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Bundesliga

Revierderby: Der Pott kocht

Kai Butterweck | Montag, 24. März 2014 Kommentare deaktiviert für Revierderby: Der Pott kocht

Das kommende Revierderby wirft bereits seine Schatten voraus. Außerdem: Rumpel-Fußball in Stuttgart, Aufatmen in Frankfurt, Fragezeichen in Leverkusen und erhobene Häupter in Mainz

Kurz vor dem Aufeinandertreffen der beiden Revier-Rivalen aus Dortmund und Gelsenkirchen steht der Ruhrpott wieder einmal Kopf. Daniel Berg (derwesten.de) wittert eine kleine Sensation: „Mit einem Sieg kann Schalke den Konkurrenten in der Tabelle überflügeln. Das ist deswegen erstaunlich, weil Schalke im Laufe dieser Saison gefühlte vier schwere Krisen durchlitten hat, weil der Trainer eigentlich permanent unter enormem Druck stand, weil die Konkurrenz zwischenzeitlich enteilt war. Und jetzt? Könnte Königsblau hinter der Großmacht FC Bayern München als beste Mannschaft der Liga in die finale Phase der Saison ­gehen. Diese Tatsache spricht nicht unbedingt für die Konstanz der Konkurrenz, aber sie spricht vor allem für den FC Schalke und seine Entscheidungsträger.“

Ein Derby, das langsam aber sicher aus dem Ruder läuft

Ralf Birkhan (derwesten.de) sorgt sich um die Sicherheit: „Die Polizei rechnet mit 1000 Krawallmachern aus beiden Lagern und verstärkt ihre Einsatzkräfte auf 3000 Mann. Fast unglaublich: 3000 Polizisten müssen dafür sorgen, dass ein Fußballspiel möglichst ohne Verletzte über die Bühne geht. Ein Indiz dafür, dass das Derby langsam aber sicher aus dem Ruder läuft.“

Neben dem zweiten Platz in der Bundesliga-Tabelle freuen sich die Dortmunder auch über das Erreichen des Viertelfinals in der Champions League. Nach dem Spiel gegen Zenit St. Petersburg kabbeln sich Jürgen Klopp und Oliver Kahn am Spielfeldrand. Mittendrin: ZDF-Sportmoderator Oliver Welke. Der bekommt von Peter Penders (FAZ) sein Fett weg: „Welke hat es geschafft, das ZDF in diese Auseinandersetzung von vorgestern hineinzuziehen, ohne jeglichen weiteren Informationswert zu liefern. Und vor allem – ohne Stellung zu beziehen. Das ist als journalistischer Ansatz für eine öffentlich-rechtliche Redaktion zwischen dürftig und nicht hinnehmbar anzusiedeln. Nur wenn sich das ZDF bei seiner Berichterstattung der Champions League als reiner Unterhaltungslieferant versteht – und die Wahl des Moderators gibt für diese These einige Hinweise –, wäre das erklärbar.“

Trostloses Gekicke

In der Mercedes Benz-Arena schlagen schwache Stuttgarter noch schwächere Hamburger. Christoph Ruf (Spiegel Online) ist entsetzt: „Die VfB-Fans feierten nach dem Spiel eher verhalten. Dass es in der Form von Samstag auch gegen andere Gegner gutgehen könnte, konnten sie sich kaum vorstellen. Die Stuttgarter hatten zeitweise nicht einen einzigen Spieler in der gegnerischen Hälfte. Dabei wusste der HSV mit seinem Ballbesitz gar nichts anzufangen. Das Resultat: Im ersten Durchgang hatte der VfB eine Viertel-Chance durch Christian Gentner, der HSV eine etwas bessere durch Milan Badelj  - das war’s.“

Die Chancen, dass der angeschlagene HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga gegen den SC Freiburg wieder dabei ist, stehen gut. Patrick Krull und Alexander Laux (Welt Online) senden ein Stoßgebet gen Himmel: „Hinter der Arena des HSV gab es am Sonntag so etwas wie Hoffnung. Es war ein Trainingsspielchen angesetzt, leicht und locker, und Pierre-Michel Lasogga war in einem der Teams zu finden. Er lief nach endlos scheinenden Wochen recht beschwerdefrei, und wenn es bei ihm schon ganz gut geht, dann läuft es vielleicht auch bei den Hamburgern wieder besser. Das ist die Hoffnung. Ein Spieler von 22 Jahren, ausgeliehen nur und am Saisonende so gut wie sicher nicht mehr beim HSV zu finden, macht es etwas erträglicher. Es sind kleine Dinge, mit denen sie sich beim HSV in der momentanen Situation Mut machen. Was bleibt auch sonst übrig?“

Ein eminent wichtiger Dreier

Mit dem Sieg in Nürnberg machen die Frankfurter einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein (FR) atmen tief durch: „Dieser unerwartete und klare Erfolg in Franken in einer turbulenten Partie war für die Eintracht ein Sieg von vorentscheidender Bedeutung, er könnte ein großer Schritt hinaus aus den Untiefen der Tabelle sein, sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Es war ein eminent wichtiger Dreier. Die Eintracht kann nun durchschnaufen, aber sich nicht in Sicherheit wiegen.“

Die Champions-League-Felle drohen davonzuschwimmen

Nach der Heimschlappe gegen Hoffenheim werden die Sorgen in Leverkusen immer größer. Stefan Klüttermann (RP Online) nimmt Bayer Coach Sami Hyypiä in die Verantwortung: „Leverkusen wartet weiter auf den Umschwung bei den Ergebnissen. Auf den Umschwung in der Leistung. Auf den Umschwung bei allem. Das Problem: Die Zeit läuft dem Werksklub beim Warten davon. Die Champions-League-Felle drohen davonzuschwimmen. Von Hyypiä werden Lösungen erwartet – nicht erst seit gestern, aber seit gestern umso mehr. Er muss den großen Befreiungsschlag landen, aber er muss erstmal die Ecke finden, aus der dieser kommen soll.“

So bringt man die Über-Bayern in Bedrängnis

Der FC Bayern fährt gegen Mainz 05 den  18. Erfolg in Serie ein. Jonas Beckenkamp (SZ) klopft den Verlierern anerkennend auf die Schultern: „Ein 0:0 wäre eine Option gewesen, denn die Bayern bekamen es diesmal nicht mit Frankfurtern unter weißer Flagge oder bibbernden Bremern zu tun, sondern mit Thomas Tuchels Mainzern. Endlich führte eine Mannschaft vor, wie die Über-Bayern in Bedrängnis zu bringen sind: Mit biestigem Pressing, mit Verschieben im Kollektiv, mit abgeschnürten Passwegen in der Spielfeldmitte.“

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