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Bundesliga

Effenbergs Initiative stößt in Gladbach auf wenig Gegenliebe

Kai Butterweck | Donnerstag, 5. Mai 2011 Kommentare deaktiviert für Effenbergs Initiative stößt in Gladbach auf wenig Gegenliebe

Die Presse zeigt sich enttäuscht vom Auftritt Stefan Effenbergs und seiner `Initiative Borussia`. Außerdem: Sturmwarnung auf St. Pauli

Daniel Theweleit (Berliner Zeitung) fordert vom Tiger Taten statt Worte: „Die Herren um den ehemaligen Nationalspieler Stefan Effenberg wollen alle Macht im Klub an sich reißen und die gegenwärtigen Verantwortlichen aus dem Verein verbannen. Nun hatten die Herren also geladen, um ihr Konzept mit inhaltlicher Substanz zu unterfüttern. Schmallippig und latent aggressiv wie einst auf dem Platz versuchte Effenberg, die rund 50 anwesenden Journalisten zu überzeugen, doch die konkreten Pläne blieben auch an diesem Tag vage. Statt ein Konzept zu präsentieren, griff Effenberg an allen neuralgischen Punkten auf Politikerphrasen zurück.“

Richard Leipold (FAZ) plädiert für ein Spiel mit offenen Karten: „Helfer, die nicht gerufen werden, zumindest nicht laut, haben es schwer, ihre gute Absicht plausibel zu machen, zumal wenn sie teilweise anonym bleiben wollen. Das Wahlprogramm besteht im Wesentlichen aus vergleichender Werbung. Effenberg und Köppel sprechen der aktuellen Vereinsführung um Präsident Rolf König und Sportdirektor Max Eberl die nötige Fachkunde ab und behaupten, es besser zu können. Die Begeisterung an der Basis, hält sich dennoch in Grenzen, nicht nur weil vor dem Hotel ein paar Demonstranten ein Spruchband mit der Aufschrift `Initiative? – Nein, danke` ausrollten. Das `Fanprojekt` etwa sieht die Identität des Vereins, seine Seele gefährdet.“

Bloße Anwesenheit führt keine Wunderdinge herbei

Andreas Berten (derwesten.de) nimmt Rolf Königs und Max Eberl in Schutz: „Eines vorneweg: Es steht Stefan Effenberg  wie vielen anderen ehemaligen Kickern zu, seine Fähigkeiten als Sportdirektor noch unter Beweis stellen zu dürfen. Er liegt jedoch falsch in der Annahme, Wunderdinge mit seiner bloßen Anwesenheit herbeiführen zu können. Dieses Bild vermittelt er immer wieder bei seinem teils aggressiven und ansonsten nur phrasenreichen Wahlkampf, den er seit gut einer Woche gegen Rolf Königs und Max Eberl führt. Beide können nichts dafür, dass Klubs wie Wolfsburg oder Hoffenheim in den vergangenen Jahren an der ruhmreichen Borussia vorbeigezogen sind. Dieser Fakt beruht auf wirtschaftlichen Begebenheiten, die auch Effenberg nicht herbeizaubern kann.“

St. Pauli steht vor einem Scherbenhaufen

Mike Glindmeier (Spiegel Online) richtet seinen Blick nach Hamburg und schüttelt den Kopf:  „`Ein Platz an der Sonne` steht auf den Trikots des FC St. Pauli. Nach dieser Saison würde `Ein Platz in der Sch…` besser passen. 2010 war das Wonnejahr des FC St. Pauli. 2011 steht der Club vor einem Scherbenhaufen. Die Rückrunde lief miserabel, St. Pauli holte nur zwölf Punkte. Trainer Holger Stanislawski hat sich gen Hoffenheim verabschiedet, der Abstieg ist so gut wie besiegelt. Doch jetzt könnte es noch dicker kommen. Der Club läuft Gefahr, neben den zahlreichen ausgeliehenen Profis zwei seiner besten Spieler zu verlieren – aus eigenem Verschulden. Wie die `Hamburger Morgenpost` berichtet, soll Sportchef Helmut Schulte es versäumt haben, rechtzeitig eine Option für Mittelfeldspieler Charles Takyi zu ziehen. Immerhin gibt es positive Neuigkeiten in Sachen Trainerfindung. André Schubert vom Zweitligisten SC Paderborn wird den Club in der kommenden Saison trainieren. Trainerverpflichtung hin oder her: Von einem Platz an der Sonne ist St. Pauli derzeit Lichtjahre entfernt.“

 

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