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Bundesliga

VfB Stuttgart – Viel Aufwand, wenig Ertrag

Kai Butterweck | Montag, 28. September 2015 Kommentare deaktiviert für VfB Stuttgart – Viel Aufwand, wenig Ertrag

Gut gespielt, wieder verloren: In Stuttgart verzweifelt man am eigenen Unvermögen. Außerdem: Aufschwungsstimmung in Gladbach, ein Münchner Stürmer vom anderen Stern, konzeptlose Bremer und Frankfurter in Geberlaune

Trotz starker Leistung ziehen die Stuttgarter im eigenen Stadion gegen wiederbelebte Gladbacher den Kürzeren. Thomas Haid und Carlos Ubina (Stuttgarter Zeitung) fordern mehr Ecken und Kanten: „im Gegensatz zum Mittwoch, als die Elf nach einem Rückstand sofort die Ärmel hochgekrempelt hat, passierte gegen die Borussia erst mal – nichts. Das kann dann durchaus ein Zeichen sein, dass der VfB zu genügsam und zu schnell zufrieden ist – nicht nur die Spieler, sondern der ganze Club. Intern ist es schon länger ein Thema, dass offenbar nicht der richtige Geist ausgestrahlt wird – vom Aufsichtsrat und vom Vorstand über das mittlere Management auf der Geschäftsstelle bis hinunter in die Mannschaft. Wie das funktioniert, beweisen speziell die Bayern, bei denen jeder Spieler weiß, dass er ständig unter genauer Beobachtung der Vereinsführung steht. Nachlässigkeiten kann sich deshalb keiner erlauben. Dagegen vermittelt der VfB eher das Bild einer Wohlfühloase. Keiner grätscht dazwischen – weder in der Chefetage noch eventuell als Folge davon auf dem Platz.“

Es macht Spaß, dem VfB zuzuschauen

Christoph Ruf (Spiegel Online) zeigt Mitleid: „Es macht Spaß, dem VfB zuzuschauen. Nur dass er eben seit Wochen in zwei Zonen des Spiels ein ziemliches Problem hat. Eines hinten. Und eines vorne. Und weil das mindestens ein Problem zu viel ist, verlor der VfB auch das Spiel gegen Mönchengladbach, obwohl er mindestens 70 von 90 Minuten die bessere Mannschaft war. Doch weder Daniel Ginczek oder Daniel Didavi, noch Alexandru Maxim oder Timo Werner konnten den Ball im Tor unterbringen.“

Beim Gegner aus Mönchengladbach hingegen scheint nach zwei Siegen in Folge endlich wieder die Sonne. Christof Kneer (SZ) schiebt sämtliche Fragezeichen beiseite: „Die Gladbacher wird es nicht stören, dass sie ihre Sechs-Punkte-Woche nicht richtig erklären können. Es dürfte ihnen reichen, dass es diese Woche wirklich gegeben hat, denn die jüngsten Siege könnten schon genügen, um eine Vorrunde zu vermeiden, wie sie Borussia Dortmund in der vergangenen Saison erleben musste. Die Siege gegen Augsburg und in Stuttgart könnten die entscheidende Anschubfinanzierung für eine einigermaßen ruhige Saison gewesen sein – nach menschlichem Ermessen ist die individuelle Qualität dieser Elf zu groß, um dauerhaft Kellerduelle bestreiten zu müssen.“

Lewandowski spielt in seiner eigenen Liga

In München laufen derzeit die Lewandowski-Festspiele. Ivo Hrstic (sport1.de) kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus: „Vier Torschüsse für zwei Bundesligatreffer – Lewandowskis Effizienz ist bewundernswert. Viel mehr als Tore und Effizienz beeindrucken mich an Robert Lewandowski aber seine Technik und spielerische Qualität. Der 27-Jährige ist kein klassischer Goalgetter, der ausschließlich durch Dynamik und Robustheit überzeugt. Lewandowski glänzt durch geschicktes Annehmen und Abschirmen des Balles, spielt damit als stürmender Ball-Verteiler eine zentrale Rolle in Pep Guardiolas Offensive. Er verkörpert tatsächlich die sogenannte „echte“ und „falsche Neun“ in einer Person. Das ist außergewöhnlich. Lewandowski spielt damit in seiner eigenen Liga.“

Julien Wolff und Jürgen Heide (Welt) bedanken sich im Namen von Robert Lewandowski bei zwei Münchner Neuzugängen: „Im Sommer wurden Douglas Costa und Kingsley Coman verpflichtet; zwei Spieler, die langfristig die neuen Stars auf den Außenbahnen sein sollen. Zwei Profis, denen die Bosse des Meisters zutrauen, eines Tages Arjen Robben und Franck Ribery ersetzen zu können. Und zwei Spieler, die das schneller tun als erwartet. Ihre gute Form kommt Lewandowski sehr zugute. Costa und Coman entzerren das Spiel, wenn der Gegner das Zentrum zustellt. Lewandowski profitiert von den Hereingaben und dem schnellen Spiel.“

Konzept- und kopflos, Ohne Mut und Mumm

Nach drei Niederlagen in Serie brennt in Bremen der Baum. Frank Hellmann (SZ) macht sich große Sorgen: „Vor allem die zweite Halbzeit war einer Vorführung gleichgekommen, die an die schlimmsten Zeiten unter Skripnik-Vorgänger Robin Dutt erinnerte. Konzept- und kopflos, ohne Mut und Mumm nahmen die Bremer die Abreibung hin; sie hätte noch viel höher ausfallen können.“

In Frankfurt ärgern sich Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz (FR) über verschenkte Punkte: „Auch mit diesem Spiel gegen Hertha haben die Hessen erneut eine gute Gelegenheit liegen gelassen, sich weiter oben einzusortieren. Denn hinter den big five der Tabelle, auf die Heribert Bruchhagen gerne verweist, ist das Rennen absolut offen. Da liegen alle Mannschaften eng beieinander, sind die Leistungsunterschiede minimal. Eine bessere Tagesform, ein bisschen mehr Fortune, ein Ball, der vom Innenpfosten ins Tor springt und schon macht man viel Boden in der Tabelle gut. Ohne diesen unerwarteten Zusammenbruch in Halbzeit zwei wäre die Eintracht bei einem Sieg Sechster, dort, wo sie am Ende auch stehen will.“

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