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Bundesliga

Bastian Schweinsteiger – Ein Leader packt seine Koffer

Kai Butterweck | Montag, 13. Juli 2015 2 Kommentare

Peng! Nach 17 Jahren verlässt Bastian Schweinsteiger den FC Bayern München in Richtung Manchester United

Der Wechsel von Bastian Schweinsteiger auf die Insel schlägt in der Presse erwartungsgemäß hohe Wellen. Peter Ahrens (Spiegel Online) reckt beide Daumen in die Höhe: „Guardiola hat Schweinsteiger zwar gelobt, wo er nur konnte. Aber Guardiola lobt immer, das gehört zu seiner Außendarstellung dazu. Der Trainer hat auch Mario Mandzukic und Mario Gomez gelobt, kurze Zeit später waren sie weg. Man kann auch sagen: abserviert. Schweinsteiger hat sich mit seinem Schritt eine längere und unwürdige Diskussion erspart. Mit dem Wechsel hat er noch einmal selbst die Initiative auf seiner Seite. Der Wunsch nach Veränderung nach so vielen Jahren am selben Ort, beim selben Arbeitgeber – wer könnte das nicht nachvollziehen?“

Unter Uli Hoeneß hätte es das nicht gegeben

Sven Flohr (Welt) verspricht Bayern-Coach Pep Guardiola unruhige Wochen: „Unter Pep Guardiola war Schweinsteiger zwar auch eine feste Größe, seine Lieblingsrolle direkt vor der Abwehr durfte er aber nur selten ausfüllen. Dafür hatte der Spanier andere Spieler. Nun geht Schweinsteiger und wird damit für Guardiola endgültig zum Problem. Dessen Reputation bei den Bayern-Fans hat am Freitagabend einen weiteren Knacks bekommen. Zur Stärkung der These reichten einige Blicke in die Fanforen des Klubs. Nicht wenige glauben ihren FC Bayern durch das Wirken des Spaniers in Gefahr. Tenor: Unter Uli Hoeneß hätte es das nicht gegeben.“

Christian Eichler (FAZ) blickt rüber auf die Insel: „Sein alter und neuer Trainer Louis van Gaal, der ihn 2009 bei den Bayern ins Spielzentrum und in die Anführerrolle holte – und damit in die Weltklasse – steht unter dem Druck, United wieder an die Spitze zu bringen. Nach Transferausgaben von fast 200 Millionen Euro in der Vorsaison und bereits über 50 Millionen in der neuen, denen noch weitere 100 Millionen folgen sollen, muss van Gaal Titel liefern – ein Druck, der sich auch auf Schweinsteiger übertragen wird.“

Der FC Bayern verliert ein starkes Stück seiner DNA

Gunnar Jans (SZ) ist traurig: „Was sportlich sinnvoll erscheint, ist es emotional noch lange nicht. Liebling Schweini hat sich in die Herzen der Fans gespielt, wie dies zuletzt nur Mehmet Scholl vermochte. Matthäus, Effenberg, selbst Kahn gelang dies trotz aller Erfolge nie so sehr, auch Philipp Lahm wird hoch geschätzt und allerorts respektiert – verehrt aber wird Schweinsteiger, der Stehaufmann, dem man auch Flausen und Fehlschüsse verzeiht. Mit Schweinsteiger verliert der FC Bayern ein starkes Stück seiner DNA, auf die wiederum Guardiola so wenig Rücksicht nimmt wie auf das Gefühl der Bayern-Familie.“

Michael Rosentritt (Tagesspiegel) zieht seinen Hut: „Schweinsteigers Entscheidung ist vor allem eine, die zu verstehen ist. Bei den Bayern hätte er es schwer gehabt, niemand hielt ihn auf. Ob und wie er bis 2018 in Manchester durchhält, ist eigentlich egal. Bis hierhin hat Schweinsteiger sich stets für die Sache hergegeben. Jetzt hat er einmal an sich gedacht. Er hat es sich verdient. Ganz gleich, welche Bilder kommen.“

Ivo Hrstic (Sport1) macht der Bayern-Chefetage Druck: „Nach Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt verliert der FC Bayern mit Schweinsteiger nun also in sehr kurzer Zeit die zweite wichtige Identifikationsfigur. Die Trennung von den beiden hat rational gesehen stichhaltige und nachvollziehbare Gründe. Allerdings täte der FC Bayern gut daran, seinen Fans den eingeschlagenen Weg plausibel zu erklären.“

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Kommentare

2 Kommentare zu “Bastian Schweinsteiger – Ein Leader packt seine Koffer”

  1. #Link11: Dies ist der Tag | Fokus Fussball
    Montag, 13. Juli 2015 um 12:19

    […] Bastian Schweinsteiger verlässt den FC Bayern München. Der indirekte Freistoß hat Pressestimmen zum Transfer gesammelt. Von Bloggerseite ist der Abschiedstext von Miasanrot zu […]

  2. Pumukel
    Dienstag, 21. Juli 2015 um 18:45

    Sarah Brandner machte ihn zum Mann! Ana Ivanovic macht ihn nun zum Engländer. Er ist ein sehr erfolgreicher Spieler, aber spielerisch einer der meist überschätzten Stars. Einer, der zuletzt nicht mehr gut genug war für die erste 11 beim FC Bayern. Drum: richtig entschieden! Pack dir noch mal ordentlich die Taschen voll mit großen Scheinen! Und geh schick essen! Zum Brasilianer, zum Japaner oder sonstwohin! Mir kann’s egal sein. Nur die Stadt Manchester ist leider eine der hässlichsten Europas.

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