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Bundesliga

Gräben zwischen den Verantwortlichen

Oliver Fritsch | Dienstag, 2. Dezember 2008 Kommentare deaktiviert für Gräben zwischen den Verantwortlichen

Schalkes Unzufriedenheit mit sich selbst dringt an die Öffentlichkeit / Friedhelm Funkels Solidität

„In Schalke tun sich tiefe Gräben zwischen den Verantwortlichen auf“, schreibt die SZ heute. Nach der 0:2-Niederlage in Stuttgart rückt Trainer Fred Rutten in die Defensive – und damit Manager Andreas Müller nahe. Der Vorstandsvorsitzende Josef Schnusenberg, der für seine Offenherzigkeit bekannt ist, wird mit folgender Äußerung wiedergegeben: „Ob es Konsequenzen beim Trainer oder Manager gibt, kann ich mir nicht vorstellen. Dafür bin ich aber der falsche Ansprechpartner. Dafür ist der Aufsichtsrat zuständig.“

Philipp Selldorf (SZ) runzelt ob dieser Aussage die Stirn und weist auf Mängel in der Schalker Vereinsstruktur hin: „Der spitzfindige Verweis auf die Formalien ist verdächtig – bekanntlich haben der Vereinschef und der tonangebende Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies vieles gemein. Steuerberater Schnusenberg und Fleischfabrikant Tönnies sind seit Jahren miteinander befreundet und geschäftlich verbunden, gemeinsam sind sie vor fünfzehn Jahren in den Gremien des Vereins angetreten. Ihre persönliche Nähe steht konträr zur betonten formellen Ämtertrennung im Verein.“

Andreas Morbach (FR) unkt, dass es zwischen Klub und Trainer noch immer fremdele: „Die Luft wird dünner, für Müller – und für Rutten. Auch nach einem knappen halben Jahr in Gelsenkirchen sucht der einstige Vorstopper, den sie in der Heimat ‚das Türschloss von Twente’ nannten, noch den passenden Schlüssel, um die nach Müllers Überzeugung in den Schalker Profis schlummernden Talente freizulegen. Rutten ist mit seinen oft inhaltsschwachen Analysen und seiner extrem ruhigen Art beim Folklore-Klub Schalke noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. (…) Angeblich gibt es in der Vereinsspitze schon Überlegungen, den Schalker Jahrhunderttrainer Huub Stevens zu reaktivieren.“

Daniel Theweleit (Stuttgarter Zeitung) macht klar, dass es mit dem Trainer dem Manager an den Kragen gehen könnte: „Sollten die Herren sich tatsächlich für einen Personalwechsel entscheiden, dann gibt es wahrscheinlich gleich eine Gesamtlösung mit neuem Manager und neuem Trainer. Müller jedenfalls ist kaum noch haltbar, wenn Fred Rutten seinen Stuhl räumen muss.“

Vielleicht noch mal zur Beruhigung, liebe Schalker: Ich hab das Spiel in Stuttgart gesehen. Farfan hat beim Stand von 0:0 einen Elfmeter vertan und ein Torchance, die Kai Pahl laut Selbstauskunft reingemacht hätte.

Lieblingsregion unteres Mittelfeld

Stefan Osterhaus (Neue Zürcher Zeitung) würdigt die Solidität Friedhelm Funkels: „Das Erreichte ist gar nicht schlecht: Die Eintracht ist finanziell gesund und behauptet sich trotz widrigen Bedingungen. Sie hat sich trotz schwieriger Personallage vom Tabellenende ins untere Mittelfeld vorgearbeitet. Es ist die Lieblingsregion des Trainers, der kein Mann für einen Champions-League-Teilnehmer ist. Doch wenn es darum geht, Erreichtes zu sichern, gibt es wenige, die ähnlich zuverlässig arbeiten wie Funkel.“

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