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Bundesliga

Thomas Tuchel, der Vorwärtsverteidiger

Frank Baade | Mittwoch, 5. August 2009 Kommentare deaktiviert für Thomas Tuchel, der Vorwärtsverteidiger

Beinahe einen Klopp-Klon will die Presse in Mainz‘ neuem Trainer Thomas Tuchel ausgemacht haben: Aus dem eigenen Stall, jung und unerfahren, kommunikativ und mit dem Wunsch, nach vorne zu spielen

Als „Vorwärtsverteidiger“ tituliert Johannes Scharnbeck in der Stuttgarter Zeitung Thomas Tuchel und betont Tuchels Nähe zu Rangnick: „Überdurchschnittlich intelligent, hat Selbstvertrauen und kann sich artikulieren. Mit diesen Worten beschreibt Ralf Rangnick den unbekannten und unerfahrenen Neuling. Bis jetzt kann Tuchel nur im Nachwuchsbereich einen großen Erfolg vorweisen. Mit den Mainzer A-Junioren gewann er in der vergangenen Saison die deutsche Meisterschaft. Seine Spielerkarriere dauerte wegen einer Verletzung nur kurz. Er war für den FC Augsburg sowie die Stuttgarter Kickers aktiv, und danach eben unter Rangnick in Ulm. 1998, im Jahr des Zweitligaaufstiegs, musste er aufhören. Seine erste Trainerstation vermittelte ihm Rangnick im Jahr 2000, als er den VfB Stuttgart betreute. Tuchel übernahm vier Jahre lang die C-Junioren und war danach Co-Trainer bei den A-Junioren. 2005 wechselte er zum FC Augsburg und leitete dort bis 2008 das Nachwuchsleistungszentrum. In Mainz erhält er nun einen großen Vertrauensvorschuss: Er wurde mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet. Tuchel glaubt jedenfalls daran, mit anderen Methoden als der knorrige Andersen die Mannschaft wieder motivieren zu können. Bei der taktischen Ausrichtung lässt sich Thomas Tuchel natürlich von Rangnick beeinflussen. Und so will Tuchel auch mit Mainz einen Fußball spielen lassen, bei dem seine Mannschaft mehr läuft als der Gegner und vorwärtsverteidigt.“

Keine Kopie von Klopp

Jan Christian Müller berichtet in der FR davon, dass der neue Mainzer Trainer keinen Berater nutzt, dass er diplomierter Betriebswirt und Vater einer wenige Wochen alten Tochter ist. Sein erstes Profi-Training ging er frohgemut an: „Er tat das mit einer Stoppuhr um den Hals, einem Lächeln im Gesicht, mit Trillerpfeife, die er auffällig leise bediente und mit einem Klemmbrett in den Händen, auf dem er den Spielern immer wieder taktische Erklärungen veranschaulichte.“ Man suche in Mainz keinen, der genauso sei wie Klopp, sondern jemanden, „der so denkt wie Klopp“, sagt der Präsident. „Genau das tut der selbstbewusste Tuchel. Die Profis lernten einen sehr kommunikativen neuen Chef kennen. Von Mittwoch bis Freitag bittet er den Mainzer Kader ins Trainingslager.“ Die Großen sollen wieder mit einem komischen Bauchgefühl in Mainz antreten, wünsche sich Tuchel. „Erst einmal beschleicht aber Tuchel selbst so ein komisches Bauchgefühl. Am Samstag wird der jüngste Bundesligatrainer auf den ältesten treffen: Jupp Heynckes, 64, ist fast 29 Jahre älter als Tuchel. Eine Entwicklung, die ihn ’stolz macht‘. Aber er weiß, dass er von nun ab eine Mannschaft coacht, mit der man auch dann absteigen kann, wenn man ein guter Trainer ist.“

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