Bundesliga
Es fehlt ihm die Fähigkeit, Begeisterung zu wecken
| Montag, 6. Juni 2005 Kommentare deaktiviert für Es fehlt ihm die Fähigkeit, Begeisterung zu wecken
Sehr lesenswert! Richard Leipold (FAS 5.6.) nennt die Mängel Matthias Sammers: „Der 37 Jahre alte Sachse gilt in der Branche als Dogmatiker. Die reine Lehre des erfolgreichen Fußballs aber hat er in Stuttgart nicht vermitteln können. Auch deshalb, weil es ihm an pädagogischem Geschick fehlt. Kritiker werfen ihm vor, seine taktischen Varianten seien zu begrenzt, um ein Team dauerhaft voranzubringen. Daran ließe sich arbeiten. Die Hauptschwäche Sammers erwächst aus einer vermeintlichen Stärke. Als hätte er lauter Sammers vor sich, predigt er Disziplin, Bescheidenheit, Leistungswillen, Loyalität. Eines aber fehlt ihm: die Fähigkeit, Begeisterung zu wecken. Sammer ist so von seinem moralischen Anspruch überzeugt, daß er es nicht für nötig hält, sich eine Hausmacht aufzubauen, in der Mannschaft oder in den Gremien. (…) Berti Vogts hat als Bundestrainer einst gesagt, Sammer denke schon als Spieler wie ein Trainer. Das ist zehn Jahre her. Zu Sammers Schwächen gehört es, daß er sich seither nicht weiterentwickelt hat. Er propagiert dieselben Primärtugenden, dieselben Taktiken, aber er spricht nicht über Innovation, schon gar nicht über die Lust am Spiel, das ist zumal für einen jungen Trainer ein Defizit. Der fünfte Platz wäre für den VfB zu verschmerzen gewesen, sagen Insider. Aber die matte, geradezu desinteressierte Art, wie das kickende Personal seine europäische Chance erspielt hat, offenbarte Sammers Ohnmacht – wie einst bei seinem Mentor Vogts, dessen Witz und Motivationskunst ähnlich limitiert waren.“










