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Bundesliga

Robert Lewandowski – Im Fadenkreuz der Bayern-Bosse

Kai Butterweck | Dienstag, 12. September 2017 1 Kommentar

Die erste Auswärtsschlappe und ein gesprächsfreudiger Mittelstürmer, der Forderungen stellt: Die neue Saison ist noch keine vier Wochen alt, da rumort es bereits im Bayern-Lager

In einem Spiegel-Interview setzt Robert Lewandowski die Bayern-Bosse unter Druck. Bei Stefan Hermanns (Tagesspiegel) werden Erinnerungen wach: „Als Philipp Lahm vor vielen Jahren die Vereinsphilosophie des FC Bayern kritisiert hat, hat ihm das eine Strafe von 50.000 Euro eingebracht. Lahms Interview im Herbst 2009 hat sich letztlich als Segen für die Bayern erwiesen; es rettete Louis van Gaal den Job und war der Ursprung für die Dominanz des Klubs, die erst jetzt langsam zu Ende geht. Lahm hatte das Wohl des Vereins im Blick. Bei Robert Lewandowski, der die kühle Logik des Kapitalismus vertritt, hat man den Eindruck, dass es eher um das Wohl von Robert Lewandowski geht.“

Egoist?

Hanna Raif (tz.de) schließt sich an: „Man kann nett sein und sagen: Da traut sich jemand, seine Meinung zu sagen. Anders als etwa Philipp Lahm, der 2010 ähnlich deutliche Worte in der „SZ“ fand, spricht Lewandowski aber nicht im Sinne des Gemeinwohls, sondern als Egoist. Mit seinen Aussagen hat er vorgebaut, um im Falle eines Scheiterns in der Königsklasse sagen zu können: „Habe ich Euch doch gesagt.“ Er hat umgekehrt aber auch in der Chefetage das Bewusstsein geweckt, dass man mit diesem Lewandowski nicht ewig planen kann. „Loyalität“ und „Emotionen“ sind im Fußball Firlefanz, ließ er sinngemäß noch verlauten. Da scheint einer zu wissen, dass ein cooler Torjubel in Barcelona, Madrid oder Paris bestimmt auch gut ankommt.“

Lars Wallrodt (Welt) stellt Warnschilder auf: „Dass der FC Bayern nicht den Transferwahnsinn mit dreistelligen Millionensummen mitmacht, ist oberste Vereinsphilosophie. Wer allerdings mündige Spieler im Team haben möchte, sollte souveräner reagieren. Zumal bei einem öffentlichen Gegenschlag immer die Gefahr besteht, dass der attackierte Spieler in den nächsten Spielen – bewusst oder unbewusst – ein paar Prozent weniger gibt und dem Verein so signalisiert, wer am längeren Hebel sitzt. Ein Spieler mit dem Standing von Lewandowski könnte das zumindest. Vielleicht merken die Bosse aber auch, dass sie sich zwar nicht in den Irrsinn stürzen, darum aber Gefahr laufen, den Anschluss an Paris, Barcelona und Co. zu verlieren. Da schmerzt die Kritik aus dem eigenen Lager natürlich besonders.“

Oliver Fritsch (Zeit Online) konzentriert sich mehr auf das Geschehen auf dem grünen Rasen: „Was den Sieg der Hoffenheimer aufwertet: Dem Team fehlten einige wichtige Spieler. Das glich es aus mit einer guten Kollektivarbeit – und mit Glück. Der Einsatz stimmte: Im Stadion von Sinsheim werden während des Spiels Laufwerte eingeblendet, in den Top 3 waren stets Spieler der TSG. Während des Spiels stellte Nagelsmann mehrfach das System um. Aber wie heißt es in Brechts Fragen eines lesenden Arbeiters: „Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?“ Nagelsmann hatte einen Balljungen bei sich.“

In dieser Saison kommen Uths Stärken so gut zur Geltung wie noch nie

Sebastian Fischer (SZ) beschäftigt sich mit Hoffenheims Matchwinner Mark Uth: „Uth ist gebürtiger Kölner, er verließ den Klub 2012 nur sehr ungern zum holländischen Erstligisten SC Heerenveen, damals war es noch Tradition beim FC, eigene Talente zu verkennen. In dieser Saison kommen Uths Stärken so gut zur Geltung wie noch nie. Er lässt sich als Mittelstürmer gerne fallen, hat ein starkes Stellungsspiel und vor allem einen starken Schuss, oft schließt er direkt ab. Er traf im Hinspiel und im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Liverpool, er traf am zweiten Spieltag in Leverkusen, er ist jetzt Stammspieler. Und Köln ist Tabellenletzter.“

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Kommentare

1 Kommentar zu “Robert Lewandowski – Im Fadenkreuz der Bayern-Bosse”

  1. hsv-fanblock.de
    Donnerstag, 14. September 2017 um 21:32

    Lewandowski hat in den letzten Wochen und Monaten des Öfteren mehr außerhalb des Platzes für Aufregung gesorgt als auf dem Rasen. Er sollte sich meines Erachtens einfach wieder mehr auf den Fußball konzentrieren und vor allem auf das Tore schießen!

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