder in der Kritik: seine Schwächen bei der Eroberung des Balles. Nachdem Podolski innerhalb der ersten neun Spielsekunden den Ball erobert und ein Tor erzielt hat, wirkt die Kritik ein wenig deplatziert.“

Auch eine Verlegenheitself kann Tore schießen

Lisa Sonnabend (SZ) beruhigt den Bundestrainer: „Kurz bevor Nicolai Müller in der 89. Minute sein Nationalelf-Debüt feiern durfte, stürmte ein Flitzer aufs Spielfeld und schüttelte Lars Bender anerkennend die Hand. Ob Löw auch mit dem Testspiel zufrieden war? Ob er Beobachtungen mitnehmen konnte? Zumindest diese: Auch eine Verlegenheitself kann Tore schießen.“

Michael Horeni (FAZ) lobt die zweite Reihe: „Der verdiente deutsche Sieg war auch ein überdeutliches Zeichen für die Extraklasse dieser jungen, ehrgeizigen und hochprofessionellen Fußball-Generation, die in Boca Raton bewies, dass auch eine deutsche B-Auswahl mitunter 1A-Fußball zu spielen versteht.“

Eine durchaus beruhigende Beobachtung

Peter Ahrens (Spiegel Online) lehnt sich entspannt zurück: „Es bleibt als Resultat nach den 90 Minuten von Boca Raton die Feststellung, dass im deutschen Fußball in diesen Wochen aufgestellt werden kann, wer will – am Ende ist Erfolg. Selbst mit vier Profis des Hamburger SV im Kader lässt die Nationalmannschaft einem Weltranglistenzehnten keine Chance – das ist für den deutschen Fußballfan eine durchaus beruhigende Beobachtung.“

Lars Wallrodt (Welt Online) findet das Haar in der Suppe: „Die Abwehr war schwach: Heiko Westermann wie so oft überfordert, Per Mertesacker tranig wie leider zu häufig. Und auf den Außenbahnen wird Philipp Lahm auf Sicht der einzige Superstar bleiben, den wir haben. Die Herren Höwedes und Jansen jedenfalls bekleckerten sich gegen Ecuador jedenfalls nicht mit Ruhm.“

Von den deutschen Tugenden war nichts zu sehen

Christian Oyenhausen (FR) ist vom Auftritt der Südamerikaner enttäuscht: „Von den deutschen Tugenden, die Trainer Reinaldo Rueda vor vielen Jahren als Heizungsbauer in Köln-Godorf und als Student der Sporthochschule erlebt und in sein Team gepflanzt hat, war nichts zu sehen. Erst als die deutsche Auswahl nach einer halben Stunde ein bisschen locker ließen, das eine oder andere Kabinettstücken probierten und etwas Raum ließen, konnten sich die Südamerikaner etwas erholen.“

Auch Carsten Eberts (SZ) hält sich die Hände vors Gesicht: „Gegner Ecuador machte es dem deutschen Team aber auch leicht. Vor dem Spiel hatte sich die Mannschaft von Trainer Reinaldo Rueda, die selbst vor einem wichtigen WM-Qualifikationsspiel steht, nicht einmal richtig aufgewärmt, bestenfalls kurz angeschwitzt, war schon nach wenigen Minuten wieder in der Kabine verschwunden. Was Ecuador in der ersten halben Stunde defensiv zeigte, hatte nicht einmal die Qualität eines mäßigen deutschen Zweitligisten.“

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Kommentare

2 Kommentare zu “DFB-Elf – Wie der Blitz”

  1. Grünwalder Straße
    Freitag, 31. Mai 2013 um 11:20

    Herr Eberts schreibt in der SZ: „Gegner Ecuador machte es dem deutschen Team aber auch leicht. Vor dem Spiel hatte sich die Mannschaft von Trainer Reinaldo Rueda, die selbst vor einem wichtigen WM-Qualifikationsspiel steht, nicht einmal richtig aufgewärmt, bestenfalls kurz angeschwitzt, war schon nach wenigen Minuten wieder in der Kabine verschwunden.“

    Das zeigt einmal mehr, wie sehr es der SZ an fachlicher Kompetenz fehlt. Oder sollte ein Sportjournalist nicht wissen, dass viele Profiteams seit etlichen Jahren schon einen Teil des Aufwärmens in den Fitnessräumen der Stadien machen?

  2. Der traurige Epilog der 50.Bundesligaspielzeit. Ein Gründungsmitglied geht | Fokus Fussball
    Freitag, 31. Mai 2013 um 13:04

    […] Antworten auf die von Oliver Bierhoff geäußerte Kritik.  Die anderen Pressestimmen fasst Indirekter Freistoss zusammen.  Wer es Trainer Baade gleichtun will und das entschleunigte Spiel noch einmal sehen […]

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