Unterhaus
Lebenslange Vereinstreue – das war einmal
| Dienstag, 8. August 2006 Kommentare deaktiviert für Lebenslange Vereinstreue – das war einmal
Manfred Weise (FAZ) recherchiert über den Zuschauerrückgang im Amateurfußball seit den 80er Jahren, er nennt drei Ursachen: „Der Fernseh- und Starfußball liefert den Gesprächsstoff, fürs Lokale bleibt nichts mehr übrig, schlimmer: Das Fernsehen löst lokale Bindungen auf. Schließlich hat das Fernsehen die Fußballkonsumenten verwöhnt – das Amateurspiel bleibt gegen das Profispiel ohne Chance. Ein weiterer Grund für den Zuschauerrückgang liegt sicher darin, daß sich ein Teil der Zuschauer anderen Freizeitangeboten zugewendet hat. Außerdem findet sich ein hausgemachtes Problem: In nicht wenigen Amateurmannschaften, selbst in unteren Ligen, spielt kaum noch jemand aus dem eigenen Ort.“ Die fehlende Bindungskraft der Amateurvereine sei trotz den hohen Vereinseintritten von Kindern auch in Zukunft nicht wieder zu erreichen, denn die Abbrecherquote in der Pubertät sei zu hoch; „die Abbrecher werden nicht zu Zuschauern – wie auch viele Vereinsmitglieder nicht mehr die Spiele der eigenen Mannschaft besuchen. Lebenslange Vereinstreue und der Fußballplatz als Ort lokaler Zugehörigkeit – das war einmal.“ Ein sehr wichtiges Thema, über das wir hoffentlich öfter zu lesen bekommen, auch über die Schwierigkeit für Amateurvereine, sich im Profifußball zu etablieren.
FR: Bei einigen Amateurvereinen regt sich Ärger, weil die beiden Sonntagsspiele der Bundesliga statt um 17.30 Uhr ab kommendem Wochenende erstmals schon um 17 Uhr angepfiffen werden
Nichts verloren
Ab der nächsten Saison werden Reserveteams von Profimannschaften wahrscheinlich nicht mehr in der dritten Liga spielen dürfen, da der DFB im September entscheiden könnte, eine eingleisige dritte Liga ins Leben zu rufen; über Vor- und Nachteile läßt sich streiten: Auf der einen Seite haben die Zweiten Mannschaften wenige Fans, auf der anderen Seite können Nachwuchsspieler dort unter Wettbewerbsbedingungen Erfahrung sammeln. Aber warum kommt nicht mal die Frage nach dem DFB-Pokal auf den Tisch? Dort haben die Zweiten Mannschaften wirklich nichts verloren! Wenn, sagen wir, Darmstadt 98 im Pokal auf den Hamburger SV trifft, kommen 25.000 Zuschauer – selbst, wenn das Spiel an einem Mittwochabend im Dezember stattfindet. An einem solchen Spiel könnte auch das Fernsehen Interesse finden, eher zumindest als an der Partie Borussia Dortmund II gegen Werder Bremen vor 375 Zahlenden. In dieser Saison spielen ja nur zwei Reserveteams im Pokalwettbewerb: Rostock und Aachen. Es waren aber schon mal über zehn.
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taz: Vor 50 Jahren wurde das Zentralstadion in Leipzig eingeweiht. Aus der Riesenschüssel von einst ist eine kaum genutzte Fußballarena geworden
FR: Dietmar Hopps TSG Hoffenheim, Favorit in der Regionalliga mit „akademischem Unterton“










